Das Wichtigste in Kürze

  • Auftrag: Der Energiemanager verantwortet Energiebeschaffung und Effizienz des Unternehmens.
  • Gehalt: 60.000 bis 90.000 Euro; wer den Energieeinkauf mitverantwortet, liegt oben.
  • Treiber: EDL-G-Audits und ISO 50001 sind vielerorts Pflicht, Kostendruck kommt dazu.

Ein Energiemanager spielt eine entscheidende Rolle in der Modernisierung und Optimierung der Energieeffizienz von Unternehmen und Organisationen. Er ist verantwortlich für die Energiebeschaffung und das Energiecontrolling, inkl. Überwachung und Analyse des Energieverbrauchs, Identifizierung von Einsparungspotenzialen und Entwicklung der Stromeinkaufsstrategie. Mehr zu den erforderlichen Qualifikationen, konkreten Aufgaben und zum Gehalt des Energiemanagers erfahren Sie in diesem Beitrag.

Energiemanager: Key Facts

Nachfolgend geben wir Ihnen einen ersten Überblick über die wichtigsten Key Facts zum Berufsbild des Energiemanagers.

Was macht ein Energiemanager?

Energiemanager arbeiten hauptsächlich in Energieversorgungsunternehmen und Unternehmen mit hohem Energieverbrauch (z.B. Industrie) oder der öffentlichen Verwaltung. Ein Energiemanager ist dafür verantwortlich, Strategien und Pläne zur effizienten Beschaffung und Nutzung von Energie in einem Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Darüber hinaus kann er Verhandlungen mit Energieversorgern führen und alternative oder erneuerbare Energiequellen bewerten und einführen, um den Energieverbrauch und die Kosten zu senken und die Umweltauswirkungen zu minimieren.

Was muss ein Energiemanager können?

Eine wichtige Voraussetzung für den Beruf des Energiemanagers ist ein abgeschlossenes Studium im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder im Bereich BWL. Die Position erfordert also eine Kombination aus betriebswirtschaftlichen Aufgaben (z.B. Energiehandel) und technischen Kenntnissen (z.B. Steigerung der Energieeffizienz technischer Anlagen). Darüber hinaus sind analytische Fähigkeiten wichtig, um Energiebedarfsdaten auswerten und sinnvolle Energiekonzepte ableiten zu können. Schließlich sind auch Verhandlungs- und Kommunikationsfähigkeiten wichtig, um mit verschiedenen Stakeholdern, darunter Energieversorger, Behörden und Mitarbeitende, effektiv umgehen zu können.

Wie viel verdient ein Energiemanager?

Das Gehalt eines Energiemanagers kann je nach Berufserfahrung, Verantwortungsumfang, Unternehmensgröße, -branche und -standort variieren. Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt liegt zwischen 60.000 und 90.000 Euro pro Jahr.

Energiemanager im Kurzüberblick: senkt Verbrauch und Kosten, Gehalt 60.000 bis 90.000 Euro brutto im Jahr.

Was macht ein Energiemanager? Aufgaben

Der Energiemanager zählt zu den sogenannten „grünen Berufen“, die angesichts der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit Zukunftsperspektive haben. Treiber sind dabei weniger gute Vorsätze als Kostendruck und Regulatorik: Energieaudits nach EDL-G und Managementsysteme nach ISO 50001 sind für viele Unternehmen inzwischen Pflicht. Die Schnittstellen reichen dabei bis zu Rollen wie Chemieingenieur oder Verfahrensingenieur.

Ein Energiemanager ist für ein breites Spektrum an Aufgaben im Bereich des Energie- und Ressourcenmanagements in Unternehmen verantwortlich. Je nach Branche können seine Aufgaben variieren, aber üblicherweise fallen diese Aufgaben in seinen Tätigkeitsbereich:

  • Durchführung von Energieaudits und Analyse: Energiemanager sammeln energierelevante Daten, wie z.B. Strom- und Gasrechnungen sowie Informationen zu den Energieverbrauchern eines Unternehmens. Der Energiemanager wertet diese Daten aus und interpretiert sie entsprechend, um Optimierungspotenziale und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu identifizieren, zunehmend unterstützt durch Energiemonitoring-Software mit KI-gestützter Auswertung. Dazu kann auch die Durchführung oder Begleitung von Audits zählen.

  • Energiebeschaffung und Energiehandel: Energiemanager kümmern sich um die Beschaffung von Energie, die im Einklang mit den Energiekonzepten des Unternehmens steht. Hierbei geht es auch darum, möglichst kostengünstige oder nachhaltige Energiequellen zu finden und Verträge mit den jeweiligen Energieanbietern auszuhandeln.

  • Verantwortung für das Energiecontrolling: Das Energiecontrolling umfasst die Überwachung des Energieverbrauchs und der Lastgänge, die Identifizierung von Abweichungen und die Implementierung von Maßnahmen, um den Energieverbrauch langfristig zu senken und die Einkaufspreise zu verhandeln. Energiemanager tragen somit maßgeblich dazu bei, dass Unternehmen auf eine nachhaltige und kosteneffiziente Energieversorgung setzen.

  • Entwicklung und Umsetzung von Energiekonzepten: Energiemanager entwickeln ein nachhaltiges und kosteneffizientes Energiekonzept und koordinieren die langfristige Umsetzung innerhalb des Unternehmens. Dazu zählt z.B. die Implementierung von Energiemanagementsystemen nach gängigen ISO-Normen.

  • Überwachung von Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen: Energiemanager tragen die Verantwortung für die Überwachung von Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen (z.B. Energieeffizienzgesetz), die das Energiemanagement des Unternehmens betreffen. Sie behalten dabei den Überblick über rechtliche Vorgaben, wirtschaftliche Anforderungen und technische Möglichkeiten der Firma.

  • Optimierung des Einsatzes von selbst erzeugter Energie: Hier geht es darum, erneuerbare Energiequellen wie Solar- oder Windkraftanlagen möglichst effektiv zu nutzen und den Energiebedarf des Unternehmens so weit wie möglich mit eigenen Ressourcen abzudecken. Der Energiemanager ist dabei dafür verantwortlich, die Energieerzeugung des Unternehmens möglichst umweltfreundlich und kostengünstig zu gestalten und ggf. nicht benötigte Energie zu vermarkten.

Im Effizienzmanagement geht es vor allem darum, ein bestehendes Energiemanagementsystem fortzuführen, die Verbrauchsdaten über mehrere Standorte hinweg zu vergleichen und die Ergebnisse direkt an die Geschäftsführung zu berichten.

Aus der TechMinds-Praxis: Einsparen oder einkaufen. Ein Betreiber von Ladeinfrastruktur suchte einen kaufmännischen Energy Manager. Sein Thema sind Lieferverträge in vielen Ländern, die Abrechnung und die Beschaffungsstrategie. Ein Futtermittelhersteller nannte seine Stelle genauso und meinte Effizienzmanagement nach ISO 50001. Zwei Berufe, ein Titel. Legen Sie fest, welchen Sie meinen, bevor die Ansprache startet.

Energiemanager: Aufgaben im Überblick

Voraussetzungen für den Energiemanager: Ausbildung

Ein Energiemanager muss über verschiedene Qualifikationen verfügen, um seinen Beruf erfolgreich ausüben zu können. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Voraussetzungen, die ein Energiemanager erfüllen sollte, obwohl die Anforderungen je nach Unternehmensbranche variieren können:

  • Ausbildung: Der Abschluss eines Hochschulstudiums im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder im betriebswirtschaftlichen Bereich ist für den Beruf des Energiemanagers eine wichtige Voraussetzung. Je nach Position können die betriebswirtschaftlichen oder technischen Aspekte wichtiger sein. In einigen Fällen können Zertifizierungen, wie die des Certified Energy Managers (CEM) oder ähnliche Qualifikationen, von Arbeitgebern bevorzugt oder sogar erforderlich sein.

  • Kenntnisse/Erfahrung im Energiemanagement: Ein Energiemanager muss über fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Energieeffizienz (z.B. Normen wie ISO 50001 oder DIN EN 16247), Energieeinsparung, erneuerbare Energien, Energieeinkauf und -handel, Energieaudits, ggf. Erfahrung mit Produktionsanlagen und rechtlichen Aspekten verfügen.

  • Kenntnisse in Umweltrecht: Ein Verständnis der relevanten gesetzlichen Vorschriften und Standards im Bereich Energie und Umwelt (z.B. EEG) ist oftmals ebenfalls notwendig.

  • Vertrautheit mit MS-Office-Anwendungen und ERP-Systemen: Verschiedene MS-Office-Anwendungen gehören zu den wichtigsten Tools, die zur Visualisierung von Daten, Erstellung von Reports und für die Kommunikation mit Arbeitskollegen sowie Geschäftspartnern verwendet werden. Neben einem kompetenten Umgang mit MS-Office-Anwendungen sollte ein Energiemanager auch mit ERP-Systemen sowie spezialisierter Energiemanagement- und Monitoring-Software vertraut sein, um die Daten im Unternehmen zu verwalten und die Steuerung von betrieblichen Abläufen zu vereinfachen.

  • Exzellente Organisations- und Kommunikationskompetenzen: Energiemanager arbeiten intensiv mit anderen Abteilungen zusammen, z.B. mit der Produktion, dem Projektmanagement, Einkauf und der Finanzabteilung. Eine zielgerichtete Kommunikation sowie organisatorische Fähigkeiten sind dabei unerlässlich, um effektiv und erfolgreich agieren zu können.

  • Ausgeprägte Verhandlungssicherheit: Energiemanager sollten gegenüber unterschiedlichen Akteuren des Energiesektors verhandlungssicher sein. So ist eine ausgeprägte Verhandlungssicherheit etwa beim Vertragsabschluss mit Lieferanten oder Dienstleistern unabdingbar.

Anforderungen an Energiemanager: Energiewirtschaft-Praxis, ISO 50001 und Audits, Umweltrecht, Datenanalyse.

Wie viel verdient ein Energiemanager? Gehalt

Innerhalb der Spanne von 60.000 bis 90.000 Euro entscheidet vor allem, ob die Rolle den Energieeinkauf mitverantwortet. Wer Beschaffungsverträge im Millionenbereich verhandelt, liegt deutlich über jemandem, der ausschließlich Verbrauchsdaten auswertet und Effizienzmaßnahmen begleitet.

In Deutschland wird ein Energiemanager im Durchschnitt mit einem Jahresbruttogehalt zwischen 60.000 und 90.000 Euro vergütet. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Zahlen je nach den oben genannten Faktoren und der spezifischen Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer variieren können. In einigen Fällen, insbesondere bei leitenden Positionen oder in großen Unternehmen, kann das Gehalt deutlich über dem Durchschnitt liegen.

Energiemanager-Gehalt: durchschnittlich 60.000 bis 90.000 Euro brutto im Jahr.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Senior Professional im Fachbereich Engineering. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 147 Tech-Rollen vergleichen.

KI im Energiemanagement: Was sich für Energiemanager ändert

KI-Werkzeuge verändern die tägliche Arbeit mit Energiedaten bereits heute: Moderne Energiemonitoring-Systeme erstellen Verbrauchsprognosen und erkennen Anomalien in Lastgängen automatisch, etwa als frühen Hinweis auf Verschleiß oder falsch eingestellte Anlagen. Die manuelle Auswertung einzelner Zählerstände und Excel-Tabellen tritt damit in den Hintergrund.

Absehbar wächst die Rolle weiter in Richtung intelligenter Steuerung: Dynamische Stromtarife, Lastmanagement und die Kopplung von Photovoltaik, Speichern, Wärme und E-Fahrzeugflotten lassen sich nur noch mit algorithmischer Unterstützung wirtschaftlich orchestrieren, zumal der Smart-Meter-Rollout die Datenbasis dafür liefert.

Für Energiemanager verschiebt sich das Anforderungsprofil damit von der reinen Datenerfassung hin zur Bewertung KI-gestützter Empfehlungen. Das Norm- und Prozesswissen, etwa zu ISO 50001, bleibt dabei der Kern der Rolle.

Wie wird man Energiemanager?

Welche Schritte Sie befolgen sollten, um den Beruf des Energiemanagers ergreifen zu können, erfahren Sie nachfolgend:

Ausbildung

In der Regel benötigen Sie ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine Fachausbildung im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder im betriebswirtschaftlichen Bereich.

Berufserfahrung

Die meisten Energiemanager kommen aus der Technik, etwa aus Instandhaltung, Verfahrenstechnik oder Gebäudeleittechnik, und eignen sich die kaufmännische Seite später an. Der umgekehrte Weg aus dem Einkauf kommt vor, ist aber seltener, weil das Anlagenverständnis schwerer nachzuholen ist.

Weiterbildung

Anerkannte Zusatzqualifikationen sind der Certified Energy Manager und die Ausbildung zum Energiemanagementbeauftragten nach ISO 50001. Letztere verlangen viele Arbeitgeber ausdrücklich, weil sie für die Zertifizierung des Unternehmens gebraucht wird.

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