Das Wichtigste in Kürze

  • Kern: Der Funktionsentwickler entwirft technische Funktionen und bringt sie zum Laufen, oft im Fahrzeug.
  • Gehalt: Im Schnitt etwa 70.000 Euro; Einstieg um 50.000, erfahren 60.000 bis 90.000.
  • Zuhause: Automotive und Anlagenbau sind die Kernfelder der Rolle.

Ein Funktionsentwickler entwirft technische Funktionen und bringt sie zum Laufen, vom Konzept über die Umsetzung bis zur Optimierung im Fahrzeug oder an der Anlage. Zu Hause ist die Rolle in der Automobilindustrie, in der Luft- und Raumfahrt und in der Automatisierungstechnik.

Funktionsentwickler: Definition & Key Facts

In Folge finden Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Key Facts des Berufes, also über die Aufgaben, die erforderlichen Qualifikationen und das Gehalt eines Funktionsentwicklers.

Was macht ein Funktionsentwickler?

Ein Funktionsentwickler ist ein Ingenieur, der sich auf die Entwicklung von Softwarefunktionen und Algorithmen spezialisiert hat. Die Arbeit des Funktionsentwicklers sorgt für das reibungslose Zusammenspiel von Hardware und Software. Seine Aufgabe besteht darin, die Anforderungen von Kunden zu verstehen und diese in technische Spezifikationen umzusetzen. Anschließend entwickelt er den Code und testet die Funktionen, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen entsprechen.

Funktionsentwickler arbeiten oft in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Elektronik- oder Telekommunikationsindustrie. Ihre Arbeit ist von großer Bedeutung, da sie sicherstellen, dass Produkte und Systeme ordnungsgemäß funktionieren und den Anforderungen der Kunden entsprechen. Der Beruf ist im Automotive-Bereich besonders verbreitet und zielt darauf ab, durch Simulationen die reibungslose Zusammenarbeit der einzelnen mechatronischen Komponenten neuer Innovationen sicherzustellen.

Was muss ein Funktionsentwickler können?

Die Basis für eine Anstellung als Funktionsentwickler bildet in der Regel ein Studium, beispielsweise in Bereichen wie Mechatronik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik oder Maschinenbau. Auch Absolventen von Studiengängen wie Wirtschaftsingenieurwesen kommen mit der passenden Berufserfahrung infrage.

Ein Funktionsentwickler braucht ein technisches Fundament in Elektrotechnik, Informatik oder Maschinenbau. Er muss verstehen, wie das Gesamtsystem arbeitet, in das seine Funktion eingebettet ist, denn eine für sich korrekte Funktion kann im Verbund mit anderen Störungen auslösen.

Dazu gehören analytisches Denken und die Bereitschaft, sich in ein neues Fachgebiet einzuarbeiten. Erfahrung mit den Entwicklungswerkzeugen der Branche wird vorausgesetzt, in der Fahrzeugentwicklung z.B. mit MATLAB und Simulink.

Wie viel verdient ein Funktionsentwickler?

Das Gehalt eines Funktionsentwicklers in Deutschland kann je nach Erfahrung, Qualifikationen, Branche, Standort und Unternehmensgröße variieren. Das Einstiegsgehalt beginnt bei rund 50.000 Euro pro Jahr. Erfahrene Funktionsentwickler können mit einem Gehalt zwischen 60.000 und 90.000 Euro brutto pro Jahr rechnen. Das Durchschnittsgehalt liegt bei etwa 70.000 Euro pro Jahr.

Funktionsentwickler im Kurzüberblick: mechatronische Funktionen bis zur Serie, mit Erfahrung 60.000 bis 90.000 Euro.

Was macht ein Funktionsentwickler? Aufgaben

Ein Funktionsentwickler ist für die Entwicklung, Optimierung und Integration von technischen Funktionen und Systemen in verschiedenen Industrien verantwortlich. Der Funktionsentwickler sorgt dafür, dass mechatronische Komponenten im Zusammenspiel das tun, was die Spezifikation vorsieht, und zwar auch in Grenzfällen. Seine Aufgaben können je nach Branche und Spezialisierung variieren, umfassen jedoch häufig folgende Tätigkeiten:

  • Anforderungsanalyse für Software und Hardware: Funktionsentwickler arbeiten mit Kunden, Produktmanagern und anderen Stakeholdern zusammen, um die Anforderungen für ein bestimmtes System oder eine bestimmte Funktion zu definieren und zu verstehen.

  • Konzeptentwicklung: Sie entwickeln Konzepte und Lösungsansätze für die gewünschten Funktionen und Systeme, indem sie technische Spezifikationen und Lastenhefte für das reibungslose Zusammenspiel von Hardware und Software erstellen sowie mögliche Lösungen evaluieren. Dazu kommen Tools wie IBM DOORS zum Einsatz.

  • Modellbildung und Simulation: Funktionsentwickler erstellen mathematische Modelle und Simulationen, um die Funktionsweise der entwickelten Funktionen oder Systeme zu analysieren und zu optimieren. Beispieltechnologien: UML, SysML, Matlab und Simulink.

  • Implementierung und Programmierung: Sie setzen die entwickelten Funktionen und Algorithmen in Software um (z.B. mittels C, C++ oder Python), indem sie geeignete Programmiersprachen und Entwicklungswerkzeuge verwenden.

  • Integration und Testen: Funktionsentwickler integrieren die entwickelten Funktionen in das Gesamtsystem und führen Tests durch, um die korrekte Funktionsweise und Leistung zu überprüfen.

  • Dokumentation und Qualitätssicherung: Sie erstellen technische Dokumentationen und stellen sicher, dass die entwickelten Funktionen und Systeme den Anforderungen und Qualitätsstandards entsprechen. In der Industrie gibt es oft strenge Vorgaben und Normen bzgl. Dokumentation und Qualitätssicherung.

  • Wartung und Optimierung: Funktionsentwickler sind für die kontinuierliche Wartung und Optimierung der implementierten Funktionen verantwortlich, um deren Leistung und Zuverlässigkeit zu verbessern.

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kommunikation: Sie arbeiten eng mit anderen Fachbereichen wie Hardware- und Systemingenieuren, UX-Designern und Projektmanagern zusammen und kommunizieren effektiv, um gemeinsame Ziele zu erreichen und Probleme zu lösen.

Sieben Kernaufgaben des Funktionsentwicklers: Anforderungen, Konzepte, Modellbildung, Implementierung, Test, Wartung.

Funktions- oder Softwareentwickler: Worin liegt der Unterschied?

Der Hauptunterschied zwischen einem Funktionsentwickler und einem Softwareentwickler liegt in ihren jeweiligen Schwerpunkten und Zuständigkeiten. Die Schnittstellen reichen dabei bis zu Rollen wie Elektroingenieur oder Hardware Entwickler.

Ein Funktionsentwickler ist auf technische Funktionen und Systeme spezialisiert, meist im Fahrzeug, in der Anlage oder im Gerät. Seine Arbeit endet nicht am Code, sondern an der Frage, ob sich die Funktion unter realen Bedingungen so verhält wie geplant.

Ein Softwareentwickler baut dagegen Anwendungen für Plattformen und Geräte. Sein Maßstab ist die Software selbst, ihre Struktur, ihre Wartbarkeit und ihr Verhalten unter Last. Beide schreiben Code, aber sie beurteilen ihr Ergebnis an unterschiedlichen Dingen.

Während sich Funktionsentwickler und Softwareentwickler in ihren Schwerpunkten unterscheiden, gibt es auch Überschneidungen in ihren Fähigkeiten und Aufgaben. Beide benötigen ein fundiertes Verständnis von Programmierung, Algorithmen und Systemen. Der Funktionsentwickler ist sozusagen ein spezialisierter, hardwarenaher Entwickler.

Was muss ein Funktionsentwickler können? Ausbildung & Qualifikationen

Ein Funktionsentwickler sollte eine solide technische Ausbildung mitbringen und benötigt mechatronisches und softwaretechnisches Know-how. Die Anforderungen können je nach Branche und Arbeitgeber variieren, jedoch sind folgende Ausbildungs- und Qualifikationsmerkmale typisch:

  • Hochschulabschluss: Ein Bachelor-, Master- oder Promotionsabschluss in einem relevanten technischen Fach, wie zum Beispiel Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik, Fahrzeugbau oder einer verwandten Disziplin, ist oft erforderlich. In einigen Fällen kann auch ein Abschluss in Informatik, Physik, Mathematik oder einer anderen naturwissenschaftlichen Disziplin angemessen sein, solange ausreichende Kenntnisse in den relevanten technischen Bereichen vorhanden sind.

  • Requirements Engineering: Ein Funktionsentwickler sollte in der Lage sein, Anforderungen aufzunehmen und in technische Spezifikationen und Workflows zu übersetzen, bspw. mit dem Tool DOORS.

  • Modellbildung und Simulation: Funktionen werden als mathematisches Modell beschrieben und simuliert, bevor sie auf ein Steuergerät kommen. Üblich sind dafür MATLAB und Simulink.

  • Architektur und Programmierung: Erwartet werden Kenntnisse der Systemarchitektur und mindestens eine Programmiersprache, meistens C oder C++. Dazu kommt der Umgang mit den branchenüblichen Werkzeugketten.

  • Branchenwissen: Je nach Einsatzgebiet ist Fachwissen nötig, in der Automobilindustrie etwa zu Bussystemen und zur funktionalen Sicherheit, in der Luftfahrt zu den dortigen Zulassungsanforderungen.

  • Systemkenntnisse: Systemtheorie, Regelungstechnik und Signalverarbeitung gehören zum Handwerk. Ohne sie lässt sich nicht beurteilen, warum eine Regelung im Fahrzeug anders reagiert als im Modell.

  • Soft Skills: Die Arbeit läuft im Team und über Fachgrenzen hinweg. Wer seine Annahmen erklären kann, findet einen Fehler im Zusammenspiel schneller als jemand, der nur seine eigene Funktion prüft.

  • Weiterbildung: Technologien und Normen ändern sich, in der Fahrzeugentwicklung derzeit besonders schnell. Wer nicht nachzieht, arbeitet nach einigen Jahren an einer Architektur, die es so nicht mehr gibt.

Je nach Einstiegslevel kann auch eine Berufsausbildung oder eine Kombination aus Berufserfahrung und Weiterbildung ausreichen, um als Funktionsentwickler zu arbeiten, insbesondere wenn der Kandidat über umfangreiche praktische Erfahrungen und Fachkenntnisse verfügt.

Aus der TechMinds-Praxis: Physik verstehen, nicht nur Simulink bedienen. Ein Unternehmen für die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen suchte einen Funktionsentwickler. Die Werkzeuge waren MATLAB, Simulink und Stateflow, dazu MiL- und SiL-Tests und die ISO 26262. Die Funktionen laufen über mehrere Serienprojekte, Anforderungen leitet die Rolle teils selbst ab. Im Gespräch zeigt sich nach wenigen Minuten, wer die Physik hinter der Regelung verstanden hat. Diese Kandidaten sind wertvoller als reine Werkzeugbediener. Nennen Sie die Funktionsdomänen, nicht nur die Toolkette.

Funktionsentwickler: Anforderungen und Qualifikationen im Überblick

Wie viel verdient ein Funktionsentwickler? Gehalt

Innerhalb der Spanne von 50.000 bis 90.000 Euro entscheidet vor allem die Branche: In der Automobilentwicklung und bei Zulieferern liegen die Gehälter höher als im allgemeinen Maschinenbau, weil dort Normen wie ISO 26262 und entsprechende Nachweispflichten hinzukommen.

Funktionsentwickler: Gehalt nach Berufserfahrung und Verantwortung

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Senior Professional im Fachbereich Softwareentwicklung. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 147 Tech-Rollen vergleichen.

KI in der Funktionsentwicklung: Was sich für Funktionsentwickler ändert

In modernen Fahrzeugen und Maschinen entsteht eine neue Funktionsklasse: Neben klassischen Regelungen und Zustandsautomaten übernehmen zunehmend trainierte Modelle Aufgaben wie Umfeldwahrnehmung oder Fahrerassistenz. Funktionsentwickler integrieren diese datengetriebenen Komponenten in ihre Systemarchitekturen und müssen deren Verhalten genauso beherrschen wie das klassisch programmierter Funktionen.

Das verändert vor allem die Absicherung: Wo sich eine Regelung analytisch nachweisen lässt, verlangen ML-basierte Funktionen umfangreiche Tests mit repräsentativen Daten und eine intensive virtuelle Absicherung in der Simulation. Modellbildung und Testkompetenz, ohnehin Kernfähigkeiten des Berufs, gewinnen dadurch weiter an Gewicht. Zugleich beschleunigen KI-Assistenten die eigene Arbeit, etwa beim Erstellen von Modellen, Testfällen und Dokumentation.

Gefragt sind deshalb Funktionsentwickler, die Regelungstechnik und Systems Engineering mit Grundlagen des maschinellen Lernens verbinden. Gerade im Automotive-Umfeld gehört dieses Profil zu den am stärksten nachgefragten Ingenieurrollen.

Wie bekommt man Funktionsentwickler-Jobs?

Um einen Job als Funktionsentwickler zu finden und sich erfolgreich zu bewerben, sollten Sie die folgenden Schritte beachten:

Studium und Programmierkenntnisse

Erwerben Sie einen Studienabschluss in einem relevanten Bereich wie Informatik, Elektrotechnik, Mechatronik, Fahrzeugtechnik, Maschinenbau oder einem verwandten Ingenieurstudiengang. Ein Master-Abschluss oder eine Promotion kann Ihnen helfen, sich von anderen Kandidaten abzuheben. Beherrschen Sie die für die Funktionsentwicklung relevanten Programmiersprachen wie C, C++, Python oder MATLAB.

Fachkenntnisse und Berufserfahrung

Eignen Sie sich Fachwissen in den relevanten Bereichen der Funktionsentwicklung, wie z.B. Regelungstechnik, Signalverarbeitung, Embedded Systems, Kommunikationsprotokolle und Echtzeitbetriebssysteme an. Je nach Einstiegslevel kann Berufserfahrung in relevanten Bereichen für eine Position als Funktionsentwickler unerlässlich sein.

Weiterbildung

Gefragt ist derzeit vor allem Erfahrung mit datengetriebenen Funktionen: Wer weiß, wie ein trainiertes Modell in eine sicherheitsrelevante Regelung eingebettet und abgesichert wird, deckt eine Lücke ab, die viele Entwicklungsabteilungen gerade haben.

Ihr Headhunter für Funktionsentwickler

Funktionsentwickler sind in der Fahrzeug- und Maschinenentwicklung schwer zu ersetzen, weil sie Regelungstechnik, Software und Systemverständnis in einer Person verbinden. Suchen Sie einen geeigneten Kandidaten für diese verantwortungsvolle Position? Als Headhunter für Elektrotechnik und Personalberatung für Entwickler mit einem weitreichenden Netzwerk unterstützen wir Sie gerne bei der Suche. Wie treffsicher unsere Vorauswahl ist, zeigt eine Zahl: 78 % der vorgestellten Kandidaten werden von unseren Kunden zum Interview eingeladen. Wie TechMinds solche Positionen besetzt, zeigt der Headhunter Automotive.

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