Gegenangebot nach Kündigung: Deshalb sollten Sie es nicht annehmen!

Gegenangebot nach Kündigung | TechMindsKonflikte mit dem Vorgesetzten, fehlende Wertschätzung Ihres Engagements, unflexible Arbeitszeiten oder ein Gehalt, das weit unter dem Durchschnitt liegt: Für Sie als Arbeitnehmer gibt es zahlreiche Gründe, ein Unternehmen zu verlassen und sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung zu machen. Laut aktueller Xing E-Recruiting-Studie spielen 2022 37 Prozent der befragten Arbeitnehmer mit dem Gedanken, einen neuen Job anzutreten oder haben bereits konkrete Schritte in die Wege geleitet – 12 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Haben Sie eine vielversprechende Position in Aussicht, steht die Kündigung Ihres aktuellen Jobs an – und mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gegenangebot Ihres momentanen Arbeitgebers: Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer erhalten eine attraktive Offerte, die sie dazu bewegen soll, im Unternehmen zu bleiben. Egal ob finanzieller Bonus, eine Gehaltserhöhung oder andere Mitarbeiter-Benefits – Gegenangebote sollen abtrünnige Professionals an ihrem Vorhaben zweifeln lassen und diese im Idealfall zurück an Bord holen.

Wenn Sie ein Gegenangebot von Ihrem aktuellen Arbeitgeber erhalten, sollten Sie Vorsicht walten lassen und Ihre Entscheidung rational überdenken. Ihr Vorgesetzter hat sicher gute Gründe, warum er Sie im Unternehmen behalten möchte. Wie Sie sich im Falle eines Gegenangebots nach Kündigung am besten verhalten, warum Sie dieses unbedingt ausschlagen sollten und welche Entscheidungshilfen Unterstützung bieten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Definition Gegenangebot

Der Begriff ‚Gegenangebot‘ beschreibt laut Duden ein „auf ein vorangegangenes Angebot erfolgendes, sich von diesem unterscheidendes Angebot“, das vor allem im unternehmerischen Kontext angesiedelt ist. Ein Gegenangebot ist in vielen Fällen das letzte Mittel von Unternehmensseite, einen Mitarbeiter, der bereits eine Kündigung ausgesprochen bzw. eingereicht hat, davon zu überzeugen, den aktuellen Arbeitsplatz zu behalten. Da jeder Arbeitnehmer aus spezifischen, subjektiven Gründen einen Arbeitgeberwechsel anstrebt, fallen Gegenangebote in der Regel individuell aus: Ob flexiblere Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten, Gehaltserhöhung, mehr Verantwortung, Remote-Arbeit, Bonuszahlung, Beförderung oder Sabbatical – die Maßnahmen werden an die Bedürfnisse des Professionals angepasst.

Gegenangebot Arbeitgeber: Hinterfragen Sie großzügiges Entgegenkommen

Ein Gegenangebot bietet Ihnen als Fachkraft auf den ersten Blick nur Vorteile: Sie erhalten das, was Sie zuvor an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz vermissten und Sie zu einem neuen Arbeitgeber getrieben hat – und können trotzdem in Ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Handeln Sie dennoch nicht unüberlegt, denn Ihr Vorgesetzter hat sicherlich ein klares Motiv, weshalb er Sie durch Benefits im Unternehmen halten möchte. Um dem Ursprung des großzügigen Angebots auf die Schliche zu kommen, sollten Sie sich als Entscheidungshilfe folgende Fragen stellen:

  • Objektiv betrachtet: Wer profitiert mehr von dem Gegenangebot – Sie oder Ihr Arbeitgeber?
  • Welche Vorteile bietet Ihnen das Angebot wirklich?
  • Warum will Sie Ihr Arbeitgeber mit allen Mitteln im Unternehmen halten?
  • Welcher Arbeitsplatz bietet Ihnen mehr Entwicklungspotenzial – der aktuelle oder der neue?
  • Welche Aufgaben und Benefits erwarten Sie bei Ihrem neuen Arbeitgeber?
  • Warum haben Sie sich dazu entschieden zu kündigen und eine neue Stelle anzutreten?

Vor allem letztere Frage dürfen Sie nicht aus dem Blick verlieren, schließlich gab es gute Gründe dafür, die Kündigung einzureichen. Kann das Gegenangebot die Kündigungsgründe tatsächlich eliminieren? Notieren Sie sich Ihre Antworten auf die Fragen, diese bilden eine wichtige Grundlage für Ihre Entscheidung.

Gegenangebot nach Kündigung: 5 Gründe, warum Sie es erhalten

Auch wenn ein Gegenangebot erst einmal nach Wertschätzung und Anerkennung klingt, die Sie von Ihrem Arbeitgeber lange vermisst haben – lassen Sie sich nicht täuschen! Die Vorteile, die Ihnen versprochen werden, sind nicht immer ein aufrichtiger Versuch, Sie im Unternehmen zu halten, sondern möglicherweise clevere Hinhaltetaktik. Grundsätzlich ist ein Gegenangebot immer das Resultat mangelnder Aufmerksamkeit, schließlich hätte Ihr Vorgesetzter auch vor der Kündigung längst eine Gehaltserhöhung oder Beförderung aussprechen können.

Ihr neues Glück am alten Arbeitsplatz wird oftmals nicht von langer Dauer sein, denn statistisch gesehen verlassen 80 Prozent der Kandidaten, die ein Gegenangebot annehmen, innerhalb von sechs Monaten ihren aktuellen Arbeitgeber. Wir verraten Ihnen fünf Gründe, warum Sie Ihr Vorgesetzter mit allen Mitteln im Unternehmen behalten möchte:

#1. Gegenangebot nach Kündigung: Interne Machtspiele schwächen Position des Vorgesetzten

Eine der wichtigsten Aufgabe Ihres Vorgesetzten ist es, eine gute und nachhaltige Personalbindung im Team zu etablieren. Ihre Kündigung erschüttert Ihren Chef in seinen Grundfesten; denn Ihre Wechselabsichten lassen ihn nicht im besten Licht dastehen: Potential und Wert eines Mitarbeiters zu erkennen ist eine essentielle Führungsqualität. Ein Gegenangebot nach Kündigung soll oftmals Fehler der Führungskraft vertuschen und dessen Image wahren, da er sonst möglicherweise seine eigene Position schwächt.

#2. Gegenangebot Arbeitgeber: Ihren Vorgesetzten plagt das schlechte Gewissen

Ihre Leistungen und Qualitäten wurden in der Führungsebene bisher nicht angemessen geschätzt? Wahrscheinlich hat Ihr Vorgesetzter erst nach der Kündigung Ihren wahren Marktwert erkannt – und wird nun von seinem schlechten Gewissen geplagt. Ein Gegenangebot dient nicht selten dazu, den eigenen Status zu rehabilitieren und die bisher im Verborgenen gebliebene Wertschätzung zu artikulieren – wenn auch viel zu spät.

#3. Kündigung Gegenangebot: Hohen Kosten- und Zeitaufwand vermeiden

Ihre Kündigung hat nicht nur für Sie weitreichende Folgen – auch auf Ihren Vorgesetzten kommt einiges an Arbeit zu. Die Suche nach einem neuen Professional ist vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels mit einem enormen Zeitaufwand und hohen Kosten verbunden. Ihren aktuellen Arbeitgeber kostet die Suche nach einem neuen Professionals etwa 213 Prozent des jährlichen Gehalts. Headhunter finden und engagieren ist dabei oft die einzige Möglichkeit, einerseits das Risiko einer Fehlbesetzung zu umgehen und andererseits zeitnah adäquaten Ersatz für den abtrünnigen Mitarbeiter zu bekommen.

Verstärkt wird diese Problematik, wenn Sie Spezialist in Ihrer Branche sind: Ein Gegenangebot ist in diesem Fall die einfachste, schnellste – und günstigste – Lösung, denn je spezifischer Ihr Fachwissen, desto weniger Ersatz-Kandidaten finden sich auf dem Arbeitsmarkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Je größer Ihr Know-how und je besser Ihre Qualifikation, desto eher bekommen Sie nach einer Kündigung ein Gegenangebot. Sie sind schwer zu entbehren und die Suche nach Ihrem Nachfolger wird das Unternehmen teuer zu stehen kommen.

#4. Gegenangebot: Ihre Kündigung bringt Unternehmen in Not

Viele Professionals sind sich ihrer wichtigen Rolle in einem Unternehmen nicht bewusst. Ist Ihre Position im Unternehmen ausschlaggebend für dessen Erfolg oder Verderben? Gerade als Spezialist in Schlüsselfunktion wird es für Ihren Vorgesetzten schwierig, rechtzeitig einen adäquaten Ersatz für Sie zu finden. Bis das Team wieder vollständig ist, drohen Produktivitätsverlust und im schlimmsten Fall auch Umsatzeinbrüche. Ihre Kündigung stellt somit für das Unternehmen ein hohes Risiko dar und kann sogar existenzbedrohend wirken. Ein kostenintensives Gegenangebot mit vielen Kompromissen kommt Ihren Arbeitgeber deutlich günstiger und bringt weniger Unruhe in unternehmensinternen Prozesse.

#5. Gegenangebot Arbeitgeber: Negativer Teamdynamik entgegenwirken

Bekommen Sie ein Gegenangebot von Ihrem Arbeitgeber, sind Sie wahrscheinlich eine der tragenden Säulen des Teams. Verlassen Sie nach einer Kündigung das Unternehmen, kann dies negative Dynamiken unter den Kollegen auslösen. Die Lücke, die Sie hinterlassen, wird für Ihren Vorgesetzten nur schwer wieder zu schließen sein. Mit einem Gegenangebot verhindern Führungskräfte, dass sich weitere Teammitglieder Ihrem Abschied anschließen und so eine Kündigungswelle ausgelöst wird. Fallen auf einen Schlag viele Mitarbeiter aus, kann das für kleine Unternehmen existenzbedrohende Auswirkungen mit sich bringen.

Überlegen Sie gut, welche Motive für ein Gegenangebot auf Ihren Arbeitgeber zutreffen.

Gründe, warum Sie das Gegenangebot erhalten | TechMinds

Gegenangebot annehmen: Deshalb wird Ihr neues Glück nur von kurzer Dauer sein

Gehaltserhöhung, Beförderung, flexiblere Arbeitszeiten: Das Gegenangebot Ihres Vorgesetzten lockt mit attraktiven Benefits, die Sie ins Grübeln bringen. Wollen Sie das Angebot annehmen oder ablehnen? Führen Sie sich dabei vor Augen, dass die Folgen Ihrer Entscheidung immer Sie persönlich – und weniger Ihren Arbeitgeber – betreffen und in vermeintlich guten Versprechungen einige Gefahren lauern können.

Vermeintliche Illoyalität mit Konsequenzen

Ein Gegenangebot ist für Ihren Vorgesetzten eine bequeme Chance: Sie bleiben bestenfalls im Unternehmen und dieses umgeht so einen enormen Zeit- und Kostenaufwand, der für die Suche nach Ihrem Ersatz entstehen würde. Dennoch haben Sie Ihr Standing im Betrieb klar artikuliert: Ihre Wechselabsichten verraten Opportunitäten und zeigen, dass Sie Ihrem Arbeitgeber nicht mehr loyal gegenüberstehen. Das kann Ihre weiteren Karrierechancen im Unternehmen stark einschränken, denn Ihr Chef wird diesen Vorfall nicht vergessen. Kommen mehrere Mitarbeiter für eine Beförderung in Frage, ist Ihre vormalige Wechselbereitschaft möglicherweise das Zünglein an der Waage und schießt Sie ins Aus.

Schlechter Eindruck bei neuem Arbeitgeber

Wenn Sie auf ein Gegenangebot eingehen und im aktuellen Unternehmen bleiben, hinterlassen Sie bei Ihrem neuen Arbeitgeber einen schlechten Eindruck. Schließlich wurden auf beiden Seiten bereits konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet: Sie haben Ihren Arbeitsplatz gekündigt und Ihr neuer Chef hat viel Geld in die Hand genommen, um Sie zu finden und anderen Kandidaten bereits eine Absage erteilt.

Akzeptieren Sie das Gegenangebot Ihres aktuellen Vorgesetzten, hat dies weitreichende Konsequenzen: Sie werden wortbrüchig und verärgern Ihren neuen Arbeitgeber. Das schadet Ihrer weiteren Karriere, denn im vergraulten Unternehmen werden Sie garantiert kein Stellenangebot mehr bekommen. Schlimmstenfalls eilt Ihnen in der Branche ein schlechter Leumund voraus, der zukünftige Jobwechsel verbaut.

Sie vergraulen Ihren Personalvermittler

Sie haben Ihre neue Stelle mit Hilfe eines Headhunters gefunden, der Sie kontaktiert und an das Unternehmen vermittelt hat? Dann kommt ein Annehmen des Gegenangebots Ihres aktuellen Arbeitgebers einem Wortbruch gleich: Der Personalvermittler hat viel Zeit in Ihre Rekrutierung investiert und im Unternehmen ein gutes Wort für Sie eingelegt. Mit einer Absage des Jobs rücken Sie nicht nur sich selbst, sondern auch den Headhunter in ein schlechtes Licht. So verspielen Sie die Chance, dass Ihr Personalvermittler beim nächsten passenden Stellenangebot an Sie denkt – und verbauen sich so möglicherweise Ihre Karriere.

Sie werden von Ihrem Arbeitgeber hingehalten

Ein Gegenangebot verschafft Ihrem aktuellen Arbeitgeber Zeit – Zeit, um einen adäquaten und kostengünstigen Ersatz für Sie zu finden. Lassen Sie sich nicht täuschen: Die Geringschätzung Ihrer Arbeit und Ihrer Person ist Ausdruck Ihres nahenden Endes im Unternehmen. Reichen Sie die Kündigung ein, hat Ihr Chef meist keinen Nachfolger in petto und spielt auf Zeit: Im Idealfall hält Sie eine Finanzspritze so lange im Unternehmen, bis Ersatz gefunden ist.

Gegenangebot annehmen - Zahlen, die dagegen sprechen | TechMinds

Die Zahlen sprechen für sich: 9 von 10 Kandidaten, die ein Gegenangebot akzeptieren, verlassen innerhalb von 12 Monaten den aktuellen Arbeitsplatz – das weiß auch Ihr Arbeitgeber. Nehmen Sie das Angebot an, erhält das Unternehmen zusätzliche Zeit, um nach Ersatz zu suchen und ist Sie dennoch mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb des nächsten Jahres los.

Halten Sie deshalb die Augen offen: Wenn Ihnen im Gegenangebot Ihres Arbeitgebers keine Gehaltserhöhung, sondern ein einmaliger Bonus oder flexible Arbeitszeiten angeboten werden, ist dies ein Indiz für eine Hinhaltetaktik Ihres aktuellen Unternehmens.

Jobzufriedenheit wird langfristig nicht steigen

Sie erhalten nach Ihrer Kündigung ein Gegenangebot und spielen mit dem Gedanken, es anzunehmen? Dann gehen Sie tief in sich und denken zurück an die Gründe, die es für Ihre Kündigung gab. Mehr Gehalt, eine Bonuszahlung oder ein zusätzlicher Urlaubstag erscheinen kurzfristig natürlich sehr attraktiv – aber können diese Verbesserungen langfristig Ihre Zufriedenheit im Job steigern?

Durch ein Gegenangebot verändern sich die Verhältnisse und Ihre Karrierechancen im Unternehmen nicht. Es waren sicherlich weitere Faktoren im Spiel, weshalb Sie sich für einen Arbeitgeberwechsel entschieden haben, beispielsweise Probleme mit dem Management oder permanenter Druck. Um es in Zahlen zu verdeutlichen: 50 Prozent der Kandidaten, die ein Angebot nach Kündigung akzeptieren, sind nur 60 Tage später wieder auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Die Vorzüge von Gehaltserhöhung und Co. vergehen also innerhalb von zwei Monaten.

Späte Wertschätzung offenbart Missachtung

Sie reichen die Kündigung bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber ein – und bekommen ein attraktives Gegenangebot, das all Ihre Wünsche erfüllt? In der Regel gilt: Nehmen Sie es nicht an, sondern denken Sie besser an Ihre Möglichkeiten im neuen Unternehmen, das garantiert bessere Bedingungen verspricht. Ihr neuer Vorgesetzter hat Ihren wahren Wert offensichtlich von Beginn an erkannt. Wäre dies auch bei Ihrem aktuellen Chef der Fall, hätte er Ihr Talent als unverzichtbaren Bestandteil des Unternehmens gewertet, Ihre Wünsche früher ernst genommen und Sie mit einem angemessenen Gehalt oder anderen Benefits belohnt. Gegenangebote beweisen, dass schon länger etwas schiefläuft und sind keine gute Basis für eine langfristige – und befriedigende – Zusammenarbeit.

Nehmen Sie ein Gegenangebot an, kann dies weitreichende Folgen haben. Lassen Sie sich davon nicht hinters Licht führen, denn der plötzliche Sinneswandel Ihres Vorgesetzten hat wahrscheinlich wenig mit Ihnen zu tun: Er offeriert Ihnen nicht selbstlos eine Gehaltserhöhung oder ähnliches, sondern hat gute Gründe dafür. Gehen Sie darauf ein, wird er Ihre Opportunität dennoch nicht vergessen und kann Ihre Karriere in alle Richtungen weitreichend einschränken.

Deshalb sollten Sie das Gegenangebot ablehnen | TechMinds

Kündigung & Gegenangebot: Vier entscheidende Motive für einen Jobwechsel

Sie sind noch immer unentschlossen in Ihrer Entscheidung für oder gegen ein Gegenangebot nach Kündigung? Nehmen Sie sich in diesem Prozess ausreichend Zeit und evaluieren Sie Vor- und Nachteile – dabei können Sie vier entscheidende Motive, die für einen Jobwechsel sprechen, unterstützen:

#1. Motiv: Ihre Rolle im neuen Unternehmen

Wagen Sie einen Blick in die Zukunft: Wie wird Ihre Karriere im neuen Unternehmen in den nächsten 12 Monaten vermutlich aussehen? Werden Sie eine entscheidende Rolle übernehmen – beispielsweise eine neue Abteilung leiten oder in einem Team arbeiten, das sich mit bahnbrechenden Neuerungen beschäftigt? Wie wird sich Ihr Selbstwertgefühl im neuen Unternehmen verändern?

#2. Motiv: Wertschätzung am neuen Arbeitsplatz

Auch wenn Sie durch das Gegenangebot Ihres Arbeitgebers kurzfristig Wertschätzung für Ihre bisherige Tätigkeit im Unternehmen erhalten, hat diese doch während Ihrer Arbeitszeit dort gefehlt. Schließlich haben Sie Ihre Kündigung gut durchdacht. Kennen Sie Ihren neuen Chef bereits? Welche Anreize hat er Ihnen gegeben, in das Unternehmen zu wechseln? Wie wird er Sie fördern – und fordern? Und wie wird dort Ihr Engagement wertgeschätzt? Denken Sie an das enorme Potential und die Entwicklungsmöglichkeiten, die Sie am neuen Arbeitsplatz erwarten.

#3. Motiv: Steigerung Ihres Marktwerts

Arbeitgeber, die den Einsatz ihrer Arbeitnehmer nicht wertschätzen, sorgen für negative Stimmung im Unternehmen und einen rasanten Leistungsabfall. Das frustriert auf lange Sicht alle Beteiligten – vor allem die Professionals, die stets unter ihrem eigentlichen Können arbeiten.

Überlegen Sie deshalb, ob Sie im neuen Job Ihre Leistung endlich wieder maximieren können. Welche Chancen bietet der zukünftige Arbeitsplatz diesbezüglich? Welche Karrieremöglichkeiten stehen in Aussicht, wenn Sie Ihre Stelle mit voller Energie und Motivation antreten? Können Sie durch Ihre neue Arbeit auch Ihren Marktwert steigern? Nachhaltige Aufstiegsmöglichkeiten sind das Top-Argument für einen Arbeitgeberwechsel.

#4. Motiv: Optimaler Einsatz Ihrer Talente

Sie haben viele Ideen, die endlich umgesetzt werden wollen? Ihre Stärken kommen im aktuellen Unternehmen nicht annähernd zum Einsatz und Eigeninitiative wird kaum gefördert? Dann sollten Sie eine neue Stelle antreten, bei der Sie sich sicher sind, dass Ihre Fähigkeiten und Talente optimal mobilisiert werden. Können Sie etwas verändern und gestalten? Können Sie Ihr Know-how weiter ausbauen und in alltäglichen Herausforderungen auf die Probe stellen?

Haben Sie nach Ihrer Kündigung ein Gegenangebot erhalten, zählen in der Entscheidung vor allem Motive, die Ihren persönlichen Werdegang im alten oder neuen Unternehmen betreffen: Ihre Karriereoptionen, Ihre Weiterentwicklung, Ihr Marktwert, Ihre Rolle. Beeinflusst werden diese Faktoren durch Komponenten wie Unternehmenskultur, Finanzen oder Work-Life-Balance, wie eine aktuelle Studie von Xing E-Recruiting zeigt: Werden die Motive für einen tatsächlichen Jobwechsel betrachtet, verlassen Arbeitnehmer vor allem aus unternehmenskuturellen Gründen ihren aktuellen Arbeitsplatz. Während finanzielle Motive nur für 19 Prozent der Befragten ausschlaggebend sind, wechseln 28 Prozent aufgrund (mangelnder) Führungsqualitäten ihre Stelle. 27 Prozent sind unzufrieden mit ihrer Work-Life-Balance, fast ein Viertel der Befragten hadert mit ihrer Tätigkeit im Unternehmen.

Fazit: Deshalb sollten Sie ein Gegenangebot nach Kündigung ablehnen

Fast die Hälfte aller Arbeitnehmer, die ein Unternehmen verlassen wollen, erhalten ein vermeintlich attraktives Gegenangebot. Was auf den ersten Blick als großzügige Geste des aktuellen Arbeitgebers interpretiert wird, entpuppt sich oftmals als Sackgasse für Ihre Karriere. Deshalb gilt: Analysieren Sie ein Gegenangebot mit Feingefühl und kühlem Kopf, denn gerade im deutschsprachigen Raum wird das Thema ‚Kündigung‘ hochgradig emotionalisiert. Vielmehr bedarf es im Falle eines Angebots eine rationale Entscheidungsfindung, um sich nicht von kurzfristigen Zugeständnissen und Charme-Offensiven um den Finger wickeln zu lassen.

Behalten Sie in der Entscheidungsfindung für oder gegen ein Gegenangebot deshalb immer alle Optionen im Auge: Wie sieht Ihre Rolle im alten und neuen Unternehmen aus? Wie steht es um Ihr Entwicklungspotenzial und Ihre Entscheidungsfreiheit? Welcher Job entspricht Ihren Fähigkeiten und Erfahrungen, Ihrem Know-how und Talent? Nur wenn all jene Faktoren an Ihrem Arbeitsplatz abgedeckt werden, können Sie Ihren Marktwert langfristig steigern.

Checkliste: Gegenangebot annehmen oder ablehnen?

Fragen Sie sich, weshalb Sie erst nach Ihrer Kündigung Wertschätzung in Form von flexiblen Arbeitszeiten, Gehaltserhöhung, Bonuszahlung und Co. erhalten. Wer profitiert letztendlich mehr davon, wenn Sie an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz bleiben – Sie oder Ihr Vorgesetzter? Rufen Sie sich in Erinnerung, welche Gründe Sie dazu bewogen haben, nach einem neuen Unternehmen Ausschau zu halten und die Kündigung einzureichen – diese Faktoren können durch das Gegenangebot meist nicht dauerhaft getilgt werden.

Zudem sollte Ihnen bewusst sein, dass Ihre Position beim aktuellen Arbeitgeber bereits mit Aussprache des Wechselvorhabens nachhaltig geschwächt ist: Auch wenn Sie auf das Angebot eingehen, wird Ihre Loyalität im weiteren Arbeitsverhältnis angezweifelt und kann im schlimmsten Fall Ihre weitere Karriere zerstören. Nicht ohne Grund verlassen 80 Prozent aller Kandidaten, die ein Gegenangebot annehmen, innerhalb von sechs Monaten das Unternehmen.

Florenz Klasen | TechMinds Personalberatung Team

AUTOR DES BEITRAGS

Florenz Klasen

Der gebürtige Hamburger, Florenz Klasen, studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Hamburg und Birmingham. Zunächst arbeitete Herr Klasen im Projektmanagement des internationalen Tech-Konzerns NXP und als IT-Unternehmer in einem App-Startup, wo er Teams zum Erfolg führte.

Die TechMinds Personalvermittlung ist aus dieser Leidenschaft entstanden: Großartige Teams für zukunftsweisende Tech & IT Projekte zusammenzuführen. Herr Klasen wird Ihr zentraler Ansprechpartner & Headhunter rund um Ihre Personalsuche sein.

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