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Florenz Klasen, Partner, Senior HR Consultant bei TechMinds

Florenz Klasen (Wirtsch.-Ing.)

Partner, Senior HR Consultant

Inhaltsverzeichnis

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Das Wichtigste in Kürze

  • Rolle: Ein GenAI Engineer entwickelt und integriert generative KI-Lösungen auf LLM-Basis.
  • Gehalt: In Stellenanzeigen werden häufig 85.000 bis 125.000 Euro als Richtwert genannt.
  • Einordnung: Erfahrung und Verantwortungsbereich bestimmen die Höhe, Konzerne zahlen teils darüber.

Ein GenAI Engineer ist ein erfahrener Softwareentwickler, der sich auf generative KI-Modelle spezialisiert hat, also beispielsweise auf Large Language Models oder Diffusionsmodelle. Er entwickelt Anwendungen, die selbst Inhalte erzeugen können. Die eigentliche Schwierigkeit besteht meistens darin, aus einer vagen Anforderung aus dem Fachbereich eine Lösung zu machen, die im täglichen Betrieb zuverlässig funktioniert. Im Folgenden erfahren Sie, welche Aufgaben ein GenAI Engineer hat, welche Qualifikationen er mitbringen sollte und wie viel er verdient.

GenAI Engineer: Beschreibung & Key Facts

Vom klassischen Data Scientist unterscheidet sich der GenAI Engineer vor allem dadurch, dass er sauberen und wartbaren Code schreiben muss. Wer seine Modelle nur im Notebook laufen lässt, kommt für diese Stellen in der Regel nicht infrage. Zu den typischen Tätigkeiten gehören das Training, das Feintuning und das Testen von Large Language Models (LLMs) bzw. anderen generativen Modellen für Sprache, Bilder und Daten. Organisatorisch sitzt der GenAI Engineer meistens zwischen dem Produktmanagement und der IT. Seine Aufgabe ist erst dann erledigt, wenn das Modell als Dienst läuft und auch unter Last stabil bleibt.

  • Die Reporting-Linie führt in vielen Unternehmen zum Chief AI Officer oder zum Head of AI, in anderen Fällen zur Leitung der IT bzw. der Digitalisierung.
  • Das Team besteht normalerweise aus 5 bis 15 Personen und ist im Bereich KI oder Data Science angesiedelt. In kleineren Firmen kann es auch sein, dass der GenAI Engineer das Thema alleine verantwortet.
  • Der Arbeitsort ist meistens die Tech- oder die F&E-Abteilung, häufig mit der Möglichkeit, remote zu arbeiten.
  • Typische Projekte sind der Aufbau von Chatbots und KI-Assistenten sowie die Entwicklung von Content-Generatoren für Text, Bild oder Code. Dazu kommen RAG-basierte Wissenssysteme und agentische Workflows, außerdem Empfehlungssysteme, automatisierte Prozesse und Schnittstellen zu den KI-Services der großen Cloud-Anbieter.
  • Die Erfolgskriterien sind in der Regel dreierlei, nämlich die Qualität der erzeugten Ergebnisse (z.B. Genauigkeit und Kohärenz), die Performance der Modelle (Antwortzeit, Skalierbarkeit) und der Nutzen für Anwender und Unternehmen, etwa gemessen an der Nutzerzufriedenheit oder der Automatisierungsrate.
GenAI Engineer im Kurzüberblick: bringt generative KI in produktive Anwendungen, Gehalt 85.000 bis 125.000 Euro im Jahr.

Aufgaben eines GenAI Engineers

Die Aufgaben eines GenAI Engineers lassen sich grob in sechs Bereiche einteilen, die wir im Folgenden kurz beschreiben. Im Projektalltag arbeitet die Rolle eng mit Profilen wie MLOps Engineer oder Head of AI Innovation zusammen.

  • Modell-Entwicklung und Training stehen am Anfang. Der GenAI Engineer muss passende Machine-Learning-Modelle auswählen und die Trainingsdaten vorbereiten, anschließend trainiert und validiert er Deep-Learning-Modelle für Sprache, Bild oder Audio.

  • Beim Fine-Tuning passt er vortrainierte LLMs an die Daten des jeweiligen Fachgebiets an (Transfer Learning). Die Modelle müssen danach kontinuierlich verbessert werden, wobei Testergebnisse und das Feedback der Nutzer die wichtigste Grundlage bilden.

  • Prototyping und Integration folgen darauf. Er setzt Proof-of-Concepts und später Produktionssysteme um, wobei die KI-Modelle in bestehende Anwendungen integriert werden müssen, beispielsweise in Chatbots, in RAG-Architekturen für das unternehmenseigene Wissen oder in agentische Automatisierungs-Tools. Skalierbarkeit und Sicherheit sollten dabei von Anfang an mitgedacht werden.

  • Infrastruktur und DevOps gehören ebenfalls dazu. Der GenAI Engineer richtet die benötigte Infrastruktur ein und betreibt sie, also Container, GPUs bzw. TPUs und Cloud-Dienste. Er sollte mit CI/CD-Prozessen für ML-Modelle (MLOps) vertraut sein und muss dafür sorgen, dass die Systeme verfügbar bleiben.

  • Dokumentation und Wissenstransfer sind der unbeliebtere Teil. Er muss die verwendeten Algorithmen dokumentieren, Kollegen schulen und an Code-Reviews teilnehmen.

  • Zusammenarbeit und Beratung machen den Rest aus. Er arbeitet eng mit Data Scientists, Softwareentwicklern und den Fachbereichen zusammen, z.B. mit dem Business oder dem UX-Team, und berät auch dazu, was technisch machbar ist und welche ethischen Fragen beim Einsatz generativer KI berücksichtigt werden sollten.

Sechs Kernaufgaben des GenAI Engineers: Modell-Entwicklung, Fine-Tuning, RAG-Integration, MLOps, Doku, Beratung.

Was muss ein GenAI Engineer können? Ausbildung & Qualifikationen

Ein guter GenAI Engineer muss mehrere Kompetenzbereiche abdecken, die wir im Folgenden erläutern.

  • Die Ausbildung besteht in der Regel aus einem abgeschlossenen Studium in Informatik, Data Science, Elektrotechnik oder einem ähnlichen MINT-Fach. Weiterbildungen im Bereich Deep Learning oder ein Studium mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz sind von Vorteil.

  • Software-Engineering-Fähigkeiten werden vorausgesetzt. Ein GenAI Engineer muss sehr gut programmieren können, vor allem in Python, und er sollte Erfahrung mit ML-Frameworks wie TensorFlow, PyTorch oder Keras haben, mit Versionskontrolle (Git) umgehen können und die Grundsätze guten Software-Designs kennen.

  • Deep-Learning-Expertise ist unerlässlich, also fundiertes Wissen über neuronale Netze (u.a. CNN, RNN, Transformer). Dazu kommen Erfahrung mit den APIs und Bibliotheken für generative KI, z.B. Hugging Face oder die LLM-APIs der führenden Anbieter, sowie ein Verständnis dafür, wie große Modelle trainiert werden und welche Hardware dafür nötig ist.

  • Data Engineering sollte er ebenfalls beherrschen. Er muss sich mit Datenvorverarbeitung, mit Big-Data-Technologien (z.B. Spark, Hadoop) und mit Datenbanken auskennen und Trainings- und Validierungsdaten selbst aufbereiten und bewerten können.

  • Bei den Soft Skills sind analytisches Denken, Problemlösungskompetenz und Kreativität gefragt. Ein GenAI Engineer sollte komplexe KI-Themen verständlich erklären können, und er muss im Team arbeiten und Dinge eigenständig vorantreiben können.

  • Praktische Erfahrung mit ML- und KI-Projekten ist Voraussetzung. Erwartet werden mindestens mehrere Jahre in der Softwareentwicklung oder in der Data Science, idealerweise mit Schwerpunkt auf generativen Modellen oder NLP. Kenntnisse in Cloud-Technologien (AWS, Azure, GCP) und DevOps werden häufig zusätzlich verlangt.

  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse werden meistens vorausgesetzt.

  • Zu den typischen Werkzeugen gehören Python, PyTorch bzw. TensorFlow, Jupyter Notebooks, Hugging Face Transformers, Kubernetes und Docker, CI/CD-Pipelines (Jenkins, GitLab), SQL- und NoSQL-Datenbanken sowie Cloud-Services wie AWS SageMaker, Azure ML oder Google Vertex AI.

Aus der TechMinds-Praxis: Trainieren und integrieren statt publizieren. Ein KI-Startup für generative Medienproduktion suchte einen Lead Machine Learning Engineer. Diffusionsmodelle und Transformer sollten im großen Maßstab trainiert und ins Produkt gebracht werden, dazu kam die Führung eines wachsenden KI-Teams. Ein Data-Science-Profil war ausdrücklich nicht gemeint. Wer vor allem publizieren möchte, ist hier falsch. Klären Sie vorab, ob Sie Modelle selbst trainieren oder fremde integrieren.

Anforderungen an GenAI Engineers: Deep-Learning-Expertise, LLM- und RAG-Praxis, Python und PyTorch, Data Engineering.

GenAI Engineer Gehalt

Wie viel ein GenAI Engineer verdient, hängt in erster Linie von seiner Erfahrung und seinem Verantwortungsbereich ab, daneben von der Branche und der Unternehmensgröße. In Stellenanzeigen wird häufig ein Jahresgehalt von ca. 85.000 bis 125.000 Euro genannt. Diese Spanne sollte man als Richtwert verstehen, denn in großen Unternehmen oder in spezialisierten Branchen können auch höhere Summen gezahlt werden.

GenAI-Engineer-Gehalt: Richtwert 85.000 bis 125.000 Euro brutto im Jahr, spezialisierte Branchen und Konzerne darüber.

Einordnung: In der TechMinds Gehaltsstudie IT & Engineering steht diese Rolle auf der Ebene Senior Professional im Fachbereich Data & AI. Dort lassen sich die Gehaltsspannen aller 142 Tech-Rollen vergleichen.

Wie wird man GenAI Engineer?

Die meisten GenAI Engineers kommen aus der Softwareentwicklung oder aus der Data Science. Ein direkter Einstieg in diese Position ist selten, und ohne Erfahrung im Machine Learning ist er praktisch unmöglich. In der Regel beginnt man als AI- oder ML-Engineer, sammelt in Projekten Erfahrung mit generativen Modellen und entwickelt sich dann zum Senior oder zum GenAI-Spezialisten weiter. Zertifikate können dabei helfen, öffentlich einsehbare Projekte helfen allerdings noch mehr, denn im Vorstellungsgespräch wird meistens danach gefragt, was jemand tatsächlich selbst gebaut hat.

Tools und Technologien (Auswahl)

  • Python, teils C++
  • TensorFlow, PyTorch, Keras
  • Hugging Face Transformers, LLM-APIs
  • SQL, NoSQL, Spark, Hadoop
  • Docker/Kubernetes, AWS/GCP/Azure, CI/CD
  • Git, Jupyter, REST-APIs, Linux

Kurzes Anforderungsprofil (Stichpunkte)

  • Ein abgeschlossenes MINT-Studium, z.B. in Informatik oder KI
  • Mehrere Jahre Erfahrung mit Deep Learning und generativer KI, insbesondere mit LLMs und Transformer-Modellen
  • Sehr gute Programmierkenntnisse, vor allem in Python, sowie Erfahrung mit ML-Frameworks wie TensorFlow oder PyTorch
  • Kenntnisse im Datenmanagement (Datenaufbereitung, SQL und NoSQL) und in Cloud-Services wie AWS, Azure oder GCP
  • Erfahrung mit DevOps bzw. MLOps, also mit Containern und CI/CD für ML, sowie im Software-Engineering
  • Analytisches Denken, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, im Team zu arbeiten

Mögliche Interviewfragen

  • Wie haben Sie bisher generative KI-Modelle wie LLMs eingeführt, und wie haben Sie deren Qualität bewertet?
  • Angenommen, Sie sollen ein großes Sprachmodell an ein neues Fachgebiet anpassen. Wie würden Sie vorgehen, und welche Schritte wären dafür nötig?
  • Mit welchen Tools und Frameworks arbeiten Sie beim Training und beim Deployment von GenAI-Modellen am liebsten, und warum?
  • Wie stellen Sie sicher, dass die erzeugten Inhalte qualitativ gut und sicher sind, beispielsweise im Hinblick auf Bias oder Datenschutz?
  • Können Sie ein Projekt beschreiben, in dem Sie eine KI-Lösung erfolgreich skaliert haben? An welchen Kennzahlen haben Sie den Erfolg gemessen?

TechMinds als Ihr GenAI Engineer Headhunter

Der Markt für diese Profile ist sehr eng. Gute GenAI Engineers werden praktisch jede Woche angesprochen und wechseln nur selten wegen des Gehalts. In unserer Vorauswahl achten wir deshalb vor allem darauf, ob ein Kandidat eine generative Anwendung bereits in den Produktivbetrieb gebracht hat, denn Prototypen haben fast alle schon einmal gebaut. Im Durchschnitt können wir Ihnen bereits nach 16,3 Tagen die ersten passenden Profile vorstellen, aufbereitet in einer digitalen, interaktiven Shortlist, mit der Sie eine klare Entscheidungsgrundlage haben. Mehr zur Suche nach dieser Rolle: KI & Machine Learning-Headhunter von TechMinds.

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