Das Wichtigste in Kürze

  • Auftrag: Der Fertigungsleiter plant, organisiert und leitet die Fertigungsprozesse.
  • Gehalt: 75.000 bis 110.000 Euro, im Durchschnitt rund 90.000.
  • Spitze: Große Industriebetriebe zahlen über 110.000, Spitzenkräfte deutlich darüber.

In allen produzierenden Branchen und Unternehmen kommt ein Fertigungsleiter zum Einsatz, um Fertigungsprozesse zu planen, zu organisieren, zu koordinieren und zu leiten. Er gestaltet dabei nicht nur alle Produktionsschritte reibungslos und ressourcenschonend, er sorgt auch dafür, dass alle Mitarbeitenden effizient arbeiten. Ein Fertigungsleiter sorgt also dafür, dass ein Betrieb störungsfrei und wirtschaftlich produzieren kann. Im Folgenden erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den Beruf des Fertigungsleiters.

Fertigungsleiter: Kurzüberblick und Key Facts

Ein Fertigungsleiter ist eine anspruchsvolle und vor allem vielschichtige Führungsposition, die Berufserfahrung und eine entsprechende Ausbildung verlangt. Was ein Fertigungsleiter genau ist, welche Anforderungen er erfüllen muss und wie hoch das Gehalt dabei ausfällt, beantwortet dieser Überblick.

Was macht ein Fertigungsleiter?

Ein Fertigungsleiter, oft auch Produktionsleiter oder Head of Production genannt, organisiert, überwacht und steuert sämtliche Produktionsprozesse in einem produzierenden Unternehmen. Dabei ist es unabdingbar, dass Fristen und das veranschlagte Budget eingehalten werden. Das garantieren Produktionsdaten, die verfahrenstechnische Konzepte festlegen, Roh- und Hilfsstoffe disponieren sowie dabei helfen, die Prozesse zu prüfen und zu optimieren.

Diese Daten richtig zu deuten, passende bzw. korrigierende Maßnahmen einzuleiten und darüber Berichte an die Geschäftsführung bzw. den CEO weiterzuleiten, obliegt dem Fertigungsleiter. Darüber hinaus gehören unter anderem …

  • Planung der Durchlaufzeiten und Überwachung der Leistungsdaten
  • die Sicherung und Ausschöpfung der Personalressourcen,
  • die Koordination der Arbeitsvorbereitung
  • die Steuerung der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen wie der Entwicklungsabteilung, dem Produktmanagement oder der Logistik

… ebenfalls zu den Aufgaben eines Fertigungsleiters. Doch welche konkreten Fähigkeiten braucht es für diese besondere Form des Team Leads?

Was muss ein Fertigungsleiter können?

Als Fertigungsleiter sollte man umfassende Qualifikationen in Form von Hard- und Softskills mitbringen und über mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Produktion verfügen. Es braucht fundiertes Know-how zu allen Gliedern einer Produktionskette, zur Fertigungstechnik, Kostenkalkulation und zum Arbeits- und Umweltschutz.

Je nach Branche braucht ein Fertigungsleiter das nötige Wissen zu den im Betrieb hergestellten Produkten. Führungskompetenz, Mitarbeitermotivation und die Förderung der eigenen Mitarbeitenden sind als Fertigungsleiter unabdingbar.

Die meisten Unternehmen, die einen Fertigungsleiter einstellen, setzen ein ingenieurwissenschaftliches Studium oder eine gewerblich-technische Berufsausbildung (ggf. mit Meisterabschluss) voraus. Weiterbildungen in den Bereichen Personal- und Prozessmanagement sind von Vorteil, um als Fertigungsleiter erfolgreich zu sein. Zudem braucht ein Fertigungsleiter:

  • Organisationstalent,
  • Stressresistenz,
  • Durchsetzungsvermögen,
  • ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten,
  • Wissen um Produktionsplanung, -budgetierung und -steuerung

Was verdient man als Fertigungsleiter?

Je nach Branche, Unternehmensgröße, Verantwortungsbereich und Standort sowie der Ausbildung und der Berufserfahrung liegt das Gehalt eines Fertigungsleiters zwischen 75.000 und 110.000 Euro brutto pro Jahr, im Durchschnitt bei rund 90.000 Euro. Mit langjähriger Berufserfahrung bzw. in großen Unternehmen in der Industrie kann es darüber liegen.

Fertigungsleiter im Kurzüberblick: verantwortet Produktionsablauf und Team, Gehalt 75.000 bis 110.000 Euro, Ø 90.000 Euro.

Was macht ein Fertigungsleiter? Aufgaben & Tätigkeiten

Die Aufgabe eines Fertigungsleiters ist es, die Produktion innerhalb eines Unternehmens so zu gestalten, dass die von der Unternehmensleitung gesetzten Ziele fristgerecht und im Rahmen des veranschlagten Budgets erreicht und wenn möglich sogar übertroffen werden. Im Grunde sorgt ein Fertigungsleiter also dafür, dass alle Produktionsprozesse in einem Unternehmen wie geplant ablaufen. Im Projektalltag arbeitet die Rolle eng mit Profilen wie Werkleiter oder Qualitätsmanager zusammen.

Das umfasst sowohl das Organisieren, Analysieren und Steuern von Produktionsprozessen selbst als auch das Planen bzw. Automatisieren von ganzen Fertigungsanlagen. Zusätzlich sind Fertigungsleiter dafür verantwortlich, dass die personellen Ressourcen in Form der Mitarbeitenden gesichert, koordiniert und ausgeschöpft werden. Er ist zudem dazu verpflichtet, stets den Arbeitsschutz und diverse Umweltschutzauflagen in seine Planungen miteinzubeziehen.

Als Fertigungsleiter hat man auch die Verantwortung für die Koordination der Arbeitsvorbereitung und die Steuerung der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen, wie dem Produktmanagement oder der Logistik. All diese Aspekte müssen zu guter Letzt auch evaluiert und der Geschäftsführung regelmäßig in Form eines Berichtes dargelegt werden, was ebenfalls ins Tätigkeitsfeld eines Fertigungsleiters fällt.

Die Aufgaben des Fertigungsleiters im Detail:

  • Planung der Durchlaufzeiten und Festlegung der Wochenpläne
  • Überwachung der Leistungsdaten und bei Abweichungen Korrekturmaßnahmen einleiten
  • Sicherstellung der Produktionsziele hinsichtlich Produktivität, Qualität, Kosten und Zeit zur Erfüllung der Lieferverpflichtungen
  • Maßnahmen zur Produktions- und Qualitätsverbesserungen vorschlagen und umsetzen
  • Kooperative Zusammenarbeit mit angrenzenden Fachabteilungen Logistik, Qualitätsmanagement und Instandhaltung
  • Kontrolle und Durchsetzung des Arbeitsschutzes auf Grundlage der aktuellen Gefährdungsbeurteilungen und gesetzlichen Regelungen
  • Mitarbeit bei Investitions- und Budgetplanungen
  • Motivierende und wertschätzende Mitarbeiterführung
  • Fachliche und persönliche Weiterentwicklung der unterstellten Mitarbeitenden
Fertigungsleiter: Aufgaben im Überblick

Wie viel verdient ein Fertigungsleiter?

Die Höhe des Gehalts hängt natürlich von der Branche, dem Verantwortungsumfang, der Unternehmensgröße, dem Standort und der Berufserfahrung ab und ist breitgefächert. Abhängig von Ausbildung und Berufserfahrung sind Fertigungsleiter jedoch immer erfahrene Fachkräfte in einer Führungsposition und mit Budget- und Personalverantwortung.

Fertigungsleiter verdienen in der Regel zwischen 75.000 und 110.000 Euro brutto im Jahr, im Durchschnitt rund 90.000 Euro. In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (IG-Metall-Tarif) liegt der Einstieg in die Position am unteren Rand dieser Spanne.

Bei großen Industriebetrieben kann das Jahresbruttogehalt um einiges höher ausfallen und über 110.000 Euro liegen, bei Spitzenkräften mit weitreichender Verantwortung sogar deutlich darüber. Zudem sind auch Gewinnbeteiligungen und Vorkaufsrechte für Anteilsscheine keine Seltenheit und können zusätzlich zum Gehalt verhandelt werden.

Aus der TechMinds-Praxis: Menschen, Anlagen und Daten führen. Leiter Fertigung Metall in einer inhabergeführten Industriegruppe. Head of Production mit Fertigungspartnern in Asien. Leitung der Verpackungs- und Produktionstechnik in der Pharma. In keinem dieser drei Mandate ging es nur um Schichten und Kennzahlen. Automatisierung und Anlagentechnik gehören heute dazu. Wie viel Führung, wie viel Technik, wie viel Steuerung über Kennzahlen: Diese Aufteilung entscheidet über den Kandidatenkreis.

Fertigungsleiter-Gehalt: 75.000 bis 110.000 Euro brutto im Jahr, Ø 90.000 Euro, große Industriebetriebe darüber.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Head of im Fachbereich Produktion & Technik. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 148 Tech-Rollen vergleichen.

Anforderungen an den Fertigungsleiter

Ein Fertigungsleiter muss über zahlreiche Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen. Welche das sind und welche Ausbildung zudem gefordert wird, zeigt dieser Abschnitt.

Ausbildung, Erfahrung und Skills

Eine akademische Ausbildung ist für den Beruf des Fertigungsleiters nicht zwingend erforderlich, ist aber in jedem Fall von Vorteil. Denn Bewerber mit Hochschulausbildung in technischen Bereichen und Ingenieurfächern wie z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik oder Verfahrenstechnik, steigen meist direkt über einen operativen Job in der Produktionsleitung ein und können in Folge den Posten als Fertigungsleiter übernehmen. Oftmals bildet die Ausbildung zum Meister oder Techniker jedoch bereits die geeignete Grundlage.

Manche erreichen die Position des Fertigungsleiters nach langjähriger Erfahrung im Unternehmen, anfangs als Produktionsarbeiter oder -techniker, dann als Abteilungsleiter, Anlagenleiter, Schichtführer oder in einer anderen Führungsposition.

Hard und Soft Skills

Grundlegende Fähigkeiten, die ein Fertigungsleiter mitbringen muss, sind technisches Verständnis der jeweiligen Fertigungsbranche und die Fähigkeit, Produktionsdaten umfassend zu verstehen und zu kontextualisieren. Grundsätzlich sollte die zunehmende Digitalisierung in diesem Berufsfeld keine Hürde darstellen.

Folgende Skills eines Produktionsleiters sollten erfüllt sein:

  • Sie haben ein erfolgreich abgeschlossenes technisches Hochschulstudium oder eine abgeschlossene Weiterbildung zum Meister oder Techniker
  • Mehrjährige Berufs- und Führungserfahrung in einer relevanten Industrie (ggf. im Mehrschichtbetrieb)
  • Kenntnisse in Lean-Management, 5S-Methode, Kanban und Heijunka
  • Gute ERP-, MES-, PPS- und MS-Office-Kenntnisse
  • Wirtschaftliches und analytisches Denken und Handeln, sowie einen ausgeprägten Qualitätsanspruch
  • Kenntnisse im Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Führungsstarke Persönlichkeit mit Kommunikationsstärke und Durchsetzungsvermögen
  • Eine strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise mit Hands-on-Mentalität mit guten organisatorischen Fähigkeiten
  • Ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit

KI in der Fertigung: Was sich für Fertigungsleiter ändert

KI ist auf dem Shopfloor angekommen. Kamerabasierte Systeme prüfen Qualität direkt in der Linie, lernende Verfahren erkennen an Maschinendaten früh, wann eine Anlage gewartet werden muss (Predictive Maintenance), und KI-gestützte Feinplanung reagiert schneller auf Störungen, Eilaufträge und Materialengpässe als manuelle Wochenpläne.

Für den Fertigungsleiter verschiebt sich damit der Schwerpunkt: Die Daten aus ERP- und MES-Systemen, die er ohnehin verantwortet, werden zur Grundlage automatisierter Empfehlungen, die er bewerten und in Entscheidungen übersetzen muss. Zugleich bleibt er derjenige, der sein Team durch die Veränderung führt, von der Qualifizierung an neuen Systemen bis zur Akzeptanz auf der Fläche.

Gefragt sind deshalb Fertigungsleiter, die Lean-Methoden und Führungsstärke mit einem sicheren Umgang mit Produktionsdaten und KI-gestützten Werkzeugen verbinden. Dieses Profil gehört in der Industrie zu den am schwersten zu besetzenden.

Wie wird man Fertigungsleiter?

Fertigungsleiter kann man nach Abschluss einer Ausbildung mit Weiterbildung zum Meister oder nach einem Studienabschluss in einer technischen Richtung, wie zum Beispiel in der Industrie, im Handwerk oder im Gewerbe werden. Mit Hilfe von Berufserfahrung in der Produktion und Führungserfahrung beispielsweise als Team- oder Gruppenleiter und diversen Aufstiegsweiterbildungen (Fachwirt, Techniker oder Meister) ist man dann für die Position des Fertigungsleiters geeignet. Relevante Berufspraxis und Führungserfahrung gelten dabei als wichtigste Voraussetzungen.

Anforderungen an Fertigungsleiter: Produktionserfahrung, Führungskompetenz, Produktionsplanung, Qualitäts-Know-how.

Fertigungsleiter vs. Produktionsleiter: Unterschied

Die Bezeichnungen Produktionsleiter und Fertigungsleiter werden zwar synonym verwendet, bei genauerer Betrachtung ist jedoch ein Unterschied festzustellen. Denn der Begriff Fertigung bezieht sich im Grunde auf die Herstellung von Gütern und die Energieerzeugung, während Produktion auch die Dienstleistungserstellung umfasst. Zum Beispiel also auch die Schaffung kultureller Güter im Rahmen von Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen. Somit ist der Produktionsbegriff etwas weiter gefasst.

Grob lässt sich sagen, dass sich jeder Fertigungsleiter Produktionsleiter nennen kann, sich aber nicht jeder Produktionsleiter als Fertigungsleiter bezeichnen kann.

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TechMinds besetzt Führungspositionen in Fertigung und Produktion über die Direktansprache. Für Fertigungsleiter-Positionen zählt in der Vorauswahl neben der Führungserfahrung vor allem, ob jemand die Fertigungsart Ihres Hauses kennt: Serienfertigung, Einzelfertigung und Prozessindustrie verlangen unterschiedliche Profile. Für die Direktansprache greifen unsere Personalberater auf eine eigene Datenbank mit mehr als 100.000 Kandidaten und spezialisierte Kandidaten-Pools in den Business-Plattformen der DACH-Region zurück. Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich individuell beraten. Den passenden Suchpartner dafür finden Sie im Bereich Headhunter für die Produktion.

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