Das Wichtigste in Kürze

  • Kern: Der Head of R&D leitet Forschung und Entwicklung und entscheidet, welche Produktideen weiterlaufen.
  • Gehalt: I.d.R. 100.000 bis 150.000 Euro, im Durchschnitt rund 125.000.
  • Spitze: Große Unternehmen und spezialisierte Branchen zahlen bis 180.000.

Der Head of R&D, auf Deutsch Leiter Forschung und Entwicklung, leitet nicht nur die Abteilung, sondern muss auch entscheiden, welche Produktideen weiterverfolgt werden und welche nicht. Dafür braucht er ein tiefes technisches Verständnis und Erfahrung in der Forschung. Genauso wichtig ist die strategische Weitsicht, denn er sollte erkennen, welche Entwicklungen in seiner Industrie auf das Unternehmen zukommen, und darauf rechtzeitig reagieren.

Aufgaben, Qualifikationen und Gehalt dieser Position im Überblick.

Head of R&D: Beschreibung & Key Facts

Je nach Unternehmen heißt die Position auch Leiter F&E, Director R&D oder R&D Manager. R&D ist die Abkürzung für Research and Development und hat im Deutschen die Bedeutung Forschung und Entwicklung.

Was macht ein Head of R&D?

Ein Head of R&D leitet die Forschungs- und Entwicklungsabteilung und entscheidet, welche Innovationsprojekte gestartet, weitergeführt oder gestoppt werden. Er verantwortet die Planung und Umsetzung dieser Projekte, überwacht die Forschungsaktivitäten und führt das Team. Weil er dabei eng mit Produktmanagement, Fertigung und Vertrieb zusammenarbeitet, sorgt er dafür, dass neue Produkte oder Services zum Bedarf der Kunden passen.

Welche Fähigkeiten muss ein Head of R&D haben?

Ein Head of R&D braucht eine solide technische Basis, er muss strategisch planen können, und er sollte sein Team führen und weiterentwickeln können. Dazu kommen Marktkenntnisse, ohne die sich schwer beurteilen lässt, ob eine neue Technologie später gebraucht wird, und die Fähigkeit, über Fachgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

Wie viel verdient ein Head of R&D?

Das Gehalt eines Head of R&D liegt in der Regel zwischen 100.000 und 150.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt bei rund 125.000 Euro. In großen Unternehmen und in spezialisierten Branchen kann es bis zu 180.000 Euro erreichen.

Head of R&D im Kurzüberblick: führt Forschung und Entwicklung, Gehalt 100.000 bis 150.000 Euro, Ø 125.000 Euro.

Was macht ein Head of R&D: Aufgaben

Der Zuschnitt hängt von der Größe der Abteilung ab. In kleinen Teams arbeitet der Head of R&D fachlich mit, in großen steuert er über Gruppen- und Projektleiter. Je nach Aufstellung des Teams übernehmen auch Rollen wie CAD Konstrukteur Teile dieser Aufgaben.

  • Strategische Planung: Aus der Unternehmensstrategie entsteht eine F&E-Roadmap mit Zielen, Meilensteinen und Ressourcen. Sie wird in der Regel jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.

  • Innovationsmanagement: Projekte, in denen neue Technologien und Methoden erprobt werden, gehen auf seine Initiative zurück. Er begleitet sie vom ersten Konzept bis zur Entscheidung, ob daraus ein Produkt wird.

  • Projektmanagement: Alle Vorhaben der Abteilung laufen über seinen Schreibtisch, mit Blick auf Budget und Termine. In größeren Häusern kommt die Abstimmung mit Produktmanagement und Fertigung dazu.

  • Teamführung und -entwicklung: Forscher, Ingenieure und technische Mitarbeitende bilden das Team, das er aufbaut und fachlich weiterbringt. In spezialisierten Feldern ist das aufwendig, weil erfahrene Leute am Markt kaum verfügbar sind.

  • Budgetverwaltung: Das Budget der Abteilung wird von ihm verteilt und überwacht, in der Regel im jährlichen Planungszyklus des Unternehmens.

  • Kooperation und Partnerschaften: Hochschulen, Institute und andere Industrieunternehmen liefern Wissen und Ressourcen, die intern fehlen. Solche Partnerschaften aufzubauen und zu pflegen, gehört fest zur Aufgabe.

  • Einhalten von Standards und Normen: Gesetzliche und ethische Vorgaben gelten auch in der Forschung. In regulierten Branchen entscheidet ihre Einhaltung darüber, ob ein Ergebnis überhaupt verwertbar ist.

  • Markt- und Wettbewerbsanalyse: Er beobachtet regelmäßig, woran der Wettbewerb arbeitet und welche Verfahren sich durchsetzen, damit die eigenen Vorhaben zum Bedarf passen.

  • Intellectual Property Management: Patentanmeldungen und der Schutz eigener Entwicklungen liegen ebenfalls bei ihm, abgestimmt mit der Rechtsabteilung oder externen Patentanwälten.

  • Technologietransfer: Aus einem Forschungsergebnis wird nicht von allein ein Produkt. Er begleitet den Weg bis zur Produktionsreife und vermittelt dabei zwischen Entwicklung und Fertigung.

Sieben Kernaufgaben des Head of R&D: Strategie, Innovation, Projekte, Teamführung, Kooperationen, IP, Transfer.

Aus der TechMinds-Praxis: Ein globaler Automobilzulieferer suchte einen R&D Manager Europa mit Verantwortung für 25 Mitarbeitende in einer internationalen Matrix. Zu den Aufgaben gehörten Technologie-Roadmaps, Kontakte zu Kunden und Hochschulen, die Akquise von Forschungsprojekten und die Entwicklung des Teams. In diesem Mandat wurde die Rolle an eingeworbenen Projekten gemessen, Patente standen nicht im Zielbild. Der Akquiseanteil gehörte deshalb in die Ausschreibung.

Was muss ein Head of R&D können? Ausbildung & Qualifikationen

Im Kern geht es um fachliche Tiefe, um Führungserfahrung und um die Fähigkeit, ein Portfolio zu priorisieren. Im Einzelnen erwarten Arbeitgeber Folgendes:

  • Akademische Ausbildung: In der Regel wird ein weiterführender Abschluss in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach vorausgesetzt, häufig ein Master, in forschungsnahen Bereichen auch eine Promotion.

  • Berufserfahrung in Forschung und Entwicklung: Mehrere Jahre im Bereich werden erwartet, idealerweise bereits mit Führungsverantwortung. Wer komplexe Forschungsprojekte überwacht, Ergebnisse ausgewertet und daraus Empfehlungen abgeleitet hat, bringt das mit.

  • Führungsqualitäten: Das Team besteht aus Spezialisten, also beispielsweise aus Chemieingenieuren, Maschinenbauingenieuren und Softwareingenieuren, die in ihren Fachgebieten oft mehr wissen als ihre Führungskraft. Er muss deshalb vor allem Ziele und Prioritäten klären und die Arbeit so verteilen, dass die Spezialisten sie fachlich eigenständig ausführen können.

  • Branchenkenntnisse: Ein Head of R&D sollte die Technologiezyklen und die Zulassungsregeln seiner Branche kennen, also z.B. wie lange ein neues Verfahren in der Medizintechnik bis zur Freigabe braucht oder welche Normen in der Automobilindustrie über die Serienreife entscheiden. Ohne dieses Wissen lässt sich eine Roadmap nicht realistisch planen.

  • Kommunikationsfähigkeiten: Komplexe Konzepte müssen verständlich ankommen, intern wie bei Partnern und Kunden. Das gilt besonders gegenüber der Geschäftsführung, die über Budgets entscheidet, ohne jedes Detail zu kennen.

  • Strategisches Denken: Er muss abwägen, welche Vorhaben das Unternehmen selbst entwickelt, welche es einkauft und welche es mit einem Partner angeht, und wie viel Kapazität in die kurzfristige Produktentwicklung fließt und wie viel in Forschung, die erst in Jahren Ertrag bringt.

  • Innovationsgeist: Ausprobieren muss erlaubt sein, auch mit dem Risiko, dass ein Versuch scheitert. Wie viel davon ein Unternehmen zulässt, legt die Leitung fest.

Anforderungen an einen Head of R&D: F&E-Track-Record, Team-Führungspraxis, Branchenkenntnisse, strategisches Denken.

Head of R&D Gehalt

Innerhalb der Spanne von 100.000 bis 150.000 Euro hängt das Gehalt unter anderem von der Branche, der Unternehmensgröße und dem Umfang der Führungsverantwortung ab, wobei die Teamgröße der am leichtesten messbare Faktor ist. In Pharma, Halbleitern oder Spezialchemie, wo Patente und neue Produkte direkt auf den Umsatz einzahlen, liegen die Pakete am oberen Ende und werden häufig um eine Erfolgsbeteiligung ergänzt.

Zum Vergleich mit benachbarten Positionen: Ein Entwicklungsleiter liegt nach unseren Jobprofilen ebenfalls bei rund 100.000 bis 150.000 Euro, ein CTO im Durchschnitt bei rund 180.000 Euro inklusive der üblichen variablen Vergütung.

Head-of-R&D-Gehalt: 100.000 bis 150.000 Euro brutto im Jahr, Ø 125.000 Euro, spezialisierte Branchen bis 180.000 Euro.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Head of im Fachbereich Engineering. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 162 Tech-Rollen vergleichen.

Wie wird man Head of R&D?

Einen einheitlichen Weg in die R&D-Leitung gibt es nicht. Häufig führt er über eine Projekt- oder Gruppenleitung, in wissenschaftsnahen Branchen eher über eine Promotion und die Verantwortung für ein spezialisiertes Forschungsfeld.

Studium und erste Jahre in der Forschung

Am Anfang steht ein weiterführender Abschluss in einem passenden Fach, also z.B. im Ingenieurwesen, in der Chemie, in der Biotechnologie oder in der Physik, in forschungsnahen Branchen ergänzt um eine Promotion. Die ersten Jahre verbringen die meisten als Entwicklungs- oder Versuchsingenieur, als Projektingenieur oder in einer Forschungsgruppe. Dort entsteht die fachliche Tiefe, auf die später alles aufbaut.

Der Schritt in die Führung

Führung beginnt in der Regel mit der Leitung eines Forschungsprojekts oder einer Gruppe. Spätestens hier zeigt sich, ob jemand über fachliche Ergebnisse hinaus Prioritäten setzen und Budgets vertreten kann. Kaufmännisch muss die Rolle ebenfalls tragen: Projektmanagement, Budgetierung und strategische Planung lernen die meisten in dieser Phase, wer sie dort nicht mitbekommt, holt sie über eine Weiterbildung nach.

Fachliches Profil und Netzwerk

In forschungsnahen Branchen zählt die Nähe zur Wissenschaft. Wer die aktuellen Veröffentlichungen seines Gebiets verfolgt und Kontakte zu Instituten, Hochschulen und anderen R&D-Leitern pflegt, erkennt früher, welche Verfahren den eigenen Bereich betreffen, und findet leichter Partner und Kandidaten. Sichtbar wird ein Profil über Publikationen, Patente oder die Entwicklung einer neuen Technologie; für die Leitung zählt am Ende, ob sich dieses Fachgebiet in ein Portfolio einordnen lässt.

KI in Forschung und Entwicklung: Was sich für den Head of R&D ändert

KI kann einzelne Schritte im Forschungsprozess beschleunigen. Modelle fassen den Stand der Literatur zusammen, sie erzeugen Hypothesen, und sie ersetzen einen Teil der Labor- und Testschleifen durch Simulationen, von der Materialforschung bis zum generativen Design im Engineering. Wie viel davon im eigenen Haus ankommt, hängt von den Daten und vom Team ab.

Auf der Portfolio-Ebene muss ein Head of R&D entscheiden, welche KI-Vorhaben in sein Programm gehören und ob die vorhandenen Daten dafür ausreichen. Das ist selten trivial, weil Forschungsdaten oft verstreut und uneinheitlich dokumentiert sind. Dazu kommen Fragen der Governance, also z.B. der Umgang mit Schutzrechten, wenn Ergebnisse KI-gestützt entstehen, und die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben in sensiblen Branchen.

Auch im Team verändert sich das Kompetenzprofil. Neben der klassischen Forschungsexpertise gewinnen Datenkompetenz und die Bewertung von Modellergebnissen an Gewicht. Ein Head of R&D sollte deshalb wissen, wie sein Team KI-Ergebnisse prüft, bevor sie in Entscheidungen einfließen.

Ihr Headhunter für Head of R&D

Sie suchen eine erfahrene Führungskraft für Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung? In der Vorauswahl zählt neben der fachlichen Tiefe vor allem, ob jemand ein Forschungsportfolio priorisieren kann. Eine der schwierigsten Entscheidungen in dieser Position ist es, ein Projekt zu beenden, in das bereits investiert wurde. In den Qualifikationsgesprächen fragen wir deshalb nach konkreten Beispielen dafür, und wir prüfen sie in Referenzgesprächen. Erste Kandidaten präsentieren wir in der Regel innerhalb von 30 Tagen. Mehr zur Suche nach dieser Rolle: Headhunter Forschung & Entwicklung.

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