Das Wichtigste in Kürze

  • Auftrag: Der Head of Finance leitet die Finanzen mit Rechnungswesen, Controlling, Liquidität und Reporting.
  • Gehalt: 100.000 bis 175.000 Euro; im Mittelstand sind 100.000 bis 130.000 üblich.
  • Konzern: Mit mehreren Gesellschaften 140.000 bis 175.000 inklusive variabler Anteile.

Der Head of Finance leitet die Finanzabteilung eines Unternehmens und verantwortet dort Rechnungswesen, Controlling, Liquidität und Reporting. Auf Deutsch heißt die Position Finanzleiter, Leiter Finanzen und Controlling oder Bereichsleiter Finanzen, in internationalen Organisationen auch Director Finance. Berichtet wird an den CFO oder direkt an die Geschäftsführung, und die wichtigste Aufgabe besteht darin, aus Zahlen Entscheidungen abzuleiten. Im Folgenden erfahren Sie, welche Aufgaben ein Head of Finance hat, welche Qualifikationen erwartet werden und wie viel er verdient.

Head of Finance: Kurzübersicht & Key Facts

Bedeutung, Aufgaben und Gehalt der Finanzleitung im schnellen Überblick.

Was ist ein Head of Finance?

Als Head of Finance wird die fachliche und disziplinarische Führungskraft der Finanzabteilung unterhalb der Geschäftsführung bezeichnet. Auf Deutsch heißt das Finanzleiter oder Leiter Finanz- und Rechnungswesen, und je nach Zuschnitt findet man auch Head of Finance & Controlling, Head of Finance & Accounting, Head of Accounting oder Finanzdirektor. Allen Varianten gemeinsam ist die Verantwortung dafür, dass die Zahlen stimmen, dass die Planung belastbar ist und dass das Unternehmen finanziell gesteuert werden kann.

Was macht ein Head of Finance?

Ein Head of Finance führt Buchhaltung, Controlling und Treasury als Team und verantwortet die Monats- und Jahresabschlüsse nach HGB, bei Bedarf zusätzlich nach IFRS. Er steuert Budget, Forecast und Liquidität und muss der Geschäftsführung die Analysen liefern, auf deren Grundlage entschieden wird. Dazu kommen Steuerthemen, die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern und Banken sowie die Digitalisierung der Finanzprozesse, von der E-Rechnung bis zum KI-gestützten Reporting.

Wie viel verdient ein Head of Finance?

Das Gehalt eines Head of Finance liegt in Deutschland zwischen 100.000 und 175.000 Euro brutto im Jahr. Im Mittelstand sind 100.000 bis 130.000 Euro üblich. In Konzernen und bei Verantwortung für mehrere Gesellschaften reichen die Pakete inklusive der variablen Anteile von 140.000 bis 175.000 Euro. Wie hoch das Gehalt ausfällt, hängt von der Branche, der Unternehmensgröße, dem Standort und dem Umfang der Führungsverantwortung ab.

Head of Finance im Kurzüberblick: Leitung der Finanzabteilung, Gehalt 100.000 bis 175.000 Euro, Mittelstand bis 130.000.

CFO vs. Head of Finance

Der Chief Financial Officer, kurz CFO, gehört zur Geschäftsführung oder zum Vorstand und trägt die Gesamtverantwortung für die Finanzstrategie, die Kapitalstruktur sowie die Beziehungen zu Investoren und Banken. Auf Deutsch entspricht das dem kaufmännischen Geschäftsführer oder dem Finanzvorstand. Der Head of Finance arbeitet eine Ebene darunter. Er verantwortet den operativen Finanzbereich, führt das Team und liefert die Zahlen, auf deren Basis der CFO entscheidet.

In mittelständischen Unternehmen ohne eigenen CFO ist der Head of Finance häufig der ranghöchste Finanzverantwortliche und berichtet direkt an den geschäftsführenden Inhaber. Wenn das Unternehmen wächst, wird die Position entweder zum CFO ausgebaut, oder es wird ein CFO darübergesetzt. Der Weg vom Head of Finance zum CFO gehört deshalb zu den typischen Karrierelinien im Finanzbereich. Unterhalb des Head of Finance sind in der Regel der Leiter Buchhaltung, der Leiter Controlling und die Treasury-Verantwortlichen angesiedelt.

Die Aufgaben eines Head of Finance

Wie breit die Aufgaben ausfallen, hängt von der Größe und der Struktur des Unternehmens ab. In den meisten Organisationen gehören die folgenden Punkte dazu. Im Projektalltag arbeitet die Rolle eng mit Profilen wie Head of Operations oder Abteilungsleiter zusammen.

  • Die Führung des Finanzbereichs steht an erster Stelle. Buchhaltung, Controlling und Treasury werden fachlich und disziplinarisch geleitet, das Team muss weiterentwickelt werden, und fehlende Kompetenzen sind aufzubauen, z.B. im Vertriebs- oder Einkaufscontrolling.
  • Abschlüsse und Rechnungslegung liegen in seiner Verantwortung. Dazu gehören die Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, in internationalen Gruppen zusätzlich nach IFRS, außerdem die Konsolidierung und das Group Reporting.
  • Planung, Forecast und Reporting bestimmen den Jahresrhythmus. Der Budgetprozess, rollierende Forecasts und die Liquiditätsplanung gehören dazu, und das Kennzahlensystem sollte so aufgebaut sein, dass es der Geschäftsführung Entscheidungen erleichtert.
  • Steuern und Compliance koordiniert er mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Unternehmenssteuern und Transfer Pricing gehören ebenso dazu wie die Umsetzung neuer Pflichten, z.B. der E-Rechnung.
  • Treasury und Finanzierung umfassen das Cash Management, die Kommunikation mit den Banken, die Kreditlinien und die Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken.
  • Risk Management und interne Kontrollen müssen aufgebaut und gepflegt werden. Der Head of Finance bewertet die finanziellen Risiken und muss daraus Maßnahmen ableiten.
  • Die Digitalisierung der Finanzprozesse gehört inzwischen fest dazu. ERP-, Konsolidierungs- und BI-Systeme werden ausgewählt und weiterentwickelt, und die Rechnungsverarbeitung sowie die Abschlussprozesse sollen möglichst automatisiert ablaufen.
  • Bei strategischen Projekten wirkt er mit, also bei M&A, bei der Integration neuer Gesellschaften, bei Investitionsentscheidungen und bei Business Cases.
Aufgaben eines Head of Finance: Führung, Abschlüsse nach HGB und IFRS, Planung, Steuern, Treasury, Digitalisierung, M&A.

Was muss man als Head of Finance können? Qualifikationen & Ausbildung

Für diese Position werden fachliche Tiefe im Rechnungswesen und Führungserfahrung vorausgesetzt. Genauso wichtig ist allerdings, dass er Zahlen so erklären kann, dass auch Kollegen ohne Finanzhintergrund folgen können.

Fachliche Qualifikation

  • Ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft, des Wirtschaftsingenieurwesens oder ein vergleichbarer Abschluss wird in der Regel erwartet. Alternativ kommt ein Bilanzbuchhalter mit langjähriger Führungspraxis infrage, häufig ergänzt um Stationen in der Wirtschaftsprüfung oder der Steuerberatung.
  • Rechnungslegung muss er sicher beherrschen, also die Abschlusserstellung nach HGB, je nach Unternehmen zusätzlich IFRS und Erfahrung in der Konzernkonsolidierung.
  • Controlling und Planung gehören zum Handwerk. Erwartet werden Praxis in der Budgetierung, im Forecasting, in der Kostenrechnung und im Aufbau von Kennzahlensystemen.
  • Systeme und Daten spielen eine immer größere Rolle. Routine mit ERP-Systemen wie SAP S/4HANA oder Microsoft Dynamics wird vorausgesetzt, dazu Erfahrung mit Konsolidierungs- und Planungstools sowie mit BI-Werkzeugen. Die KI-gestützten Analyse- und Automatisierungsfunktionen dieser Systeme gewinnen zusätzlich an Gewicht.
  • Steuern und Finanzierung sollte er zumindest im Grundsatz verstehen, also Unternehmenssteuern, Umsatzsteuer und die üblichen Finanzierungsinstrumente. Nur dann kann er Berater und Banken auf Augenhöhe steuern.
  • Führungserfahrung von mehreren Jahren im Finanz- und Rechnungswesen wird vorausgesetzt, idealerweise mit Prozessverbesserungen, die sich auch belegen lassen.

Persönliche Qualifikation

  • Analytische Klarheit ist die Grundvoraussetzung. Er muss strukturiert und ergebnisorientiert arbeiten und komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche verdichten können.
  • Kommunikationsstärke entscheidet über die Wirkung. Zahlen müssen so aufbereitet werden, dass Geschäftsführung, Fachbereiche und Banken auf derselben Grundlage entscheiden, und zwar auf Deutsch und auf Englisch.
  • Durchsetzungsvermögen mit Diplomatie ist gefragt. Budgets müssen verteidigt und Kosten hinterfragt werden, ohne dass er dabei den Rückhalt der Fachbereiche verliert.
  • Unternehmerisches Denken sollte er mitbringen, sich also für das Geschäftsmodell interessieren und nicht nur für dessen Abbildung in der Bilanz.
  • Führungspersönlichkeit heißt in dieser Position Präsenz im Team, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, im Zweifel auch selbst operativ mitzuarbeiten.
Anforderungen an einen Head of Finance: HGB und IFRS sicher, Teamführung, Prozess- und KI-Wissen, Zahlen für Entscheider.

Gehalt: Das verdient ein Head of Finance

Wie viel ein Head of Finance verdient, richtet sich nach der Unternehmensgröße, der Branche, dem Standort und dem Verantwortungsumfang. Über alle Größenklassen hinweg liegt das Gehalt zwischen 100.000 und 175.000 Euro brutto im Jahr. Wer als Leiter Finanzen und Controlling in einem mittelständischen Unternehmen einsteigt, startet häufig bei 100.000 bis 110.000 Euro. Mit mehrjähriger Führungserfahrung sind 110.000 bis 130.000 Euro der Regelfall.

Am oberen Ende stehen Konzerne, Private-Equity-geführte Unternehmen und Gruppen mit mehreren Gesellschaften. Dort kommen Head of Finance und Director Finance auf Gesamtpakete von 140.000 bis 175.000 Euro, meistens mit variablen Anteilen von 15 bis 25 %. In Frankfurt, München und Hamburg wird tendenziell mehr gezahlt als an kleineren Standorten, und Technologie, Pharma und Finanzdienstleistungen liegen über dem Handel und dem öffentlichen Sektor.

Head-of-Finance-Gehalt: 100.000 bis 175.000 Euro brutto im Jahr, Mittelstand bis 130.000, Konzerne 140.000 bis 175.000.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Head of im Fachbereich Allgemeines Management. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 147 Tech-Rollen vergleichen.

Wie wird man Head of Finance?

Der klassische Weg führt über ein betriebswirtschaftliches Studium und die ersten Jahre in der Wirtschaftsprüfung, in der Steuerberatung oder im Konzernrechnungswesen. Danach folgen Stationen als Controller, als Bilanzbuchhalter oder als Teamleiter Finanzen. Nach acht bis zwölf Jahren Berufspraxis, von denen mehrere in Führungsverantwortung verbracht sein sollten, ist der Schritt in die Finanzleitung realistisch.

Zunehmend gefragt sind Kandidaten, die neben der Rechnungslegung auch Prozess- und Systemkompetenz mitbringen. Wer eine ERP-Einführung, die Automatisierung der Rechnungsverarbeitung oder den Aufbau eines Reportings verantwortet hat, hebt sich im Auswahlverfahren deutlich ab. Der nächste Karriereschritt ist in der Regel die Position des CFO oder des kaufmännischen Geschäftsführers.

Wie KI die Rolle des Head of Finance verändert

In den Finanzabteilungen ist KI angekommen. KI-Agenten gleichen Eingangsrechnungen mit Bestellungen ab, erkennen Auffälligkeiten in den Buchungen, unterstützen bei der Intercompany-Abstimmung und verkürzen damit den Abschluss. In der Planung und im Controlling treten Machine-Learning-Forecasts und Szenariomodelle zunehmend an die Stelle der statischen Jahresplanung in Tabellen. Nach Branchenstudien hat sich der Anteil der Finanzteams, die KI-Werkzeuge nutzen, innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Für den Head of Finance verschiebt sich dadurch der Schwerpunkt. Weniger Zeit geht in die Datenerfassung und die Abstimmung, mehr in die Datenqualität, in die Systemarchitektur und in die Frage, welche Entscheidungen automatisiert werden dürfen und welche nicht. Dazu gehört auch, dass er sein Team für die neuen Werkzeuge qualifizieren und die Kontrollen so gestalten muss, dass automatisierte Prozesse revisionssicher bleiben.

Die Position selbst bleibt, ihr Profil wird allerdings anspruchsvoller. Aus dem Hüter der Zahlen wird jemand, der eine datengetriebene Finanzfunktion aufbaut und dafür Fachwissen, Technologieverständnis und Führung verbinden muss.

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