Mitarbeiter nachhaltig motivieren – Neun Strategien für Ihr Unternehmen

Mitarbeiter nachhaltig motivieren – Neun Strategien für Ihr Unternehmen

Mittlerweile ein Klassiker in Stellenausschreibungen, mit dem so gut wie jedes Start-up und Unternehmen wirbt: Der allwöchentliche Obstkorb. Auch mit „flexiblen Arbeitszeiten“, „abwechslungsreichen Aufgaben“ und „einer tollen Wohlfühlatmosphäre“ sollen Mitarbeiter nachhaltig motivieren. Manchmal wird sogar eine „überdurchschnittliche Bezahlung“ versprochen.

Doch was motiviert Mitarbeiter wirklich nachhaltig und bindet diese langfristig an ein Unternehmen? Ein Firmenwagen, Homeoffice-Möglichkeiten, eine Jahreskarte im exklusiven Fitness-Studio? Oder braucht es vielleicht doch mehr als materielle Belohnungen und eine ausgewogene Work-Life-Balance? Und weshalb gibt es in manchen Unternehmen eine ständige Mitarbeiter-Fluktuation, während in anderen Firmen dieselben Kollegen jahrelang zusammenarbeiten? 

Mitarbeiter, die ‘innerlich gekündigt’ haben kosten Unternehmen ein Vermögen

Wie viel fehlende Mitarbeitermotivation ein Unternehmen kostet, zeigt der jährlich berechnete ‚Gallup Engagement Index‘. Das forschungsbasierte Beratungsunternehmen Gallup Deutschland untersucht seit 2001 Engagement und Motivation sowie die emotionale Bindung von Mitarbeitern am Arbeitsplatz. Die Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 2020 zeichnen den ‚roten Faden‘ der demotivierten Arbeitnehmer der letzten Jahre fort: 5,7 Millionen Arbeitnehmer (15%, 2019: 16%) haben innerlich bereits gekündigt und belasten durch fehlende Performance ihr Unternehmen wirtschaftlich. Volkswirtschaftliche Schäden belaufen sich aufgrund von ‚innerer Kündigungen‘ auf eine Summe zwischen 96,1 und 113,9 Milliarden Euro. Nur 17 Prozent aller befragten Mitarbeiter geben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber an – eindeutig zu wenig. 

Emotionale Bindung der Mitarbeiter an den Arbeitgeber in Deutschland | TechMinds

Gute Mitarbeiterführung ist vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie wichtiger denn je, denn Zukunftsängste, Homeoffice, finanzielle Belastungen und der drohende Verlust des Arbeitsplatzes strapazieren das Verhältnis von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren gehört daher zu den fundamentalen Aufgaben einer Führungskraft. 

Doch was wird überhaupt unter ‚Mitarbeitermotivation‘ verstanden? 

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert ‚Mitarbeitermotivation‘ als Begriff, der die „Einflussnahme der Führungskraft bzw. des Unternehmens auf den Mitarbeiter“ bezeichnet, „um diesen zu bewegen, sein Leistungsverhalten und/oder seine Leistungsergebnisse beizubehalten, weiterzuentwickeln oder (grundlegend) zu ändern“. Unterschiedliche Strategien und Taktiken von Führungskräften und Unternehmern können sich also positiv auf die Motivation der Mitarbeiter auswirken. Diese knüpfen an psychologische Forschungen an: In der Psychologie werden verschiedene Motivationsquellen unterschieden – extrinsische sowie intrinsische.

  • Extrinsische Mitarbeiter-Motivation ist auf Reize von außen zurückzuführen, beispielsweise auf eine versprochene Lohnerhöhung oder Erfolgsprämie. Oft sind extrinsische Motive allerdings wenig nachhaltig: Die Motivation bleibt nur kurzfristig bestehen, bis der nächste Reiz von außen folgt.

  • Deutlich effektiver ist die intrinsische Motivation. Strategien der intrinsischen Motivation zielen darauf ab, Ihre Mitarbeiter von innen heraus zu motivieren, bzw. zu erreichen, dass diese aus inneren Antrieben heraus arbeiten. Ziel ist also, dass Ihre Mitarbeiter Aufgaben um derer selbst Willen ausführen und dabei persönliche Befriedigung erfahren. Im Gegensatz zu extrinsischen Methoden führt die intrinsische Motivation dazu, dass Mitarbeiter langfristiger motiviert bleiben. Somit bleiben diese Ihrem Unternehmen auch länger verbunden. Die Devise lautet folglich: Mitarbeiter sind erst dann nachhaltig motiviert, wenn sie sich im Berufsleben selbst hinreichend verwirklichen können.

Warum die Selbstverwirklichung der Schlüssel zu nachhaltig motivierten Mitarbeitern ist, erklärt ein kleiner Exkurs in die Sozialpsychologie. Die Bedürfnispyramide nach Überlegungen von Abraham H. Maslow, ein sozialpsychologisches Modell, visualisiert menschliche Bedürfnisse und Motivationen vereinfacht und hierarchisch. Während grundlegende physiologische Bedürfnisse (Atmung, Nahrung, Schlaf etc.) die Basis der Pyramide bilden, stehen individuelle Bedürfnisse (Vertrauen, Erfolg, Freiheit etc.) und die Selbstverwirklichung (Talente, Potenziale und Kreativität entfalten) an deren Spitze. Ohne Probleme kann diese Bedürfnispyramide auch auf Ihre Mitarbeiter und deren Motivationspotential übertragen werden.

Nur wenn grundlegende Bedürfnisse wie faire Bezahlung, ausreichend Urlaubstage, eine langfristige und sichere Arbeitsumgebung gegeben sind, können sich die individuellen Leistungsvermögen Ihrer Mitarbeiter entfalten. Werden alle Bedürfnisse durch den Arbeitgeber abgedeckt und berücksichtigt, sind Sie von hochmotivierten Mitarbeitern umgeben. 

Bedürfnispyramide nach Maslow | TechMinds

Führungskräfte können bereits mit ein paar einfachen Strategien dafür sorgen, dass Mitarbeiter sich wohl fühlen, motiviert sind und sich emotional an das Unternehmen binden. Auch wenn vor allem intrinsische Motivationsquellen langfristig wirken, sollten auch extrinsische Anreize nicht vernachlässigt werden: Die Mischung macht’s! Wir haben neun Strategien und Tipps gesammelt, die Ihnen dabei helfen, Ihre Mitarbeiter zu motivieren.

Wie Sie Mitarbeiter motivieren: Neun Strategien für Ihr Unternehmen

#1 Grundlegende Bedürfnisse befriedigen motiviert Mitarbeiter nachhaltig

Basis der nachhaltigen Mitarbeitermotivation sind befriedigte Grundbedürfnisse – in erster Linie natürlich in Form einer fairen Entlohnung am Monatsende. Der Faktor ‚Geld‘ sollte keinesfalls unterschätzt werden, denn: Ohne angemessenen Lohn sind Mitarbeiter oftmals demotiviert und nicht bereit, sich für ein Unternehmen zu engagieren – geschweige denn, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Achten Sie also darauf, dass Gehälter und Boni den Jobs bzw. Aufgabenprofilen Ihrer Mitarbeiter gerecht werden. So schaffen Sie eine Basis, die Ihre Mitarbeiter von Beginn an motiviert. 

Allerdings gehört zu diesen Grundbedürfnissen im Arbeitsalltag auch ein angenehmes Arbeitsklima am Arbeitsplatz. Einerseits meint dies die Stimmung im Team: Kommunizieren Sie als Führungskraft fair und auf Augenhöhe, hören Sie zu, fördern Sie den Teamzusammenhalt. Auf der anderen Seite wird die Atmosphäre auch durch materielle Dinge beeinflusst: Ein attraktiver Arbeitsplatz bewirkt manchmal schon wahre Wunder.

Wer kommt nicht gerne in ein Büro, in dem man sich rundum wohlfühlt? Oft wirken sich bereits kleine Veränderungen positiv auf das Arbeitsklima aus. Helle Büromöbel machen Räume offener und freundlicher, Grünpflanzen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre und saubere Luft, eine ergonomische Ausstattung hält Ihre Mitarbeiter fit. Kaffee, Wasser und Obst for free befriedigen grundlegende physiologische Bedürfnisse.

Zusätzlich können verschiedene ‚Zonen‘ eingerichtet werden, die sich an unterschiedliche Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter richten. Wie wäre es beispielsweise mit einem unternehmensinternen Fitnessstudio, um sich nach Feierabend auszupowern, einer Entspannungszone für ein Mittagsschläfchen oder Raumkonzepte, die die Diskussionen unter Ihren Mitarbeitern anregen? Diese Mitarbeiter-Benefits sorgen dafür, dass Ihr Team nachhaltig motiviert ist.

#2 Mitarbeiter motivieren durch Wertschätzung und Anerkennung 

Kaum etwas ist motivierender als Lob und Anerkennung: Wenn Sie als Führungskraft Engagement und Einsatz Ihrer Mitarbeiter wahrnehmen und wertschätzen, wirkt sich dies positiv auf deren Motivation aus. Vor allem wenn ein Mitarbeiter mehr leistet, als Sie es erwarten, sind ein Lob und ein ‚Danke‘ mehr als angebracht.

Um Ihre Mitarbeiter durch Anerkennung nachhaltig zu motivieren, sollten Sie darauf achten, ein konkretes Lob auf einen bestimmten Sachverhalt bezogen zu formulieren. Das signalisiert, dass Sie als Vorgesetzter Interesse an der Arbeit Ihrer Schützlinge haben und Sie wahrnehmen, was jeder Einzelne leistet. Eine besonders subtile Form der Anerkennung ist es, Ihre Mitarbeiter um Rat zu bitten. So fühlen sich Ihre Arbeitnehmer ebenbürtig und machen sich unentbehrlich. Gleichzeitig signalisieren Sie, dass ihr profundes Wissen nicht nur geschätzt, sondern auch zukünftig gerne berücksichtigt wird.

Laut einiger Studien sind Lob und Anerkennung sogar motivierender als finanzielle Anreize. Die International School of Management (ISM) fand heraus, dass sich Anerkennung vor allem in kreativen Berufen positiv auf die Motivation von Mitarbeitern auswirkt. Lob steigerte deren Innovationskraft mehr als eine Gehaltserhöhung. 

Psychologieprofessor und Verhaltensökonom Dan Ariely forscht zum Thema Motivation. In einer Studie zeigte er, dass besonders die Aussicht auf Lob und Anerkennung Mitarbeiter nachhaltig motiviert. Dazu teilte er Mitarbeiter einer Firma in vier Gruppen ein, die bei guter Arbeit jeweils unterschiedlich motiviert wurden: Gruppe eins wurde ein persönliches Lob des Chefs versprochen, Gruppe zwei wurden Bonuszahlungen in Aussicht gestellt, die dritte Gruppe sollte Pizzagutscheine, die vierte dagegen keinerlei Anreize bekommen. Tatsächlich hatte die potentielle Gehaltserhöhung den geringsten Effekt, die Motivation stieg um lediglich 4,9 Prozent (und dabei sank sogar die Produktivität!). Lob und Anerkennung steigerten die Motivation der Mitarbeiter um 6,6 Prozent. Spitzenreiter war allerdings die Pizza-Gruppe, deren Motivation um 6,7 Prozent stieg. Ideale Taktik, Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren, ist also eine Kombination aus Anerkennung und Sachwerten, also aus intrinsischen sowie extrinsischen Strategien. 

Aber Vorsicht: Lob und Anerkennung dürfen nicht wahllos verteilt werden! Finden Sie das richtige Mittelmaß. Übertriebene Lobeshymnen können nämlich auch schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn sich Ihre Mitarbeiter nicht ernst genommen fühlen. Beispielsweise kann auch konstruktive Kritik eine Form der Anerkennung sein: Sie zeigt zwar mögliche Schwachstellen auf, macht aber deutlich, dass sich die Führungskraft mit der Arbeit der Mitarbeiter auseinandersetzt. 

#3 Mitarbeiter motivieren als Führungskraft – Vorbildfunktion übernehmen

Ihre Mitarbeiter motivieren Sie nachhaltig, indem Sie in Ihrer Rolle als Führungskraft eine Vorbildfunktion übernehmen. Leben Sie die Unternehmenswerte sowie sämtliche Ansprüche, die Sie an die Mitarbeiter haben, vor und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Ihre Mitarbeiter werden feststellen, dass im Unternehmen dieselben Maßstäbe für alle gelten und so Ihr Verhalten nachahmen. Gerade in Zeiten der Pandemie zeigen Führungskräfte mit Elan und Begeisterung einen Weg aus der Krise und motivieren Mitarbeiter, weiterhin am selben Strang zu ziehen und auch in widrigen Umständen am Ball zu bleiben.

Als Chef sollten Sie außerdem der Fels in der Brandung sein und selbst in hitzigen Diskussionen einen kühlen Kopf bewahren. Greifen Sie im Zweifelsfall deeskalierend ein, um wertvolle Kommunikationsregeln Ihres Unternehmens einzuhalten. Nur so fühlen sich Mitarbeiter verstanden und bleiben nachhaltig motiviert. Um auch in kritischen Situationen eine positive Stimmung zu vermitteln, sollten Sie auf negative Formulierungen und ‚nicht‘-Sätze verzichten. Konzentrieren Sie sich auf positive Aspekte – auch wenn es gerade negative Dinge zu besprechen gilt. Eine positive Sprache motiviert Mitarbeiter auch in ernsten Gegebenheiten. 

Einer Ihrer Mitarbeiter hat einen Fehler gemacht? Irren ist menschlich. Deshalb sollten Führungskräfte bei Fehlern zukunftsorientiert denken – und nicht nach einem Schuldigen suchen. Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern, dass Fehler dazugehören und ohne grobe oder wiederholte Fahrlässigkeit geahndet werden. Mitarbeiter, die keine Angst haben müssen, ihren Job zu verlieren, arbeiten produktiver und sind deutlich motivierter. In Ihrer Vorbildfunktion als Führungskraft sollten Sie eigene Fehler und Schwächen unbedingt eingestehen und auch die daraus gezogenen Konsequenzen nicht außer Acht lassen. Im Team können Sie gemeinsam problemorientiert eine Lösung finden und zusammen aus Fehlern lernen.

#4 Mitarbeiter motivieren durch Flexibilität

Fixe Bürostunden, jedes Jahr dieselbe Urlaubszeit, Homeoffice nur im äußersten Notfall und Work-Life-Balance – was war das nochmal? Diese Art zu arbeiten kennen Sie sicher auch. Starre Strukturen und alte Führungsmethoden sowie -instrumente sollten heute allerdings (wo es möglich ist) der Vergangenheit angehören. Damit Ihre Mitarbeiter nachhaltig motiviert sind, muss sich das Berufsleben ideal in deren Leben fügen. Heben Sie starre Arbeitszeitregelungen auf und lassen Sie Ihre Mitarbeiter Arbeitszeiten flexibel einteilen. So können Arbeitnehmer Beruf und Familie miteinander vereinbaren. Außerdem können unterschiedliche Biorhythmen berücksichtigt werden, was wiederum die Produktivität steigert. 

Durch mehr Flexibilität signalisieren Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie nicht nur deren Arbeit, sondern auch deren Privatleben schätzen und fördern wollen. Kaum etwas motiviert Ihre Mitarbeiter mehr als eine gesunde Work-Life-Balance. Können Arbeitnehmer neben ihrer Arbeit auch einem Hobby nachgehen oder haben ausreichend Zeit, Familie und Freunde zu sehen, wirkt dies ungemein motivierend.

Dieser unerlässliche Arbeitsausgleich sorgt dafür, dass Ihre Mitarbeiter sich erholen, neue, kreative Ideen entwickeln und so jeden Tag frisch und motiviert an die Arbeit gehen. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern also familienfreundliche Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeiten und die Option, auch von zu Hause aus zu arbeiten. So sind Sie attraktiv als Arbeitgeber und Ihre Mitarbeiter nachhaltig motiviert.

#5 Mehr Motivation durch realistische Zielvorstellungen

Gute Führung motiviert Mitarbeiter nachhaltig – dazu gehört es auch, realistische Erwartungen und Ziele zu kommunizieren. Der Grat zwischen Überfordern und Unterfordern ist dabei oft schmal: Verlangen Sie zu viel in zu kurzer Zeit, werden Ihre Mitarbeiter resignieren und demotiviert sein. Setzen Sie zu leicht erreichbare Ziele, fühlen sich Arbeitnehmer möglicherweise veräppelt und unausgelastet. Realistische Ziele und Erwartungen fördern und fordern Ihre Mitarbeiter also gezielt und motivieren sie für darauf folgende Projekte. Locken Sie Ihre Mitarbeiter aus ihrer Komfortzone – aber in Maßen!

Um tatsächlich alle Aufgaben erfüllen zu können und motiviert zu bleiben, sollten Sie Ihre Mitarbeiter ausführlich über die anvisierten Ziele informieren. Ihre Erwartungen, aber auch der Umfang der Aufgaben müssen folglich von Beginn an klar kommuniziert werden. Noch besser ist es, wenn Sie gemeinsam mit Ihren Arbeitnehmern Ziele vereinbaren, die es im Team zu erreichen gilt. So kommt es im Arbeitsprozess zu keinen bösen Überraschungen. Gemeinsame Ziele verhindern außerdem frustrierte Einzelkämpfer und sorgen dafür, dass sich Mitarbeiter in alle Planungsprozesse des Unternehmens eingebunden fühlen. Das steigert das Wir-Gefühl und sorgt so gleichzeitig für engagierte, loyale und motivierte Mitarbeiter. Ein geeignetes Instrument dafür ist z.B. das OKR-Modell.

Für die extra Portion Motivation sollten Sie darauf achten, dass große Etappen in kleinere Zwischenziele aufgeteilt werden, denn: Ziele wollen erreicht werden. Das erforscht u. a. Verhaltens- und Sozialpsychologe David McClelland. Menschen suchen stets nach Anerkennung für erreichte Ziele, sie wollen stolz sein – was diese wiederum nachhaltig motiviert. Dagegen werden Situationen ohne Aussicht auf Erfolg – oder mit einer realistischen Chance zu versagen – kategorisch vermieden.

#6 Spaß erhalten und Teamgeist stärken

In früheren Generationen galt: Arbeit muss nicht unbedingt Freude bereiten. Man arbeitet, um sich das Leben leisten zu können und den Kindern und Enkelkindern etwas zu vermachen. Heute vermischen sich jedoch Lebens- und Arbeitswelt durch New Work und Arbeit 4.0 immer mehr. Niemand weiß, ob die jungen Arbeitnehmer von heute irgendwann in den Ruhestand gehen und Rente beziehen können. Deshalb ist es umso wichtiger, den Spaßfaktor in der Arbeitswelt nicht zu vernachlässigen. Dazu gehört beispielsweise eine entspannte und lockere Arbeitsatmosphäre.

Nehmen Sie sich als Führungskraft nicht immer allzu ernst, denn gemeinsam lachen hebt die Stimmung. Erfolge, die mit dem gesamten Team gefeiert werden, motivieren Mitarbeiter nachhaltig für nachfolgende Projekte und gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Arbeitnehmer auch privat etwas besser kennenzulernen. 

Fühlen sich Ihre Mitarbeiter mit ihrem Team verbunden und sozial eingegliedert, stärkt auch dies die Motivation im Arbeitsalltag. Gemeinsam lassen sich Ziele effektiver und schneller erreichen und individuelle Stärken jedes Einzelnen bündeln. Deshalb sollte auch der Teamgeist gestärkt werden, um Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren. Gemeinsame Ausflüge, Afterwork-Veranstaltungen oder Teamsport – den kreativen Motivations-Boosts sind keine Grenzen gesetzt. 

#7 Mitarbeiter motivieren durch individuelle Förderung

Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource eines Unternehmens. Deshalb sollten Führungskräfte vor allem auch auf individuelle Bedürfnisse jedes Arbeitnehmers eingehen. Dazu gehört allem voran eine individuelle Förderung, die es jedem Einzelnen ermöglicht, das eigene Potential voll zu entfalten. Selbstverwirklichung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Wichtig ist dabei, die persönlichen Stärken und Schwächen der Mitarbeiter zu erkennen, um so individuell auf Bedürfnisse eingehen zu können. 

Eine Möglichkeit, Mitarbeiter durch Förderung nachhaltig zu motivieren, sind Weiterbildungsmaßnahmen. Diese steigern die Motivation, da der weitere berufliche Werdegang des Schützlings verbessert und gefördert wird. Mitarbeiter bekommen so den Anreiz, sich stärker in die Unternehmensprozesse einzubringen, was wiederum mit einem Aufstieg belohnt werden kann.

Auch Nachwuchsförderung ist ein essentielles Thema, wenn es darum geht, Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren. Der Nachwuchs von heute ist die potenzielle Führungskraft von morgen. Fördern Sie in den eigenen Reihen, um Ihren Mitarbeitern langfristige Karrierechancen aufzuzeigen und so von Beginn an für eine hohe Motivation zu sorgen – eine Win-Win-Situation für beide Seiten!

Neben Weiterbildungsmaßnahmen gehören auch persönliche Gespräche zur individuellen Förderung, um Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren. In Mitarbeitergesprächen lassen sich nicht nur individuelle Ziele und Meilensteine vereinbaren, sondern auch Raum für Kritik und Feedback schaffen.

Allein durch regelmäßiges Feedback steigert sich Mitarbeitermotivation und Produktivität um bis zu 10 Prozent, wie Motivationsforscher Richard Conniff in seinem Buch The Ape in the Corner Office beschreibt. Feedback sollte aber immer auch wechselseitig funktionieren: Holen Sie sich stets Rückmeldung Ihrer Arbeitnehmer ein, ob Zielvorstellungen und veranschlagte Zeit einzelner Aufgaben erreichbar waren oder zukünftig besser angepasst und abgestimmt werden müssen. 

#8 Materielle Belohnungen als Motivationsschub

Auch wenn Belohnungen meist zu den (weniger nachhaltigen) extrinsischen Motivationsquellen gehören, sorgen sie an der richtigen Stelle doch für einen Motivations-Boost bei Ihren Mitarbeitern. Besonders effektiv danken Sie, wenn Belohnungen an die persönlichen Präferenzen Ihres Mitarbeiters angepasst sind. Erkundigen Sie sich deshalb frühzeitig, was Ihre Mitarbeiter am meisten schätzen. Vielleicht legen Sie sogar Karteikarten mit möglichen Belohnungen für jeden Mitarbeitenden an? 

Achtung: Belohnungen sollten immer der jeweiligen Leistung angepasst werden. Diese spiegeln also den Zeitaufwand von der Planung bis zur beendeten Durchführung wieder. Übertriebene Überraschungen wirken nicht authentisch und verunsichern Ihren Mitarbeiter eher. Achten Sie außerdem darauf, dass Belohnungen zeitnah und spezifisch, heißt für eine bestimmte Leistung, erfolgen – so motivieren Sie Mitarbeiter fürs nächste Projekt. 

Belohnungen können materieller oder immaterieller Art sein und sich sowohl formell als auch informell abwickeln lassen.

  • Formelle Belohnungen sind beispielsweise geplante und strukturierte Programme mit eigenem zeitlichen Rhythmus, wie ‚Mitarbeiter des Monats‘.

  • Informelle Belohnungen sind dagegen eher spontane Einfälle und individuell auf den jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten – beispielsweise eine Flasche des Lieblingsweine, Theaterkarten oder ein Besuch in der Pizzeria um die Ecke. Neben einem kleinen Präsent sind aber auch eine Gehaltserhöhung, ein extra Urlaubstag oder ein Firmenwagen Möglichkeiten, Mitarbeiter für Leistungen zu belohnen und so nachhaltig zu motivieren. 

#9 Motivation remote – Mitarbeiter im Homeoffice motivieren

Seit der Corona-Pandemie, die viele Arbeitnehmer ins Homeoffice zwingt, besteht ein ganz neues Motivations-Problem, denn: Wie schaffen es Führungskräfte, Mitarbeiter auch remote nachhaltig zu motivieren? Vor allem zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses, wenn es beispielsweise um digitales Onboarding geht, sollten Arbeitgeber in verschiedene Motivationsstrategien investieren, um Arbeitnehmer für Unternehmen und Aufgaben zu begeistern. 

Essenziell für nachhaltige Motivation im Homeoffice ist Vertrauen. Das bedeutet: Geben Sie den Arbeitnehmern die Freiheit, sich selbst zu organisieren. Übermäßige Kontrolle und übertriebenes Mikromanagement sorgen nur für frustrierte und demotivierte Arbeiter remote. Dies bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Mitarbeiter sich selbst überlassen sollen. Helfen Sie ihnen dabei, feste Strukturen zu schaffen, die die Selbstorganisation erleichtern.

Beispielsweise gibt ein wöchentlicher Jour fixe beiden Seiten regelmäßig die Gelegenheit, Neuigkeiten und Feedback auszutauschen. So sehen Arbeitnehmer, dass Vorgesetzte sich auch remote für Ihre Angestellten interessieren und fühlen sich durch Ihre Unterstützung motiviert.

Nicht vergessen werden darf aber auch der Teamzusammenhalt im Homeoffice. In regelmäßigen, kurzen Update-Calls oder Meetings (auch Standup-Meeting oder Daily genannt) können nicht nur Ziele und Aufgaben gemeinsam festgelegt, sondern auch erzielte Erfolge rekapituliert werden. Um auch in lockerer Atmosphäre in Kontakt zu bleiben, bieten sich beispielsweise gemeinsame virtuelle Kochabende oder Themen-Videocalls (Escape-Game, Mottoparty etc.) an. Das stärkt das Team von innen heraus und motiviert Mitarbeiter nachhaltig. 

Mitarbeiter nachhaltig motivieren, 9 Strategien | TechMinds

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Fazit: Nachhaltig Mitarbeiter motivieren

Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource eines Unternehmens – mit ihnen steht und fällt der unternehmerische Erfolg. Je motivierter die Mitarbeiter, desto erfolgreicher das Unternehmen. Kümmert sich die Führungsebene um eine emotionale Bindung und nachhaltige Motivation ihrer Mitarbeiter, entstehen für beide Seiten nur Vorteile: Motivierte Mitarbeiter bleiben ihrem Arbeitgeber länger treu und sind zu einer höheren Arbeitsleistung bereit. Sie arbeiten innovativer sowie produktiver und sind dabei dennoch weniger fehleranfällig.

Auch in Sachen Gesundheit profitieren engagierte Mitarbeiter: Sie sind deutlich weniger krank als unzufriedene und demotivierte Kollegen. Vorgesetzte sollten ihre Mitarbeiter und deren Persönlichkeiten gut kennen, um Respekt und Wertschätzung zeigen und verschiedene Motivationsstrategien gezielt einsetzen zu können. 

Mit unseren neun Strategien und Tipps können Sie Ihre Mitarbeiter nachhaltig motivieren und so Unternehmen und Arbeitnehmer zu neuen Höchstleistungen bringen. Vor allem intrinsische Motivationsquellen, beispielsweise Lob und Anerkennung äußern, wirken sich nachhaltig auf Ihre Mitarbeiter aus. Erfüllen Sie individuelle Bedürfnisse Ihrer Schützlinge, wie entspannte Homeoffice-Regelungen oder persönliche Förderung in Form von Weiterbildungen – es lohnt sich! Dennoch sollten extrinsische Motivationsstrategien nicht außer Acht gelassen werden: Auch kleine Präsente oder eine Gehaltserhöhung können sich positiv auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter auswirken. 

Der Schlüssel zu nachhaltig motivierten Mitarbeitern bleibt aber zweifelsohne die individuelle Selbstverwirklichung: Geben Sie Ihren Mitarbeitern Raum zur individuellen Entwicklung, fördern und fordern Sie, fragen Sie nach Rat und loben Sie an der richtigen Stelle. So können Sie Mitarbeiter nachhaltig motivieren.

Im Rahmen unserer Leadership Advisory erhalten Sie bei TechMinds umfassende Beratung zum Thema Team-Motivation und Team Effectiveness.

Florenz Klasen | TechMinds Personalberatung Team

AUTOR DES BEITRAGS

Florenz Klasen

Der gebürtige Hamburger, Florenz Klasen, studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Hamburg und Birmingham. Zunächst arbeitete Herr Klasen im Projektmanagement des internationalen Tech-Konzerns NXP und als IT-Unternehmer in einem App-Startup, wo er Teams zum Erfolg führte. 

Die TechMinds Personalvermittlung ist aus dieser Leidenschaft entstanden: Großartige Teams für zukunftsweisende Tech & IT Projekte zusammenzuführen. Herr Klasen wird Ihr zentraler Ansprechpartner & Headhunter rund um Ihre Personalsuche sein.

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