Clara Peters (B.A.) hat Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert und ist als Werkstudentin zum ersten Mal ins Tech-Recruiting gekommen. Seit 2020 arbeitet sie bei TechMinds, wo sie hochqualifizierte Experten und Führungskräfte mit den Unternehmen zusammenbringt, die zu ihnen passen.
Interviewfragen
Clara, was reizt Dich besonders am Tech-Recruiting?
Vor allem der Anspruch, den die Rollen mitbringen.
Im Tech- und IT-Umfeld reicht es nämlich nicht, Profile zu sammeln, sondern man muss die Technologien verstehen, Trends einordnen und genau hinsehen, welche Kompetenz eine Rolle wirklich braucht. Und weil die Menschen, mit denen ich rede, gefragt sind, entscheidet sich im Gespräch, ob sie überhaupt Interesse haben. Diese Mischung aus fachlicher Tiefe und Gespür für Menschen ist es, die mich am Tech-Recruiting reizt.
Über ein Werkstudium. Ich sollte damals Entwickler ansprechen und habe schnell gemerkt, dass die Standardnachricht bei diesen Leuten nichts bringt, aber ein Anruf mit einer konkreten Frage zu ihrem Stack schon. Geblieben bin ich, weil es mich motiviert, Potenziale zu erkennen und jemanden dorthin zu bringen, wo er wirklich etwas bewegen kann.
Und weil kein Tag dem anderen gleicht. Morgens telefoniere ich mit einem Entwickler, der noch gar nicht sicher ist, ob er wechseln will, nachmittags sitze ich bei einem Geschäftsführer, der eine Schlüsselposition seit Monaten nicht besetzt bekommt. Beide brauchen etwas anderes von mir. Für mich gehören deshalb Gespräche auf Augenhöhe und ein Matching dazu, das auch in zwei Jahren noch trägt.
Wie gehst Du vor, wenn Du eine neue Suchanfrage erhältst?
Mit Fragen. Ich gehe das Anforderungsprofil durch, bis klar ist, was wirklich gebraucht wird: Muss der Kandidat Kubernetes im Produktivbetrieb gefahren haben, oder reicht es, wenn er es kennt? Und dann kommt die unangenehme Frage, ob es dieses Profil auf dem Markt überhaupt gibt.
Danach schaue ich, wo diese Leute sitzen. Meist sind es weniger, als der Kunde denkt, und fast keiner davon sucht. Jeder bekommt eine eigene Nachricht, in der steht, warum ich gerade ihn anspreche. Standardtexte werden in diesem Umfeld ungelesen gelöscht.
Parallel telefoniere ich viel, denn im Gespräch kommt heraus, was im Profil nicht steht. Warum jemand vor zwei Jahren gewechselt hat. Ob er wirklich wegwill oder nur mal schaut. Ob die Kultur passt, in die er soll. Drei geprüfte Profile sind mir lieber als acht ungeprüfte.
Was unterscheidet exzellentes Recruiting von durchschnittlichem Recruiting?
Durchschnittliches Recruiting liefert Profile, gutes Recruiting sagt auch, was sie bedeuten. Wenn eine Suche nicht anläuft, gehört für mich dazu, dem Kunden zu sagen warum: dass die drei letzten Kandidaten wegen des Gehaltsbands abgesagt haben, oder dass der Titel im Markt anders verstanden wird als bei ihm. Und wenn ich einem Kandidaten eine Rückmeldung für Freitag zusage, kommt sie am Freitag.
Was war für Dich bisher eine besonders prägende Erfahrung bei TechMinds?
Wie stark langfristige Beziehungen wirken. Mit manchen Kandidaten bin ich seit Jahren im Austausch, und irgendwann passt der Zeitpunkt dann doch. Manche schreiben mir auch nur, dass sie den Job gewechselt haben, ganz ohne dass für mich etwas dabei herauskommt. Genau daran merke ich, dass die Beziehung stimmt. Recruiting ist eben Beziehungsarbeit und nicht nur Projektarbeit.
Wie gehst Du mit Rückschlägen oder schwierigen Prozessen um?
Rückschläge gehören dazu, weil sich im Tech-Markt eine Lage schnell ändert: Ein Kandidat springt ab, Technologien verändern sich oder im Unternehmen verschieben sich die Prioritäten. Mir hilft es dann, sachlich zu bleiben, nach der Ursache zu suchen und weiterzuarbeiten.
Was erwarten Kandidaten heute wirklich?
Vor allem Transparenz und Respekt. Ein Top-Kandidat will wissen, warum ich ihn anspreche, welche Perspektive die Rolle bietet und wie der Prozess abläuft, und er will ehrliches Feedback, auch wenn es kritisch ausfällt. Deshalb ist die Candidate Experience inzwischen ein echter Wettbewerbsfaktor.
Welche Rolle spielt Technologie in Deiner täglichen Arbeit?
Technologie unterstützt mich. Tools, Datenbanken und KI helfen beim Identifizieren und beim Sortieren, aber ob jemand wirklich passt, entscheidet sich im Gespräch und nicht in der Datenbank. Technologie beschleunigt also die Prozesse, während das Vertrauen zwischen Menschen entsteht.
Was schätzt Du persönlich an TechMinds?
Mir gefällt, wie klar der Anspruch hier formuliert ist. Wir wollen nicht die Lautesten sein, sondern die Besten in unserem Segment, und deshalb geht es um Qualität, Marktkenntnis und saubere Prozesse. Dazu kommt viel Eigenverantwortung, was mich zusätzlich motiviert.
Was gibt Dir außerhalb der Arbeit Energie?
Am meisten Energie geben mir Natur und Perspektivwechsel. Ich reise gern und bin dabei am liebsten in Skandinavien oder Kanada unterwegs. Neue Länder und Kulturen zu erleben, öffnet mir außerdem den Blick auf Dinge, die im Alltag zu selbstverständlich werden. Und dann das Naheliegende: ein langer Abend mit Freunden, gutes Essen, ab und zu ein Konzert oder eine Ausstellung.