Das Wichtigste in Kürze

  • Kern: Cloud-Strategie, Migration und Betrieb bilden das Terrain des Cloud Consultant. Von Projekt zu Projekt wechselt er, in aller Regel im Auftrag einer Beratung, eines Systemhauses oder eines Hyperscaler-Partners.

  • Gehalt: Üblich sind 65.000 bis 110.000 Euro Jahresbrutto, Mittelwert etwa 85.000 Euro. Variable Bausteine für Auslastung oder Projekterfolg kommen je nach Haus obendrauf.
  • Einordnung: Beratungsrolle am Scharnier von Technik und Business. Ohne Hyperscaler-Zertifikate und gelebte Projektpraxis bleibt die Einladung zum Gespräch meist aus. Danach führt der Weg für viele weiter in Richtung Cloud Architect.

Zehn Profile bis Jahresende, .NET und Azure. So landete die Anfrage eines internationalen IT-Beratungshauses vor einigen Wochen in unserem Postfach. Gefragt waren keine zehn Entwickler für ein einzelnes Produkt. Gefragt waren zehn Köpfe, die bei wechselnden Kunden Cloud-Umgebungen hochziehen, Workloads verlagern und nach dem Übergabetag im nächsten Projekt antreten. Das genau ist das Spielfeld eines Cloud Consultant. Der Außendienst der Cloud, könnte man sagen. Beim Kunden vor Ort, mitten im laufenden Projekt und regelmäßig im Spannungsfeld aus Fachbereich, IT und drohender Monatsrechnung. Alles Weitere, von den Aufgaben über die Anforderungen bis zum Gehalt, haben wir aus unseren Mandaten für Sie zusammengefasst.

Cloud Consultant: Definition & Key Facts

Vorab ein kurzer Blick auf die drei Fragen, die in Kundengesprächen zu dieser Rolle fast immer am Anfang stehen.

Was macht ein Cloud Consultant?

Unternehmen auf dem Weg in die Cloud werden vom Cloud Consultant beraten und bei der Umsetzung begleitet. Von der Bestandsaufnahme über die Migrationsplanung reicht sein Zuständigkeitsbereich bis zum stabilen Betrieb. Angestellt ist er dafür nur selten direkt beim Kunden. Üblicherweise sitzt sein Arbeitgeber in einer IT-Beratung, einem Systemhaus oder bei einem Partner der großen Hyperscaler AWS, Microsoft Azure und Google Cloud. In größeren Häusern entstehen zudem immer öfter eigene Inhouse-Consulting-Einheiten mit praktisch demselben Zuschnitt.

Bei Cloud Consultants prüfe ich zuerst die Projektliste, nicht die Zertifikate. Ein Zertifikat zeigt, dass jemand lernen kann. Eine Migration mit Hypercare-Phase zeigt, dass er es schon getan hat.

Florenz Klasen (Wirtsch.-Ing.), Partner & Senior HR Consultant bei TechMinds

Der Takt dieser Rolle hat mit einer klassischen Inhouse-Position wenig gemeinsam. In Projekten mit Anfang und Ende bewegt sich der Cloud Consultant, oft zwei oder drei davon parallel. Mit jedem neuen Projekt kommt eine andere Umgebung ins Bild, dazu Ansprechpartner und Altlasten, die er noch nicht kennt. Daraus entsteht eine Mischung, die man am Markt eher selten findet. Derselbe Kopf setzt eine Landing Zone eigenhändig auf. Und erläutert dem Vorstand, warum die Migration in Wellen abläuft statt an einem einzigen Wochenende durchgezogen zu werden.

Aus der TechMinds-Praxis: Jenes Beratungshaus vom Anfang bat um rund zehn Azure-Profile im Laufe eines Jahres, für Kundenprojekte quer durch den Mittelstand. Fast parallel meldete sich eine Schweizer Cloud-Collaboration-Beratung. Ihr System- und Cloud-Engineering-Team sollte Zuwachs bekommen. Die Honorarfrage schob sich schon in die erste Mail, so eilig war die Lage. Der Markt für Cloud-Profile ist doppelt leergefegt. Beratungen brauchen die Köpfe für ihre Projekte. Kundenunternehmen brauchen sie für den eigenen Plattform-Aufbau. Beide Gruppen fischen im selben kleinen Teich.

Welche Qualifikationen braucht ein Cloud Consultant?

Ein Informatikstudium hilft. Pflicht ist es nicht. Was in dieser Rolle tatsächlich den Ausschlag gibt, lässt sich erwerben und danach vorzeigen: die Zertifikate der drei Hyperscaler, zusammen mit Projekten, in denen sie wirklich zum Einsatz kamen. Viele der stärksten Profile, die durch unsere Hand gehen, stammen aus der Systemadministration oder dem DevOps-Umfeld und haben sich die Beratungsseite später angeeignet. Das ist ohnehin der härtere Teil. Einem Kunden im richtigen Augenblick zu widersprechen, lernt man in keinem Hyperscaler-Lernvideo. Einen Workshop über einen zähen Vormittag zu retten, auch nicht.

Was verdient ein Cloud Consultant?

Am Markt werden 65.000 bis 110.000 Euro Jahresbrutto bezahlt. Unsere Kandidaten liegen im Mittel bei rund 85.000 Euro. Zertifizierungen, Projektleitung und ein klarer Hyperscaler-Fokus heben die Spitze. Variable Anteile gehören im Consulting zum Standardbild. Weiter unten, im Gehaltskapitel, nehmen wir die Spanne Stufe für Stufe auseinander.

Cloud Consultant im Überblick: berät Unternehmen bei Cloud-Strategie und Migration, im Schnitt 85.000 Euro.

Cloud Consultant vs. Cloud Architect: Wo liegt der Unterschied?

Im Briefing taucht diese Frage fast reflexartig auf, oft eingeleitet durch eine kleine Entschuldigung. Nachvollziehbar ist die Verwirrung. Schließlich vergeben die Anbieter die Titel selbst kreuz und quer. Verantwortlich für das Zielbild und die Architektur einer Cloud-Umgebung ist der Cloud Architect. Meist dreht es sich dabei um die Plattform des eigenen Hauses. Seine Entscheidungen sollen über Jahre tragen. Beim Cloud Consultant läuft dieses Prinzip andersherum. Er berät viele Kunden, sammelt viele Projekte, vom Assessment bis zum Enablement der Teams. Kaum ist das eine übergeben, klopft der nächste Kunde mit ganz anderen Altlasten an.

Im Projekt greifen beide Rollen ineinander. Der Architect entwirft. Der Consultant bringt die Umsetzung zum Kunden. Draußen beim Kunden verschwimmt die Trennlinie dennoch. Starke Consultants architektieren längst mit. Wir haben auch einen Cloud Engineer vorgestellt, der sich über drei Kundenprojekte quasi unversehens in die Beratung hineingearbeitet hatte. Der Titel im Lebenslauf verrät wenig, die Projektliste dafür fast alles.

Cloud Consultant vs. Cloud Architect: der Consultant berät viele Kunden, der Architect verantwortet eine Plattform.

Was sind die Aufgaben eines Cloud Consultants?

Mit jedem Projekt verlagert sich der Schwerpunkt. Die Liste darunter hat sich in unseren Cloud-Mandaten der letzten Zeit kaum verändert:

  • Cloud-Readiness prüfen: Zuerst die Bestandsaufnahme. Anwendungen, Daten, Abhängigkeiten. Irgendwo lauert dabei immer ein Altsystem, das seit Jahren niemand mehr anfassen mag, und ausgerechnet darüber muss der Berater reden.
  • Migration planen: Reihenfolge, Methode und Risiken je Workload festklopfen, bevor jemand den Hebel umlegt. In diesen schmucklosen Tabellen fällt die Entscheidung, ob das Projekt sechs oder achtzehn Monate läuft. Im Kickoff möchte das nur niemand hören.
  • Landing Zones aufsetzen: Konten, Netzwerk, Identitäten und Guardrails einrichten. Dieses Fundament bemerkt später kaum jemand. Fehlt es dagegen, läuft der Berater monatelang hinter den Teams des Kunden her.
  • Workloads migrieren: Anwendungen umziehen, testen, stabil übergeben. Mit zur Rolle gehört die Cutover-Nacht von Samstag auf Sonntag. Kalter Kaffee inklusive, dazu ein Rollback-Plan, der im besten Fall ungenutzt bleibt.
  • Kosten optimieren: Hinter dem Schlagwort FinOps steht das: Verbrauch sichtbar machen, Reserven und Tarife steuern. Sobald die erste Monatsrechnung die alte Rechenzentrumsmiete übersteigt, sitzt der Consultant mit dem CFO am Telefon.
  • Security und Compliance: Datenresidenz, Zugriffe und Richtlinien kundenfest machen. Banken und Versicherer bringen den Auditor direkt mit an den Tisch. Und der fragt nicht nach dem Dashboard, sondern nach dem Nachweis.
  • Kundenteams befähigen: Workshops und Enablement, bis das Team allein weiterläuft. Der schönste Projektabschluss ist der Anruf, der ausbleibt, weil der Admin des Kunden das Problem inzwischen selbst gelöst hat.
Sieben Kernaufgaben des Cloud Consultants, vom Assessment über Migration und FinOps bis zum Enablement.

Anforderungen an den Cloud Consultant: Profil und Qualifikationen

In unseren Qualifikationsgesprächen entscheiden vier Punkte über die Shortlist. Der Studienabschluss gehört, entgegen einer verbreiteten Annahme vieler Bewerber, nicht dazu.

  • Hyperscaler-Zertifikate: AWS, Azure oder Google Cloud, mindestens eine Plattform auf Associate- oder Professional-Level. Fehlt das Badge im Profil, blättert die Fachabteilung erfahrungsgemäß gar nicht auf Seite zwei des Lebenslaufs.
  • Migrations-Praxis: Mindestens eine Migration eigenverantwortlich geführt. Von der Planung bis zur Übergabe. Inklusive der Dinge, die unterwegs schiefgegangen sind. Nach genau diesen Pannen fragen wir zuerst. Dort offenbart sich, ob jemand gesteuert hat oder bloß Zuschauer war.
  • Beratungskompetenz: Zuhören, strukturieren, Workshops leiten und im entscheidenden Moment auch Nein sagen, ohne dass der Kunde den Hörer auflegt. Hier scheitern in unseren Gesprächen am ehesten die fachlich starken Kandidaten.
  • Security & Compliance: Datenresidenz, Identitäten, Richtlinien. Dazu ein tragfähiges Verständnis der DSGVO. Wer dort ausweicht, verliert den Mittelständler spätestens in dem Augenblick, in dem dessen Datenschutzbeauftragter mit am Tisch sitzt.

Misstrauisch werden wir im Übrigen, wenn jemand auf die Frage nach dem schwierigsten Projekt mit einer Aufzählung von Diensten antwortet. Wer tatsächlich migriert hat, berichtet von Menschen und Pannen. Nicht von Produktnamen.

Vier Kernanforderungen an den Cloud Consultant: Zertifikate, Migrations-Praxis, Beratungskompetenz, Security und Compliance.

Wie viel verdient ein Cloud Consultant? Gehalt im Detail

Unter der Spanne von 65.000 bis 110.000 Euro versammeln sich drei recht unterschiedliche Beratertypen. Der Einsteiger mit dem ersten Hyperscaler-Zertifikat und ein, zwei Projektjahren im Rücken, oft frisch aus der Junior-Beratung oder im Quereinstieg aus der Systemadministration, startet bei rund 65.000 Euro. Der erfahrene Cloud Consultant mit eigenverantwortlich geführten Migrationen und einem Platz im Lenkungskreis des Kunden landet bei etwa 85.000. Für Senior- und Lead-Zuschnitte mit Projektleitung, mehreren Plattform-Zertifizierungen und eigener Kundenverantwortung markieren 110.000 Euro den Rahmen. Variable Anteile auf Auslastung oder Projekterfolg gehören dort praktisch zum Vertragsstandard.

Auf gleicher Höhe mit dem Cloud Engineer liegt die Rolle also, in unseren Mandaten mit 70.000 bis 100.000 Euro notiert. Eine Etage darüber sitzt der Cloud Architect mit 80.000 bis 115.000 Euro, und das ist der nächste logische Schritt für viele Consultants. „Das dritte Zertifikat hebt das Gehalt weniger als die erste Migration, die jemand verantwortet hat“, sagt Florenz Klasen. Die Gehaltsverhandlungen, in denen wir dabei sind, bestätigen das wieder und wieder.

Bleibt die Frage nach dem Arbeitgebertyp. Die großen Hyperscaler-Partner und internationalen Beratungen zahlen am oberen Rand und verlangen dafür Reisebereitschaft. Der regionale Mittelständler mit eigener Inhouse-Einheit setzt eher auf weniger Hotelnächte. Seitdem Remote-Projekte zur Normalität gehören, treten beide direkt gegeneinander an.

Cloud-Consultant-Gehalt: durchschnittlich 85.000 Euro, Spanne 65.000 bis 110.000 Euro brutto im Jahr.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Senior Professional im Fachbereich Consulting & Projekt. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 162 Tech-Rollen vergleichen.

Wie wird man Cloud Consultant?

In diese Rolle führen auffallend viele Wege. Manche kommen direkt von der Hochschule in die Junior-Beratung. Andere wechseln nach Jahren aus der Systemadministration oder dem Betrieb hinüber, mit reichlich Praxiserfahrung und einem frisch erworbenen Azure-Badge. Beide Typen stellen Beratungen ein, weil der Markt schlicht keine Auswahl mehr zulässt.

Nach drei bis fünf Jahren verzweigt sich der Pfad. Innerhalb der Beratung wird aus dem Consultant der Senior oder Lead. Zunächst führt er Projekte, dann die Kundenbeziehung, irgendwann steht die Partnerrolle im Raum, dann allerdings mit mehr Vertrieb als Terraform. Zweiter Pfad: Wechsel auf die Kundenseite. Aus dem Berater wird der Cloud Architect oder der Teamlead für die eigene Plattform. Aus dem Praxisbeispiel oben wissen wir, wie bereitwillig Kundenunternehmen diese Profile abwerben. Wer drei fremde Umgebungen hochgezogen hat, bekommt die eigene faktisch angeboten.

Wie KI die Arbeit des Cloud Consultants verändert

Coding-Assistenten liefern inzwischen brauchbares Terraform, beschleunigen Assessments und ziehen Inventuren von Umgebungen durch, die früher Wochen fraßen. Die reine Fleißarbeit der Migration schrumpft dadurch deutlich. Die Verantwortung für das, was der Assistent vorschlägt, bleibt beim Berater. Vor dem Kunden muss er sie vertreten.

Die größere Verschiebung spielt sich ohnehin auf der Nachfrageseite ab. Kaum ein Kunde will heute noch eine Cloud ohne KI-Plan. Also GPU-Kapazität, Datenplattformen für eigene Modelle, Datenresidenz in Europa. Dazu die Frage, welche Workloads dafür überhaupt dorthin dürfen. Die Beratung wird nicht geringer, sie wird schwieriger. In den Anforderungsprofilen unserer Kunden gehört der souveräne Umgang mit KI-Werkzeugen inzwischen so selbstverständlich dazu wie das erste Hyperscaler-Zertifikat.

Ihr Headhunter für Cloud Consultants

Auf Jobbörsen tauchen Cloud Consultants mit belastbarer Projektliste praktisch nie auf. Der nächste Rollout läuft bereits, und ihre Beratung hält sie entschieden im Haus. Als Expert-Search-Boutique für Tech & IT erreichen wir sie dennoch, über unser gewachsenes Netzwerk in Kombination mit diskreter Direktansprache. Jedes Profil geht im Qualifikationsgespräch durch unsere Prüfung auf Migrations-Praxis, Zertifikatslage und Beratungskompetenz. Daraus entsteht Ihre handverlesene digitale Shortlist. Erste passende Profile erhalten Sie im Durchschnitt nach 16,3 Tagen.

Soll ein ganzes Cloud-Team aufgebaut oder eine Führungsrolle wie der Head of Cloud besetzt werden, übernimmt unsere Suche für Führungskräfte ab dem ersten Briefing.

Grafiken: Die Infografiken können gerne weitergegeben und eingesetzt werden. Bitte verweisen Sie dabei als Quelle auf diesen Beitrag oder techminds.de

Überregional tätig

Headhunter im ganzen DACH-Raum

Besetzte Positionen

Verwandte Rollen, die TechMinds besetzt