Das Wichtigste in Kürze
Der Head of R&D, auf Deutsch Leiter Forschung und Entwicklung, leitet nicht nur die Abteilung, sondern muss auch entscheiden, welche Produktideen weiterverfolgt werden und welche nicht. Dafür braucht er ein tiefes technisches Verständnis und Erfahrung in der Forschung. Genauso wichtig ist die strategische Weitsicht, denn er sollte erkennen, welche Entwicklungen in seiner Industrie auf das Unternehmen zukommen, und darauf rechtzeitig reagieren.
Aufgaben, Qualifikationen und Gehalt dieser Position im Überblick.
Head of R&D: Beschreibung & Key Facts
Je nach Unternehmen heißt die Position auch Leiter F&E, Director R&D oder R&D Manager. R&D ist die Abkürzung für Research and Development und hat im Deutschen die Bedeutung Forschung und Entwicklung.
Was macht ein Head of R&D?
Ein Head of R&D leitet die Forschungs- und Entwicklungsabteilung und entscheidet, welche Innovationsprojekte gestartet, weitergeführt oder gestoppt werden. Er verantwortet die Planung und Umsetzung dieser Projekte, überwacht die Forschungsaktivitäten und führt das Team. Weil er dabei eng mit Produktmanagement, Fertigung und Vertrieb zusammenarbeitet, sorgt er dafür, dass neue Produkte oder Services zum Bedarf der Kunden passen.
Welche Fähigkeiten muss ein Head of R&D haben?
Ein Head of R&D braucht eine solide technische Basis, er muss strategisch planen können, und er sollte sein Team führen und weiterentwickeln können. Dazu kommen Marktkenntnisse, ohne die sich schwer beurteilen lässt, ob eine neue Technologie später gebraucht wird, und die Fähigkeit, über Fachgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten.
Wie viel verdient ein Head of R&D?
Das Gehalt eines Head of R&D liegt in der Regel zwischen 100.000 und 150.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt bei rund 125.000 Euro. In großen Unternehmen und in spezialisierten Branchen kann es bis zu 180.000 Euro erreichen.

Was macht ein Head of R&D: Aufgaben
Der Zuschnitt hängt von der Größe der Abteilung ab. In kleinen Teams arbeitet der Head of R&D fachlich mit, in großen steuert er über Gruppen- und Projektleiter. Je nach Aufstellung des Teams übernehmen auch Rollen wie CAD Konstrukteur Teile dieser Aufgaben.

Was muss ein Head of R&D können? Ausbildung & Qualifikationen
Im Kern geht es um fachliche Tiefe, um Führungserfahrung und um die Fähigkeit, ein Portfolio zu priorisieren. Im Einzelnen erwarten Arbeitgeber Folgendes:

Head of R&D Gehalt
Innerhalb der Spanne von 100.000 bis 150.000 Euro hängt das Gehalt unter anderem von der Branche, der Unternehmensgröße und dem Umfang der Führungsverantwortung ab, wobei die Teamgröße der am leichtesten messbare Faktor ist. In Pharma, Halbleitern oder Spezialchemie, wo Patente und neue Produkte direkt auf den Umsatz einzahlen, liegen die Pakete am oberen Ende und werden häufig um eine Erfolgsbeteiligung ergänzt.
Zum Vergleich mit benachbarten Positionen: Ein Entwicklungsleiter liegt nach unseren Jobprofilen ebenfalls bei rund 100.000 bis 150.000 Euro, ein CTO im Durchschnitt bei rund 180.000 Euro inklusive der üblichen variablen Vergütung.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Head of im Fachbereich Engineering. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 162 Tech-Rollen vergleichen.
Wie wird man Head of R&D?
Einen einheitlichen Weg in die R&D-Leitung gibt es nicht. Häufig führt er über eine Projekt- oder Gruppenleitung, in wissenschaftsnahen Branchen eher über eine Promotion und die Verantwortung für ein spezialisiertes Forschungsfeld.
Studium und erste Jahre in der Forschung
Am Anfang steht ein weiterführender Abschluss in einem passenden Fach, also z.B. im Ingenieurwesen, in der Chemie, in der Biotechnologie oder in der Physik, in forschungsnahen Branchen ergänzt um eine Promotion. Die ersten Jahre verbringen die meisten als Entwicklungs- oder Versuchsingenieur, als Projektingenieur oder in einer Forschungsgruppe. Dort entsteht die fachliche Tiefe, auf die später alles aufbaut.
Der Schritt in die Führung
Führung beginnt in der Regel mit der Leitung eines Forschungsprojekts oder einer Gruppe. Spätestens hier zeigt sich, ob jemand über fachliche Ergebnisse hinaus Prioritäten setzen und Budgets vertreten kann. Kaufmännisch muss die Rolle ebenfalls tragen: Projektmanagement, Budgetierung und strategische Planung lernen die meisten in dieser Phase, wer sie dort nicht mitbekommt, holt sie über eine Weiterbildung nach.
Fachliches Profil und Netzwerk
In forschungsnahen Branchen zählt die Nähe zur Wissenschaft. Wer die aktuellen Veröffentlichungen seines Gebiets verfolgt und Kontakte zu Instituten, Hochschulen und anderen R&D-Leitern pflegt, erkennt früher, welche Verfahren den eigenen Bereich betreffen, und findet leichter Partner und Kandidaten. Sichtbar wird ein Profil über Publikationen, Patente oder die Entwicklung einer neuen Technologie; für die Leitung zählt am Ende, ob sich dieses Fachgebiet in ein Portfolio einordnen lässt.
KI in Forschung und Entwicklung: Was sich für den Head of R&D ändert
KI kann einzelne Schritte im Forschungsprozess beschleunigen. Modelle fassen den Stand der Literatur zusammen, sie erzeugen Hypothesen, und sie ersetzen einen Teil der Labor- und Testschleifen durch Simulationen, von der Materialforschung bis zum generativen Design im Engineering. Wie viel davon im eigenen Haus ankommt, hängt von den Daten und vom Team ab.
Auf der Portfolio-Ebene muss ein Head of R&D entscheiden, welche KI-Vorhaben in sein Programm gehören und ob die vorhandenen Daten dafür ausreichen. Das ist selten trivial, weil Forschungsdaten oft verstreut und uneinheitlich dokumentiert sind. Dazu kommen Fragen der Governance, also z.B. der Umgang mit Schutzrechten, wenn Ergebnisse KI-gestützt entstehen, und die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben in sensiblen Branchen.
Auch im Team verändert sich das Kompetenzprofil. Neben der klassischen Forschungsexpertise gewinnen Datenkompetenz und die Bewertung von Modellergebnissen an Gewicht. Ein Head of R&D sollte deshalb wissen, wie sein Team KI-Ergebnisse prüft, bevor sie in Entscheidungen einfließen.
Ihr Headhunter für Head of R&D
Sie suchen eine erfahrene Führungskraft für Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung? In der Vorauswahl zählt neben der fachlichen Tiefe vor allem, ob jemand ein Forschungsportfolio priorisieren kann. Eine der schwierigsten Entscheidungen in dieser Position ist es, ein Projekt zu beenden, in das bereits investiert wurde. In den Qualifikationsgesprächen fragen wir deshalb nach konkreten Beispielen dafür, und wir prüfen sie in Referenzgesprächen. Erste Kandidaten präsentieren wir in der Regel innerhalb von 30 Tagen. Mehr zur Suche nach dieser Rolle: Headhunter Forschung & Entwicklung.
Grafiken: Die Infografiken dürfen gerne verwendet und geteilt werden. Bitte nennen Sie als Quelle diesen Beitrag oder techminds.de
