Das Wichtigste in Kürze

  • Kern: Der SPS-Programmierer entwickelt die Steuerungssoftware, mit der Maschinen und Anlagen laufen, und nimmt sie in Betrieb.
  • Gehalt: 50.000 bis 85.000 Euro, im Durchschnitt rund 65.000.
  • Werkzeuge: Siemens TIA Portal als Marktstandard, daneben Beckhoff TwinCAT und CODESYS.

Ein SPS-Programmierer (englisch PLC Programmer) schreibt die Software für speicherprogrammierbare Steuerungen, also die Rechner direkt an der Maschine, die Sensoren lesen und Motoren, Ventile oder Greifer schalten. Steht sein Programm, fährt die Anlage; steht es nicht, steht alles. Dieses Jobprofil zeigt, was die Rolle verlangt und was sie zahlt.

SPS-Programmierer: Definition & Key Facts

Die wichtigsten Fragen zur Rolle, kompakt beantwortet.

Was macht ein SPS-Programmierer?

Maschinenfunktionen in Steuerungscode übersetzen, das ist die eine Hälfte des Berufs. Dazu gehören die Hardwarekonfiguration, die Programmierung von Abläufen, Verriegelungen und Sicherheitsfunktionen sowie die Bedienoberflächen, über die das Personal die Anlage fährt. Getestet wird erst am Schreibtisch, später an echtem Blech.

Die andere Hälfte spielt vor Ort. Bei der Inbetriebnahme im eigenen Werk und beim Kunden bringt der SPS-Programmierer die Anlage zum Laufen, sucht Fehler irgendwo zwischen Software, Elektrik und Mechanik und übergibt an den Betreiber.

Aus der TechMinds-Praxis: Inbetriebnahme ist das Auswahlkriterium. In unseren Mandaten aus dem Sondermaschinenbau gehört die Reisetätigkeit fast immer zum Profil; neben der Siemens-Welt taucht dort regelmäßig Beckhoff TwinCAT 3 auf, teils kombiniert mit C#. Ein Lebenslauf ohne eine einzige Inbetriebnahme fällt in diesen Mandaten schnell durch. Prüfen Sie im Gespräch, welche Anlagen der Kandidat selbst zum Laufen gebracht hat, nicht nur, welche Programme er geschrieben hat.

Welche Qualifikationen braucht ein SPS-Programmierer?

Elektroniker oder Mechatroniker, danach Techniker oder Meister, so sieht der häufigste Weg aus. Ein Studium der Elektro- oder Automatisierungstechnik führt genauso hinein. Bemerkenswert ist eher, was hier nicht gilt: In vielen IT-Rollen wirkt eine Ausbildung wie ein Umweg, bei Steuerungen ist sie der Normalfall.

Fachlich zählt zuerst die Praxis im TIA Portal, Hardwarekonfiguration und Diagnose eingeschlossen, dazu die IEC-Sprachen von Kontaktplan bis SCL. Genug Elektrotechnik, um einen Schaltplan zu lesen und eine Messung zu deuten, setzen die Häuser voraus. Reisebereitschaft sowieso, ohne sie kommt kaum ein Anforderungsprofil aus.

Wie viel verdient ein SPS-Programmierer?

Zwischen 50.000 und 85.000 Euro brutto im Jahr, typisch sind rund 65.000 Euro. Frisch nach der Technikerweiterbildung geht es etwas darunter los. Das obere Drittel erreichen erfahrene Kräfte, die Inbetriebnahmen eigenverantwortlich fahren. Reisezulagen kommen obendrauf.

SPS-Programmierer im Überblick: Steuerungscode, Visualisierung und Inbetriebnahme, Durchschnittsgehalt 65.000 Euro.

SPS-Programmierer oder Automation Engineer: Wo liegt der Unterschied?

Beide arbeiten an automatisierten Anlagen, nur auf verschiedenen Flughöhen. Der SPS-Programmierer hat die Steuerungsebene einer konkreten Maschine oder Linie, also Code, Visualisierung und Inbetriebnahme. Eine Ebene darüber sitzt der Automation Engineer, der das Automatisierungskonzept der ganzen Anlage plant, Komponenten auswählt, Robotik integriert und die Gewerke zusammenhält.

In kleineren Häusern verschwimmt das gern, dann schreibt derselbe Kopf vormittags am Konzept und lädt nachmittags das Programm auf die CPU. Je größer das Projekt, desto sauberer die Trennung. Die Nachbarrolle beschreibt unser Profil zum Automation Engineer ausführlich.

SPS-Programmierer vs. Automation Engineer: Steuerungsebene der Maschine gegen Automatisierungskonzept der ganzen Anlage.

Was sind die Aufgaben eines SPS-Programmierers?

Die Mischung aus Büro und Maschine prägt den Alltag, wobei sich das Verhältnis mit dem Projekt verschiebt. Erst dominiert der Schreibtisch, gegen Ende die Halle. Typische Aufgaben:

  • Steuerungsprogrammierung: Abläufe, Verriegelungen und Betriebsarten, das meiste in Siemens S7. Welche IEC-Sprache zum Zug kommt, gibt der Hausstandard vor; im Neubau setzt sich SCL durch.
  • Visualisierung: WinCC Advanced oder Unified. Statusbild bis Rezepturverwaltung.
  • Inbetriebnahme: Beim Hochfahren im Werk und beim Kunden jedes Signal einmal von Hand prüfen, bevor der Automatikbetrieb startet. Ein vertauschter Initiator fällt am Schreibtisch niemandem auf, an der Maschine sofort.
  • Fehlersuche, wenn eine Anlage steht oder stottert, zunehmend per Fernzugriff.
  • Sicherheitstechnik: Abgenommen werden Sicherheitsfunktionen in Hard- und Software gemeinsam, die Abstimmung mit dem Schaltschrankbau gehört darum dazu. Programmiert wird fehlersicher, etwa auf der S7-1500F.
  • Standardisierung: Bausteinbibliotheken pflegen.
  • Dokumentation der Software, Abgleich mit dem EPLAN-Schaltplan.
  • Vernetzung: OPC UA steht in immer mehr Lastenheften. Leitsysteme, MES und manchmal eine Cloud-Plattform wollen Daten aus der Steuerung, anbinden muss sie der SPS-Programmierer.
Acht Kernaufgaben des SPS-Programmierers: S7-Programmierung, WinCC, Inbetriebnahme, Sicherheitstechnik, OPC-UA-Vernetzung.

Anforderungen an den SPS-Programmierer: Ausbildung und Qualifikationen

Über Branchen hinweg ähneln sich die Anforderungsprofile stark; ob Verpackungsmaschine oder Wasserwerk, verlangt wird im Kern dasselbe Paket:

  • Ausbildung oder Studium: Elektroniker oder Mechatroniker plus Techniker. Oder ein Abschluss in Elektro- oder Automatisierungstechnik.
  • TIA-Portal-Praxis: Hardwarekonfiguration, Diagnose, Versionspflege. Schwerer als jede Schulung wiegt dabei, wie viele Projekte jemand wirklich zu Ende gebracht hat.
  • Mindestens eine Hochsprache, häufig SCL; für Werkzeuge drumherum auch mal C# oder Python.
  • Elektrotechnisches Fundament: Schaltpläne lesen können. Und im Zweifel selbst zum Multimeter greifen, statt auf den Elektriker zu warten.
  • Reisebereitschaft: Ohne sie geht es selten. Inbetriebnahmen dauern Tage bis Wochen, und im Sondermaschinenbau liegt die Anlage gelegentlich auf einem anderen Kontinent.
  • Deutsch für die Doku und die Abstimmung, Englisch im Auslandseinsatz.
  • Selbständiges Arbeiten beim Kunden, wo Entscheidungen oft allein zu treffen sind.

Und dann wäre da noch Gelassenheit. Sie steht selten im Anforderungsprofil, aber wenn die Linie steht und der Kunde daneben, hilft erfahrungsgemäß nur systematisches Vorgehen, kein hektisches.

Vier Kernanforderungen an SPS-Programmierer: Ausbildung plus Techniker, TIA-Portal-Praxis, Elektrotechnik, Reisebereitschaft.

SPS-Programmierer: Gehalt

Die Spanne reicht von 50.000 bis 85.000 Euro brutto im Jahr, im Mittel rund 65.000 Euro. Bezahlt wird vor allem eines: Verantwortung bei Inbetriebnahmen. Wer Projekte beim Kunden eigenverantwortlich abschließt, verdient spürbar mehr als der reine Büroprogrammierer, und Zulagen samt Auslösen kommen obendrauf.

Bei SPS-Leuten zahlt niemand den Titel. Bezahlt wird, wer eine Inbetriebnahme allein zu Ende bringt, und genau diese Leute sind rar.

Florenz Klasen (Wirtsch.-Ing.), Partner & Senior HR Consultant bei TechMinds

Branche und Region spielen mit: Automobilzulieferer und Pharmaanlagenbauer zahlen tendenziell über dem Schnitt, strukturschwächere Regionen darunter. Die Spanne des Automation Engineers sieht übrigens fast genauso aus.

SPS-Programmierer-Gehalt: durchschnittlich 65.000 Euro, Spanne 50.000 bis 85.000 Euro, Zulagen und Auslösen kommen hinzu.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Fachrolle im Fachbereich Engineering. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 147 Tech-Rollen vergleichen.

Wie wird man SPS-Programmierer?

Ausbildung und erste Programme: Am Anfang steht die Ausbildung in einem Elektroberuf oder das Studium. Erste SPS-Erfahrung entsteht oft nebenbei im Betrieb, etwa in der Instandhaltung, wo bestehende Programme gelesen und angepasst werden.

Technikerweiterbildung und eigene Projekte: Die Tür zur eigenverantwortlichen Programmierung öffnet meist der Techniker, bei manchen ein berufsbegleitendes Studium. Ab jetzt zählen komplette Projekte, Konzept bis Abnahme, und idealerweise wächst der Inbetriebnahme-Anteil mit.

Spezialisierung oder nächste Ebene: Sicherheitstechnik, Robotik oder Prozessleittechnik für die einen. Andere wechseln in Projektleitung oder Teamführung, wieder andere gehen den Schritt zum Automation Engineer mit Anlagenverantwortung.

KI in der SPS-Programmierung: Was sich für SPS-Programmierer ändert

Die KI-Welle erreicht die Steuerungstechnik später als die klassische Softwareentwicklung. Aber sie kommt an. Siemens hat den Industrial Copilot direkt ins TIA Portal gebracht. Der erklärt Code, schlägt Bausteine vor und hilft bei der Fehlersuche. Parallel dazu die virtuelle Inbetriebnahme: Am digitalen Zwilling, etwa mit PLCSIM Advanced, lassen sich die teuren Tage an der realen Anlage verkürzen. Abläufe lassen sich dort vorab durchspielen.

In den Fabriken selbst entsteht noch eine Schnittstelle. KI-gestützte Anomalieerkennung braucht saubere Daten aus der Steuerung, und die liefert niemand anderes als der SPS-Programmierer. Verschwinden wird die Rolle dadurch nicht. Ihr Gewicht verschiebt sich vom Zeile-für-Zeile-Schreiben hin zum Prüfen generierter Bausteine, zum Simulieren, zur Datenanbindung.

Ihr Headhunter für SPS-Programmierer

Zwischen Projektdruck und Fachkräftemangel bleibt für die Suche oft wenig Luft. Wir kombinieren unser über Jahre gewachsenes Netzwerk mit frischer Direktansprache je Mandat. Im Qualifikationsgespräch prüfen wir TIA-Praxis und Inbetriebnahme-Erfahrung. Dann die fundierte digitale Shortlist, erste Profile im Schnitt nach 16,3 Tagen. Wie wir Automatisierungs- und Engineering-Profile besetzen, erklärt unsere Seite Headhunter für Ingenieure.

Grafiken: Die Infografiken dürfen gerne verwendet und geteilt werden. Bitte nennen Sie als Quelle diesen Beitrag oder techminds.de

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