Welche Jobs sind durch KI gefährdet und welche gefragt?

Von |Aktualisiert am 12.09.2026|13 Min. Lesezeit|

KI verändert IT-Jobs grundlegend, schafft Risiken und neue Chancen.

Welche Jobs sind durch KI gefährdet: Symbolbild zu künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt

Das Wichtigste in Kürze

  • Verbreitung: Knapp jedes fünfte Unternehmen setzt KI ein, weitere 40 % planen es (Bitkom 2025).
  • Doppelter Effekt: 27 % erwarten Stellenabbau bei IT-Fachkräften, 42 % sehen zusätzlichen Bedarf (Bitkom).
  • Saldo: Rund 800.000 Stellen fallen weg, ähnlich viele entstehen neu, in anderen Berufen und Regionen (IAB).

Eine klinische Forschungsorganisation suchte über uns einen Senior KI Engineer, obwohl sie eine eigene Datenabteilung mit 17 Mitarbeitenden beschäftigt. Gefehlt hat nicht die nächste Person für Standardauswertungen, sondern Erfahrung mit Datenarchitektur und Sprachmodellen im klinischen Umfeld. An solchen Mandaten lässt sich konkreter erkennen, wie Künstliche Intelligenz die Anforderungen an IT-Fachkräfte verändert, als an Prognosen über die Arbeitswelt. In Softwareentwicklung, Support und Testing werden Tätigkeiten zunehmend automatisiert, während Entwickler, Trainer und Verantwortliche für KI-Systeme knapp werden. Welche Jobs sind durch KI gefährdet, und wo entstehen neue Chancen? Genau darum geht es hier, von den Tätigkeiten, die wegfallen, über die Rollen, die entstehen, bis zu der Frage, was das für die eigene Weiterbildung heißt.

KI verändert die Arbeitswelt, auch in der IT

Die IT-Branche erlebt den Wandel durch Künstliche Intelligenz doppelt, als Treiber der Technologie und als Bereich, dessen eigene Berufsbilder sich dadurch verschieben.

Status quo: Wie stark KI den Arbeitsmarkt bereits beeinflusst

Unternehmen weltweit rechnen mit einem tiefgreifenden Wandel der Berufsbilder, so der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums (WEF), durch den zunehmenden Einsatz von KI, Datenanalyse und Automatisierung in technischen und administrativen Tätigkeiten. Die globalen IT-Trends unterscheiden sich zwar, doch KI verändert den Arbeitsalltag in allen Branchen.

Laut der Bitkom-Studie „Digitalisierung der Wirtschaft 2025“ hat knapp jedes fünfte Unternehmen KI bereits im Einsatz, weitere 40 % planen die Einführung. 61 % der Betriebe nutzen KI oder beabsichtigen dies zur Optimierung interner Prozesse, 34 % in Produkten und Dienstleistungen. Besonders verbreitet ist der Einsatz in Bereichen wie Softwareentwicklung, Qualitätssicherung, IT-Support und Prozessautomatisierung. Wie schnell speziell generative KI im Alltag ankommt, belegt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Laut IAB-Kurzbericht 08/2026 nutzt jeder vierte Betrieb in Deutschland generative KI. Sie ist damit längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil des operativen Alltags vieler IT-Teams.

Parallel entstehen neue Rollen und Qualifikationsanforderungen, in datengetriebenen Bereichen. Die im Juni 2025 veröffentlichte PwC-Analyse „Global AI Jobs Barometer“ zeigt, dass KI-nahe Berufe wie Data Science, Machine Learning und KI-Engineering weltweit eine überdurchschnittliche Nachfrage und Lohnentwicklung verzeichnen. Für den deutschen Markt heißt das: mehr Spezialisierung, mehr Verantwortung für den produktiven Betrieb.

KI-Status-quo: Jedes fünfte Unternehmen nutzt KI, 40 Prozent planen sie, 30 Prozent der Arbeitszeit bis 2030 automatisierbar.

KI in der IT: Chancen und Risiken im Überblick

Standardisierte, regelbasierte Aufgaben wie Tests, Support oder Code-Assistenz lassen sich automatisieren. Andererseits entstehen durch KI neue Tätigkeitsfelder an den Schnittstellen von Datenmanagement, Softwarearchitektur, IT-Sicherheit und Governance.

27 % der von Bitkom befragten Unternehmen erwarten, dass der Einsatz von KI zu Stellenabbau bei IT-Fachkräften führen wird. 16 % gehen davon aus, dass KI Positionen ersetzt, die ohnehin schwer zu besetzen sind, beispielsweise in Bereichen mit Fachkräftemangel. Gleichzeitig sehen 42 % der befragten Unternehmen durch KI sogar einen zusätzlichen Bedarf an IT-Fachkräften.

In allen Zahlen zeigt sich dasselbe Muster. KI ersetzt keine Berufe, sie verschiebt deren Zuschnitt. Wer analytisch denkt, komplexe Systeme versteht und den Einsatz von KI verantwortet, wird gefragter. Routinetätigkeiten machen einen kleineren Teil der Arbeit aus, während Modellentwicklung, Integration und Überwachung mehr Personal binden.

Ich erlebe aber jede Woche Kandidaten, die gegen Kollegen verlieren, die KI-Werkzeuge souverän einsetzen.

Florenz Klasen (Wirtsch.-Ing.), Partner & Senior HR Consultant bei TechMinds

Wer diesen Wandel mitgestaltet und seine Fähigkeiten erweitert, bleibt auch in einer automatisierten Arbeitswelt gefragt.

Chancen und Risiken von KI in der IT in Balance: neue Rollen und Reskilling gegen wegfallende Routineaufgaben.

KI ersetzt Berufe: Welche IT-Jobs durch KI an Bedeutung verlieren

Mit dem Einzug von KI-Systemen in den Unternehmensalltag verschwinden keine ganzen Berufsgruppen, wohl aber bestimmte Tätigkeiten. Routineaufgaben mit hohem Automatisierungsgrad wandern zu intelligenten Tools, und für viele IT-Rollen bleibt unterm Strich weniger manuelle Arbeit und mehr Analyse, Steuerung und Kontrolle übrig. Das mag nach wenig klingen, verändert die Profile aber spürbar.

Tätigkeiten, die sich automatisieren lassen

In der IT übernehmen automatisierte Systeme heute standardisierte und voraussagbare Prozesse, bei denen Erfahrung durch Regeln oder Datenmuster ersetzt werden kann. Viele Unternehmen nutzen KI inzwischen gezielt, um interne Abläufe zu beschleunigen und wiederkehrende Aufgaben zu digitalisieren, ein Hinweis darauf, wie stark KI in der Arbeitswelt verankert ist.

Dieser Wandel verändert die Anforderungsprofile und legt fest, wo menschliche Expertise künftig noch gebraucht wird. Bis 2030 könnten rund 30 % der geleisteten Arbeitsstunden automatisierbar sein, schätzt McKinsey & Company.

Für Deutschland rechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durch: In einem Szenario mit beschleunigter KI-Einführung bleibt die Gesamtbeschäftigung über 15 Jahre weitgehend stabil, zugleich werden aber rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze in Bewegung gesetzt. Etwa 800.000 Stellen fallen weg, ungefähr ebenso viele entstehen neu, in anderen Berufen, Branchen und Regionen (IAB-Forschungsbericht 23/2025). Auch wenn die Automatisierung nicht alle Aufgaben ersetzt, verschiebt sie den Fokus zu überwachenden und strategischen Tätigkeiten.

Rollen, die sich verändern statt verschwinden

In der Systemadministration verschiebt sich der Schwerpunkt von manuellen Eingriffen hin zur automatisierten Bereitstellung und Konfiguration von Infrastruktur. Wer diesen Weg geht, arbeitet als Cloud Automation Engineer weiter.

In der Softwareentwicklung verschiebt sich der Schwerpunkt. Weniger Codezeilen entstehen von Hand, dafür wächst die Aufgabe, maschinelle Vorschläge zu prüfen, zu bewerten und verantwortungsvoll einzubauen. Die Fähigkeit, maschinelle Vorschläge kritisch einzuordnen, wird zur Kernkompetenz moderner IT-Arbeit.

In der Datenanalyse ist es dasselbe. Standardauswertungen laufen automatisch. Die Deutung der Zahlen liegt bislang meist beim Menschen.

Der Anteil wiederholbarer Arbeit schrumpft, der konzeptionelle wächst.

Welche Jobs sind durch KI gefährdet?

Manche Tätigkeiten verlieren durch KI an Relevanz. Betroffen ist alles, was sich standardisieren oder über Datenmuster automatisieren lässt. Laut Bitkom gewinnt der Einsatz von KI in Unternehmen stetig an Bedeutung, dort, wo Prozesse klar strukturiert und wiederholbar sind. Das wirkt sich direkt auf Aufgabenprofile in IT und Technik aus.

Am stärksten trifft es Routinearbeit ohne konzeptionellen Anteil. Dazu zählen insbesondere:

  • Softwaretesting und Qualitätssicherung: Werkzeuge wie Applitools erkennen Anomalien und erzeugen Testfälle, Regressionstests laufen ohne Zutun.
  • IT-Support und Service-Management: Chatbots beantworten einfache Anfragen und klassifizieren Tickets. Der First-Level-Support wird dadurch spürbar entlastet.
  • Code-Vervollständigung und Refactoring: GitHub Copilot und Amazon CodeWhisperer schreiben Codevorschläge, prüfen sie und schlagen Verbesserungen vor.
  • Systemadministration, klassisch und On-Premise: Konfiguration und Deployment laufen über Infrastructure-as-Code, die Handarbeit am Server entfällt.
  • Technische Dokumentation und IT-Schulung: Generative KI erstellt Schulungsmaterial und Handbücher. Menschen prüfen, ob der Inhalt stimmt und zum Kontext passt.
  • Reporting und einfache Datenanalyse: BI-Tools mit KI-Unterstützung liefern die Standardauswertung. Was sie für das Geschäft bedeutet, sagt weiterhin ein Mensch.
  • Datenpflege und IT-Backoffice: Migration, Bereinigung und Kategorisierung von Daten übernehmen KI und RPA.
  • IT-Recruiting und Bewerbermanagement: KI-Tools sortieren Bewerbungen vor und unterstützen das Screening. Die Entscheidung bleibt beim Menschen. Lesen Sie auch unseren Artikel zur KI-Bewerbung.

KI Berufe der Zukunft: Welche IT-Rollen durch KI an Bedeutung gewinnen

Während Automatisierung bestimmte Tätigkeiten überflüssig macht, entstehen Berufsbilder, die es ohne Künstliche Intelligenz nicht gäbe. Gesucht wird, wer Daten nutzbar macht, Modelle produktionsreif gestaltet und den Betrieb verantwortet. Softwareentwicklung, Datenkompetenz und Betriebsverantwortung in einer Person: Das ist das Profil der KI-Berufe der Zukunft.

Data-driven Jobs: Die wachsende Bedeutung von Datenkompetenz

Gesucht werden Data Engineers für Pipelines und Governance, Data Scientists für Modellentwicklung und Experimentdesign, Analytics Engineers für die Produktisierung von Erkenntnissen. Gemeinsam ist ihnen der Blick auf den ganzen Datenfluss. Dass diese Rollen nicht nur in Tech-Unternehmen entstehen, zeigt ein Mandat aus dem Frühjahr 2026, das wir weiter unten beschreiben.

Der deutsche IT-Arbeitsmarkt bleibt nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit dynamisch. Die Zahl der Beschäftigten in IKT-Berufen ist 2025 weiter gestiegen. Zudem meldet Bitkom auch 2026 einen Fachkräftemangel von rund 79.000 IT-Experten, was den Druck auf Unternehmen erhöht, bestehende Talente gezielt für KI-bezogene Aufgaben weiterzubilden.

Auch Stellentrend-Analysen bestätigen diesen Wandel. Im LinkedIn-Ranking der am schnellsten wachsenden Jobs in Deutschland 2025 finden sich unter den Top 10 unter anderem AI Developers, Cybersecurity Specialists und Software Developers.

AI Engineering und MLOps: Brücken zwischen Entwicklung und Betrieb

Zwischen Data Science, Softwareentwicklung und Infrastruktur wächst der Bedarf an Leuten, die beides können. AI Engineers und MLOps-Spezialisten sorgen dafür, dass KI-Modelle nicht nur entwickelt, sondern auch sicher betrieben werden, und laut der LinkedIn-Analyse „Future of Skills 2025“ gehören genau diese Positionen zu den am schnellsten wachsenden Rollen im Technologiesektor in Deutschland. Fertig ausgebildet kommt kaum jemand auf den Markt, weshalb immer mehr Unternehmen auf gezieltes Upskilling und die Spezialisierung bestehender Teams setzen.

Ethik, Sicherheit und Regulierung: Neue Verantwortungsbereiche in der KI

Neben den technischen Profilen entstehen Positionen für Recht, Sicherheit und die gesellschaftliche Wirkung von KI. Seit dem Inkrafttreten des EU AI Act am 1. August 2024 und der Anwendungspflicht für General-Purpose-AI-Modelle ab dem 2. August 2025 müssen Unternehmen den Einsatz von KI systematisch überwachen, dokumentieren und bewerten. Daraus sind Rollen wie AI Compliance Officer, Responsible AI Lead oder Ethical AI Consultant entstanden, die dafür sorgen, dass Systeme nachvollziehbar arbeiten. Gebraucht wird dafür technisches und juristisches Verständnis zugleich, und genau diese Kombination ist auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor selten zu finden.

Welche Berufe werden nicht durch KI ersetzt: Zukunftssichere IT-Jobs im KI-Zeitalter

Während KI Aufgaben automatisiert, entstehen Berufe mit mehr Entscheidungsspielraum und mehr Verantwortung.

Zu den wichtigsten KI-Berufen der Zukunft zählen:

  • AI Engineer und Machine Learning Engineer entwickeln und trainieren die Modelle, bauen die Datenpipelines und bringen KI in die Prozesse des Unternehmens.
  • Zwischen Data Science und DevOps arbeiten die MLOps-Spezialisten. Ohne sie läuft ein Modell im Labor, aber nicht im Produktivbetrieb.
  • Data Scientists und Data Engineers werten große Datenmengen aus, erkennen Muster und schaffen die Grundlage für Entscheidungen.
  • Angriffe laufen inzwischen selbst KI-gestützt; die Abwehr liegt beim Cyber Security Expert.
  • AI Compliance Officer und Responsible AI Leads überwachen, ob gesetzliche und ethische Vorgaben aus dem EU AI Act eingehalten werden.
  • Cloud Architects und Automation Engineers bauen die skalierbaren Cloud-Lösungen, auf denen KI-Anwendungen laufen.
  • Prompt Engineers und KI-Integrationsspezialisten übersetzen fachliche Anforderungen in Anweisungen an das Modell und verbessern die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.
  • Digital Ethicists und KI-Governance-Manager bewerten Systeme nach Fairness, Nachvollziehbarkeit und gesellschaftlicher Wirkung.
  • Ob eine KI-Lösung auf ein Geschäftsziel einzahlt, verantworten Product Owner AI und Tech Leads AI.

Aus der TechMinds-Praxis: Im April 2026 suchte eine klinische Forschungsorganisation aus dem Rhein-Main-Gebiet über uns einen Senior KI Engineer. Der Anlass war nicht der Ersatz einer Stelle. Die Organisation verfügt über einen großen Bestand an klinischen, bildgebenden und genetischen Daten aus zwei Jahrzehnten Studienarbeit und hatte dafür eine eigene Tochtergesellschaft gegründet, um aus den Daten neue Produkte zu entwickeln. Die Datenabteilung des Mutterhauses zählt 17 Mitarbeitende, die Statistik weitere sechs bis sieben. Gesucht wurde trotzdem von außen, weil die neue Rolle etwas verlangte, was es im Haus nicht gab: Datenarchitektur im klinischen Kontext, Erfahrung mit Sprachmodellen auf medizinischen Daten und die Fähigkeit, das Ergebnis Geschäftsführung und Gesellschaftern verständlich zu machen. 

Bei diesem Mandat entstand zusätzlicher Personalbedarf, weil die Organisation ihre vorhandenen Daten für neue Produkte nutzen wollte. Ähnliche Anlässe sehen wir seit etwa zwei Jahren häufiger: Ein Maschinenbauer sucht Entwickler für Steuerung und Robotik, ein Versicherer baut ein Team für Dokumentenanalyse auf. In unserem eigenen Beruf zeigt sich dasselbe. Gesprächsprotokolle entstehen KI-gestützt, Wiedervorlagen laufen automatisch, Lebensläufe werden maschinell übernommen. Der Recruiter ist nicht verschwunden, sein Zuschnitt hat sich verschoben, hin zu Gespräch und Einschätzung.

KI in der Arbeitswelt: Wie sich IT-Fachkräfte zukunftssicher aufstellen können

Für IT-Fachkräfte bietet Künstliche Intelligenz nicht nur Risiken, sondern Chancen, neue Kompetenzen zu entwickeln und sich auf zukunftsträchtige Berufsfelder auszurichten. Entscheidend ist, das eigene Wissen zu erweitern und die Zusammenarbeit mit KI-Systemen als festen Bestandteil des Berufsalltags zu begreifen.

Kontinuierliches Lernen und gezieltes Upskilling

Wer auch künftig gefragt sein will, sollte gezielt in Weiterbildung und Qualifizierung investieren. Laut dem Coursera Global Skills Report 2025 zählen digitale Kompetenzen, Datenverständnis und KI-Know-how zu den wichtigsten Zukunftsfähigkeiten in der IT. Besonders gefragt sind Kenntnisse in Machine Learning, Cloud Computing, Data Engineering und MLOps. Dass gerade dort menschliche Expertise am schwersten zu ersetzen ist, ist unsere Einschätzung aus den Mandaten, keine Aussage der Studie.

Weltweit richten laut LinkedIn Learning Workplace Report 2025 mehr als 70 % der Tech-Fachkräfte ihre Weiterbildung auf KI- und Automatisierungsthemen aus. Die Beschäftigten sind also in Bewegung. Ob ihre Arbeitgeber mithalten, ist eine andere Frage: In Deutschland fördern laut Bitkom über 60 % der IT-Unternehmen entsprechende Schulungen.

Zertifizierungen von Anbietern wie AWS, Microsoft oder Google sowie spezialisierte Online-Programme auf Plattformen wie Coursera, edX oder Udacity bieten praxisorientierte Lernpfade für den Einstieg in die neuen Rollen. Auch interne Reskilling-Programme gewinnen an Bedeutung, da sie bestehende Teams gezielt auf neue Technologien vorbereiten.

Soft Skills und interdisziplinäre Fähigkeiten

Kritisches Denken, Problemlösung, Teamarbeit und Kommunikationsstärke gewinnen in einer automatisierten Arbeitswelt an Bedeutung. Gefragt bleibt, wer Zusammenhänge erkennt, entscheidet und Ergebnisse verantwortet.

Gerade in interdisziplinären Teams, in denen Data Scientists, Entwickler und Fachabteilungen eng zusammenarbeiten, sind kommunikative und analytische Fähigkeiten entscheidend. Sie schaffen die Verbindung zwischen Technologie und Unternehmensstrategie, eine Kompetenz, die sich nicht automatisieren lässt.

Strategien für Unternehmen

Auch Unternehmen müssen ihre Teams auf den Einsatz von KI vorbereiten, und die erfolgreichen Strategien kombinieren Weiterbildung, kulturellen Wandel und technische Infrastruktur. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeitenden ermutigen, neue Technologien auszuprobieren, damit ein Gespür für den sinnvollen Einsatz von KI im Arbeitsalltag entsteht. Der zentrale Erfolgsfaktor sind dabei Reskilling-Programme: Laut der McKinsey-Studie „A new future of work: The race to deploy AI and raise skills in Europe and beyond“ (2024) können Unternehmen, die in Schulungsmaßnahmen investieren, ihre Produktivität um 20 bis 25 % steigern, bei zugleich höherer Bindung und Innovationsfähigkeit.

Ausblick: KI ersetzt keine Menschen, sie verändert Rollen

KI analysiert große Datenmengen und erkennt Muster. Was sie im konkreten Fall bedeuten, klärt sich bisher meist im Gespräch zwischen Fachbereich und Analyse.

Urteilsvermögen, Empathie und Problemlösungskompetenz bilden die Grundlage zukunftssicherer KI-Berufe, heißt es in einer Analyse der Europäischen Kommission von 2025. Der Beschäftigungsschwerpunkt verschiebt sich demnach zu wissensintensiven Tätigkeiten, während einfache Routinen automatisiert werden.

Die Nachfrage verschwindet nicht, sie wandert. Weniger Routine-Code, mehr Architektur, Datenqualität und Prüfung von Maschinenergebnissen. Genau dafür suchen uns Unternehmen gerade.

Florenz Klasen (Wirtsch.-Ing.), Partner & Senior HR Consultant bei TechMinds

IT-Rollen nach Automatisierbarkeitsgrad als Ampel: zukunftssichere, sich wandelnde und stark automatisierbare Tätigkeiten.

Welche IT-Jobs sind durch KI gefährdet? Infografik zur Automatisierung

KI-Systeme übernehmen die repetitiven Aufgaben. Für die Mitarbeiter entsteht dadurch Raum für konzeptionelle Arbeit.

In der IT entstehen hybride Rollen an der Schnittstelle von Technik und Führung. Sie sind schwerer zu besetzen als reine Fachrollen, weil beides zusammenkommen muss.

Fazit: Welche IT Jobs durch KI gefährdet sind

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt tiefgreifend. Im IAB-Szenario entstehen ungefähr so viele Stellen neu, wie wegfallen; für einzelne Beschäftigte kann der Wandel trotzdem einen Berufswechsel bedeuten, weil die neuen Arbeitsplätze nicht in derselben Branche oder Region entstehen.

Routinetätigkeiten in Testing, Support oder Administration werden automatisiert. An ihre Stelle treten Rollen, in denen jemand entscheidet und für das Ergebnis geradesteht.

Weiterbildung erleichtert den Wechsel in neue Aufgaben. Sie ändert nichts daran, dass neue Stellen nicht zwangsläufig dort entstehen, wo bisherige wegfallen. Für Unternehmen liegt der Schlüssel in einer offenen Lernkultur und in der Bereitschaft, die eigenen Leute dabei zu begleiten. Eine ausführliche Einordnung bietet der Beitrag zu Future Skills.

FAQ: Welche Jobs sind durch KI gefährdet?

Gezielt in Weiterbildung investieren, insbesondere in Machine Learning, Cloud Computing, Data Engineering und MLOps. KI-Werkzeuge aktiv im Arbeitsalltag einsetzen, um Erfahrung im Umgang mit ihnen aufzubauen. Und überfachliche Kompetenzen stärken: kritisches Denken, Kommunikation und die Fähigkeit, Technologie mit Geschäftszielen zu verbinden, lassen sich nicht automatisieren.

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Zukunftssicher sind Rollen, die Datenkompetenz, Systemverständnis und Verantwortung verbinden: AI Engineer und Machine Learning Engineer, MLOps-Spezialist, Data Scientist und Data Engineer, Cyber Security Expert, Cloud Architect sowie regulatorische Rollen wie AI Compliance Officer oder Responsible AI Lead. Gefragt bleiben außerdem Schnittstellenpositionen, die technisches Know-how mit Kommunikations- und Führungsfähigkeiten kombinieren.

Nein. KI-Assistenten wie GitHub Copilot übernehmen Routineaufgaben wie Code-Vervollständigung, Refactoring oder Testgenerierung. Der Schwerpunkt der Entwicklerarbeit verschiebt sich dadurch: Maschinelle Vorschläge kritisch prüfen, Architektur gestalten, Ergebnisse verantwortungsvoll integrieren. Laut Bitkom erwarten 42 % der Unternehmen durch KI sogar einen zusätzlichen Bedarf an IT-Fachkräften.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet in einem Szenario mit beschleunigter KI-Einführung damit, dass die Gesamtbeschäftigung in Deutschland über 15 Jahre weitgehend stabil bleibt. Zugleich werden rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze in Bewegung gesetzt: Etwa 800.000 Stellen fallen weg, ungefähr ebenso viele entstehen neu. McKinsey schätzt, dass bis 2030 rund 30 % der geleisteten Arbeitsstunden automatisierbar sein könnten. Entscheidend ist also weniger der Wegfall von Arbeit als die Verschiebung zwischen Berufen und Branchen.

Gefährdet sind vor allem Tätigkeiten mit hohem Routineanteil, die sich standardisieren oder über Datenmuster automatisieren lassen. In der IT betrifft das insbesondere Softwaretesting und Qualitätssicherung, First-Level-Support, klassische On-Premise-Systemadministration, technische Dokumentation, Standard-Reporting sowie Datenpflege und Backoffice-Aufgaben. Ganze Berufe verschwinden dabei selten. In der Regel verschieben sich die Aufgabenprofile hin zu Analyse, Steuerung und Qualitätskontrolle.

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