Das Wichtigste in Kürze

  • Rolle: Der Requirements Engineer erhebt und verwaltet Anforderungen zwischen Stakeholdern und Entwicklung.
  • Gehalt: Im Schnitt 60.000 bis 90.000 Euro brutto im Jahr.
  • Einstieg: Junioren starten bei etwa 50.000 Euro.

Wenn eine neue Lösung im Bereich Software oder Engineering für ein Unternehmen gebraucht wird, ist der Requirements Engineer auf die Analyse, Definition und Verwaltung von Anforderungen an ein Produkt, ein System oder eine Software spezialisiert. An ihm liegt es, dass die Wünsche der Kunden und Nutzer berücksichtigt und in Abstimmung mit der Entwicklung technische sowie wirtschaftliche Möglichkeiten bestmöglich ausgeschöpft werden. In unserem Artikel lesen Sie mehr über das Berufsbild des Requirements Engineer und finden auch Details über sein Gehalt. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über den Requirements Engineer im Software-Bereich, der auch als IT Requirements Engineer oder IT Business Analyst oder (Inhouse) IT Consultant bezeichnet wird.

Requirements Engineer: Kurzübersicht & Key Facts

Die Bezeichnung variiert im Markt: Requirement Engineer ohne s und Requirements Manager meinen dieselbe Rolle. Im Folgenden haben wir einen Kurzüberblick zur Position des Requirements Engineer zusammengestellt.

Was ist ein Requirements Engineer?

Der Requirements Engineer (auch Anforderungsmanager oder Anforderungsingenieur genannt) bildet eine Schnittstellenfunktion zwischen nicht-technischen und technischen Stakeholdern bei der Entwicklung von Lösungen und Produkten. Der Requirements Engineer ist verantwortlich für die Identifikation, Dokumentation und Validierung der Anforderungen in Zusammenarbeit mit Kunden, Benutzern, Entwicklern und anderen Stakeholdern. Der Requirements Engineer kommt meistens im Zusammenhang mit Software-Lösungen zum Einsatz, teilweise aber auch im Ingenieurwesen.

Gut zu wissen: Auch die Rolle des Product Owners hat Ähnlichkeiten mit denen des Requirements Engineers. Er kümmert sich darum, dass die Software an die Wünsche der jeweiligen Stakeholder angepasst wird. Dazu arbeitet er mit dem Auftraggeber die Anforderungen heraus und übersetzt diese in IT-seitig umsetzbare Requirements. Der IT Requirements Engineer arbeitet dabei eng mit dem Entwicklerteam zusammen.

Was verdient der Requirements Engineer? Gehalt

Das Gehalt eines Requirements Engineers in Deutschland hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem der Berufserfahrung, aber auch von der Größe des Unternehmens, der Branche und der Region. Das Gehalt liegt im Schnitt zwischen 60.000 und 90.000 Euro brutto pro Jahr. In Branchen mit höherer Nachfrage nach Requirements Engineers wie beispielsweise der IT- oder Automotive-Branche sind in der Regel höhere Gehälter zu erwarten.

Requirements Engineer im Kurzüberblick: übersetzt Bedarfe in Anforderungen, Gehalt 60.000 bis 90.000 Euro im Jahr.

Die Aufgaben eines Requirements Engineer

Der Bereich Requirements Engineering fungiert insbesondere als Schnittstelle zwischen Business und technischer Entwicklung. Im Deutschen wird der Requirements Engineer auch als Anforderungsmanager oder Anforderungsingenieur bezeichnet. Er spricht sowohl die Sprache des Auftraggebers als auch die Sprache der Softwareentwicklung. In größeren Organisationen sitzen daneben Profile wie UX Designer mit am Tisch.

Somit besteht die Hauptaufgabe darin, die Anforderungen an eine Software oder Lösung, ein Produkt oder eine Dienstleistung herauszukristallisieren und die Möglichkeiten der Umsetzung bestimmter Wünsche zu prüfen. Dass es sich dabei meist um technische Aspekte handelt, z.B. was technisch mit einer Software umsetzbar ist, wird mit dem Begriff „Engineer“ noch einmal betont. Was man als „Anforderungsingenieur“ in diesem Bereich genau macht, stellen wir nun kurz vor.

  • Ermittlung von Anforderungen: Der Requirements Engineer identifiziert und sammelt Anforderungen durch Interviews, Workshops und andere Techniken, um ein Verständnis für die Bedürfnisse der Stakeholder zu entwickeln. Der Kunde kann dabei eine interne Fachabteilung oder ein externer Auftraggeber sein.

  • Anforderungsdokumentation: Der Requirements Engineer erstellt Anforderungsdokumentationen, die klare und präzise Anforderungen an das Produkt oder System definieren. Diese Dokumentation kann auch Diagramme, Modelle und Prototypen enthalten. Das Schreiben der User Stories oder Epics in Zusammenarbeit mit diversen Stakeholdern sowie die Modellierung der IST- und Zielprozesse spielen dabei eine wichtige Rolle.

  • Anforderungsvalidierung: Der Requirements Engineer überprüft und validiert die Anforderungen, um sicherzustellen, dass sie vollständig, konsistent und nachvollziehbar sind sowie den Normen, Standards und den Stakeholder-Wünschen entsprechen. Es gilt nun, die technischen Möglichkeiten zu analysieren und ggf. mittels Testkonzepten zu validieren. Dazu arbeitet der Requirements Engineer eng mit verschiedenen Abteilungen der IT-Branche zusammen, allen voran mit dem Entwicklerteam, z.B. mit den IT-Spezialisten oder den Backend-Entwicklern. Der Requirements Engineer sorgt dafür, dass Business-Prozesse und -Anforderungen mit IT-Lösungen in Einklang gebracht werden. Sicherstellen von Testbarkeit und Eindeutigkeit der beschriebenen Funktionalität mit Hilfe von Review-Methoden und den zugeordneten Disziplinen gehören zum Aufgabenumfang.

  • Anforderungsmanagement: Requirements Engineers verwalten Änderungen, Priorisierungen und Konflikte der Anforderungen während des gesamten Projektlebenszyklus. Der Requirements Engineer steht in einem langfristigen Austausch mit den Auftraggebern und kümmert sich um die Anforderungsverwaltung, z.B. mit einem Tool wie Doors oder PTC Integrity.

  • Zusammenarbeit und Kommunikation (Beratung): Der Requirements Engineer arbeitet eng mit verschiedenen Stakeholdern zusammen, wie zum Beispiel Kunden, Benutzern, Entwicklern und Testern, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen verstanden und erfüllt werden. Die Beratung des Kunden zu fachlichen und technischen Anforderungen sowie deren Umsetzungsmöglichkeiten sind dabei zentral. Ist etwas technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll, berät er den Kunden zu Alternativen.

  • Qualitätssicherung: Ein Requirements Engineer überwacht und steuert die Qualität der Anforderungen, um sicherzustellen, dass das Endprodukt den spezifizierten Anforderungen entspricht. Die Erstellung von Fachkonzepten und fachlichen Testkonzepten sowie Abstimmung mit dem Testmanagement können wichtig sein.

  • Kontinuierliche Verbesserung: Der Requirements Engineer evaluiert und verbessert ständig die Anforderungsprozesse, um sicherzustellen, dass die bestmöglichen Ergebnisse erzielt werden. Die Ermittlung prozessualer Lösungsalternativen und Ableitung wirtschaftlich sinnvoller Lösungen gehören zu seinen Aufgaben.

Aus der TechMinds-Praxis: Einordnen ist die Kernfähigkeit. Ein Softwareanbieter verlangte von seinen Projektmanagern, jede Anforderung sofort als Konfiguration, Produktstandard oder Neuentwicklung einzuordnen. Ein Elektrifizierungsunternehmen erwartete von Funktionsentwicklern, Anforderungen selbst abzuleiten. Ein Medienhaus suchte einen Product Owner, der sie für Roadmap und Tracking ausarbeitet. Requirements Engineering ist eine Kernfähigkeit ohne eigenen Titel. Verankern Sie sie in einer Rolle mit Umsetzungsverantwortung.

Sieben Kernaufgaben des Requirements Engineers: Erhebung, Dokumentation, Validierung, Management, Qualität.

Wo arbeitet ein Requirements Engineer?

Ein Requirements Engineer kann in verschiedenen Branchen und Unternehmen arbeiten, die Produkte, Systeme oder Software entwickeln. Dazu gehören unter anderem die IT-Lösungen (SaaS, Online-Banking etc.) und die Industrie (Automotive, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik etc.). In der Regel arbeiten Requirements Engineers in Projektteams und arbeiten eng mit anderen Teammitgliedern wie Entwicklern, Designern, Testern und Projektmanagern zusammen. Sie können in großen Unternehmen oder auch als freiberufliche Berater arbeiten.

Was kann ein Requirements Engineer? Qualifikationen & Ausbildung

Ein Mix aus technischer und wirtschaftlicher Ausbildung, Berufserfahrung, Fachwissen und Soft Skills macht einen guten Anforderungsingenieur aus. Ein Requirements Engineer sollte über folgende Kompetenzen und Qualifikationen verfügen:

  • Ausbildung: Mit einem Studium im MINT-Bereich schafft man eine gute technische Voraussetzung für diesen Job. Je nach Anwendungsbereich kann ein interdisziplinäres Studium wie Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen oder aber auch ein Studium im Bereich Maschinenbau hilfreich sein. Seltener bildet auch ein BWL-Studium die Grundlage für den Job als Requirements Engineer.

  • Erfahrung in Anforderungsanalyse (Requirements Engineering): Der Requirements Engineer sollte Kenntnisse in der Anforderungsanalyse haben, um Anforderungen zu identifizieren, zu dokumentieren, zu validieren und zu verwalten. Die Fähigkeit, fachliche und technische Sachverhalte eindeutig, widerspruchsfrei, vollständig und verständlich zu beschreiben (u.a. mittels Epics und User Stories) ist wichtig. Kenntnisse in relevanter Software für das Anforderungsmanagement (z.B. DOORS oder PTC Integrity) sind Voraussetzung.

  • Projektmanagement-Erfahrung: Requirements Engineers sollten Erfahrung im Projektmanagement haben, um Projekte effektiv planen und durchführen zu können. Je nach Einstiegslevel ist Berufserfahrung mit dem Schwerpunkt Anforderungsmanagement in der jeweiligen Branche wichtig. Sowohl Projekterfahrung auf der IT- als auch Fachbereichs-/Kundenseite sind wünschenswert. Projekt-Management-Erfahrung (agil & klassisch) inkl. relevanter Methoden/Tools wie Scrum/Kanban und JIRA/Confluence werden vorausgesetzt.

  • Technisches Know-how: Ein Requirements Engineer sollte ein Verständnis für die grundlegenden Prinzipien und Technologien der Softwareentwicklung haben (z.B. IT-Architektur, Cloud-Technologien, Branchen- oder Produktkenntnisse), um Anforderungen angemessen zu verstehen und dokumentieren zu können (z.B. mittels UML-Modellierung oder BPMN). Erfahrung im Bereich User Acceptance Testing kann ebenfalls hilfreich sein.

  • Kommunikationsfähigkeit: Der Requirements Engineer sollte über ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten und Organisationsgeschick verfügen, um effektiv mit verschiedenen Stakeholdern wie Kunden, Benutzern, Entwicklern und Projektmanagern kommunizieren und Workshops moderieren zu können.

  • Problemlösungskompetenz: Ein Anforderungsmanager sollte in der Lage sein, komplexe Probleme zu analysieren, zu abstrahieren und kreative Lösungen und Prozesse zu entwickeln.

  • Zertifizierungen: Ein Abschluss relevanter Zertifizierungen im Bereich Projektmanagement oder Anforderungsmanagement, wie z.B. als Scrum Master, PRINCE2, CPRE-Zertifizierung (Certified Professional for Requirements Engineering) des International Requirements Engineering Board (IREB) kann die Fähigkeiten und Kompetenzen eines Requirements Engineers bescheinigen.

  • Details zur IREB-Zertifizierung: Es gibt inzwischen auch Ausbildungen, die sich auf eine Spezialisierung im Bereich Requirements Engineering konzentrieren. Das „IREB International Requirements Engineering Board“ ist eine Non-Profit-Organisation, die nach Absolvierung von Training und einer Prüfung das „Certified Professional for Requirements Engineering“ (CPRE-Zertifizierung) erteilt.

Vor allem das Foundation Level, welches sich an erfahrene Einsteiger als Requirements Engineers richtet, vermittelt wesentliches Grundwissen für diese Position. Das CPRE-FL-Zertifikat wird bei Bewerbungen in den Bereichen Requirements Engineering und Business-Analyse gerne gesehen.

Anforderungen an Requirements Engineers: RE-Methoden nach IREB, PM-Erfahrung, technisches Know-how, Kommunikation.

Wie viel verdient ein Requirements Engineer? Gehalt

Innerhalb der Spanne von 60.000 bis 90.000 Euro entscheidet vor allem die Branche: In Automotive, Medizintechnik und Luftfahrt zahlen Unternehmen über dem Durchschnitt, weil dort Anforderungen normkonform dokumentiert und nachverfolgbar sein müssen. Als Junior Requirements Engineer steigt man mit etwa 50.000 Euro pro Jahr ein.

Requirements-Engineer-Gehalt: im Schnitt 60.000 bis 90.000 Euro brutto im Jahr, in IT und Automotive höher.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Senior Professional im Fachbereich Consulting & Projekt. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 147 Tech-Rollen vergleichen.

Wie wird man Requirements Engineer?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Requirements Engineer zu werden:

Studium

Ein Abschluss in Informatik, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftsinformatik oder einem ähnlichen Bereich kann eine gute Grundlage für eine Karriere als Requirements Engineer bieten. Nach einem Studium im MINT-Bereich hat man die besten Voraussetzungen für eine Einstiegsposition als Junior Requirements Engineer.

Praktische Erfahrung

Viele Requirements Engineers haben praktische Erfahrung in der Softwareentwicklung, Projektmanagement oder im IT-Service-Management gesammelt. Eine Karriere in einem dieser Bereiche kann Ihnen helfen, die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, um Requirements Engineer zu werden.

Zertifizierung und Weiterbildung

Es gibt eine Reihe von Zertifizierungsprogrammen für Requirements Engineer, wie beispielsweise das Certified Professional for Requirements Engineering (CPRE) des International Requirements Engineering Board (IREB). Eine solche Zertifizierung kann dazu beitragen, dass Sie als Requirements Engineer anerkannt werden. Durch Kurse, Schulungen oder Seminare können Sie sich weiterbilden und Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten in Requirements Engineering erweitern.

Unabhängig davon, welchen Weg Sie wählen, sollten Sie über folgende Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, um ein erfolgreicher Requirements Engineer zu werden:

  • Analytische Fähigkeiten

  • Kommunikationsfähigkeiten

  • Erfahrung in der Entwicklung von Software

  • Erfahrung in Projektmanagement

  • Kenntnisse in verschiedenen Methoden und Techniken des Requirements Engineering (z.B. User Stories, Use Cases, UML, etc.)

KI im Requirements Engineering: Was sich für Requirements Engineers ändert

In der Anforderungsarbeit selbst nimmt KI dem Requirements Engineer viel Fleißarbeit ab: Sprachmodelle fassen Interviews, Workshops und umfangreiche Fachdokumente zusammen, liefern Entwürfe für User Stories und Spezifikationen und prüfen Anforderungsbestände auf Widersprüche, Dubletten und Lücken. Auch die Nachverfolgbarkeit über den Projektverlauf wird durch KI-gestützte Werkzeuge einfacher. Die Verantwortung für Eindeutigkeit, Vollständigkeit und Testbarkeit bleibt beim Requirements Engineer, denn ein plausibel klingender, aber ungenauer Entwurf ist im Anforderungsmanagement teurer als gar keiner.

Zugleich verändert sich der Gegenstand seiner Arbeit: Immer öfter enthalten die zu spezifizierenden Systeme selbst KI-Funktionen, deren Verhalten nicht vollständig deterministisch ist. Der Requirements Engineer definiert dafür messbare Akzeptanzkriterien, etwa zulässige Fehlerquoten, Antwortqualität oder Eskalationswege bei Unsicherheit, und legt fest, wie solche Anforderungen getestet werden.

Gefragt sind deshalb Requirements Engineers, die KI-Werkzeuge produktiv in ihre Methodik einbinden und Anforderungen an KI-gestützte Systeme präzise formulieren können.

Ihr Headhunter für den Bereich Requirements Engineering

Sie suchen einen Requirements Engineer? In der Vorauswahl zählt vor allem, ob jemand zwischen Fachbereich und Entwicklung übersetzen kann, denn daran entscheidet sich die Rolle. Als IT-Personalberatung finden unsere Personalberater ein Profil, das zu Ihrem Unternehmen passt und die Entwicklungsprozesse bestmöglich begleitet. Im Durchschnitt besetzen wir Vakanzen nach 76 Tagen erfolgreich. Nehmen Sie mit unserer Recruiting-⁠Boutique für Tech & IT Kontakt auf. Unser Team berät Sie gerne. Wie TechMinds solche Positionen besetzt, zeigt der Headhunter für Consulting.

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