Künstliche Intelligenz: Warum Recruiting Handarbeit bleibt (vorerst)

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Künstliche Intelligenz (KI) kann das Recruiting auf verschiedene Weise unterstützen: So werden Chatbots eingesetzt, die einem Kandidaten – ähnlich wie Siri oder Alexa – grundsätzliche Fragen zu einer Position oder zu einem Unternehmen beantworten können. Darüber hinaus kann ein solcher Assistent bei der Erstellung einer Stellenanzeige auf Basis sämtlicher Stellenanzeigen zu diesem Thema unterstützen. Und nicht zuletzt können Bewerbungen auf Basis der Erfahrung mit erfolgreichen Mitarbeitern auf dem relevanten Gebiet analysiert und bewertet werden, inklusive einer Analyse des Auftritts in Sozialen Medien sowie im Netz. Auch Interviews können durch KI-Technologien durchgeführt werden, wobei über die Stimme, die Wortwahl oder den Gesichtsausdruck und andere Merkmale Rückschlüsse auf die Eignung gezogen werden können.

Recruiting-Abteilungen beschäftigen sich zunehmend mit digitalen Tools, um unstrukturierte Interviews, Assessments, persönliche Empfehlungen und eine Menge an Daten effektiv und strukturiert zu managen. Neuerdings strömen zunehmend Tools auf den Markt, die mittels KI und datengetriebener Algorithmen die Suche nach geeigneten Kandidaten erleichtern oder gar übernehmen sollen. Das Thema KI ist im Zeitalter digitaler Transformationen in aller Munde. Da liegt es nahe, diesen Ansatz auch auf das Thema Recruiting zu übertragen. Unglücklicherweise stecken bisher existierende Tools noch in den Kinderschuhen und werden wohl auch in Zukunft nicht das erhoffte Allheilmittel auf der Suche nach Talenten sein können.

Analysedaten sind rückwärtsgewandt

Grundlage von KI-Technologien im Recruiting ist meistens, dass diese sich an den Attributen der bisherigen „Leistungsträger“ im Unternehmen oder anderer Unternehmen orientieren. Dann werden Bewerber gesucht, die die gleichen Eigenschaften mitbringen. Datenanalytische Ansätze basieren auf bisherigen Erfahrungen. Wenn also in der Vergangenheit eher Männer diesen Beruf ausgeübt haben, kann ein Algorithmus unbeabsichtigt zu einer Verstärkung von Männern in dem Job führen. Neue Eigenschaften, die Innovationen vorantreiben sollen und die in noch keinem Algorithmus erfasst sind, werden außer Acht gelassen.

Daten sind nicht hinreichend vorhanden

Um überhaupt umfassende KI-Tools im Recruiting einsetzen zu können, werden riesige Datenmengen und Erfahrungswerte zu Positionen, Unternehmen und den jeweiligen Mitarbeitern mit all ihren Merkmalen und Leistungsbewertungen benötigt. Diese Hürde kann in Zukunft zwar überwältigt werden. Bis aber entsprechende Daten von Unternehmen und Mitarbeitern in unterschiedlichsten Kontexten vorhanden sind, wird noch einige Zeit vergehen.

Cultural Fit

Das Thema Bauchgefühl und Cultural Fit spielt im Recruiting nach wie vor eine große Rolle, zumal ein Großteil unserer Entscheidungen unterbewusst gesteuert wird. KI-Technologien im HR preisen eine größere Fairness und Transparenz bei Einstellungen an, die sicher auch Chancen birgt. Andererseits können Emotionen, Team Fit und andere Faktoren, die nicht vollständig per Algorithmus erfasst werden können, nach wie vor deutlich effizienter durch Menschen beurteilt werden.

Datenschutz und Diskretion

Die Analyse der Qualifikationen eines Bewerbers mag unkritisch betrachtet werden. Wenn aber Emotionen, Gesichtsausdrücke, Profile im Social Media und Web etc. analysiert werden – dann stellt sich neben der wohl eher gering ausfallenden Akzeptanz die Frage nach dem Datenschutz. Umgekehrt stellt sich bei Chatbots die Frage, ob Unternehmen bereit sind, jedem Webseitenbesucher über einen Chatbot Unternehmensinterna zu beantworten. Das persönliche Erstgespräch z.B. mit dem Headhunter ist da schon deutlich diskreter und gibt nur ausgewählten Personen Insider-Informationen preis.

Der Einsatz von KI im Recruiting wird von Kandidaten als wenig wertschätzend empfunden

Aktuell erleben wir einen Kandidatenmarkt, der insbesondere im MINT-Bereich von den Bewerbern bestimmt wird. Daher sollte man sich die Frage stellen, inwieweit KI-Technologien dem KANDIDATEN nützen. Während Chatbots und eine Vorauswahl der Bewerbungsunterlagen noch auf Akzeptanz stoßen, wird der Einsatz von KI-Telefoninterviews und Persönlichkeitsprofilen vom Großteil der Bewerber abgelehnt (Dahm/Dregger 2018). Insbesondere für Stellen, bei denen es nur wenige Bewerber gibt, werden KI-Technologien Bewerber eher abschrecken. Wenn ein Kandidat erstmal mit einer Maschine sprechen muss, bevor sich ein Mensch Zeit für ihn nimmt, dann fühlt sich das mehr nach einer Nummer im System als nach Wertschätzung an.

Zusammenfassung

Künstliche Intelligenz ist ein spannendes Feld, das schon heute teils Realität ist und den menschlichen Recruiter zukünftig weiter bei seiner Arbeit unterstützen und ihn effizienter machen wird. KI-Tools können dabei nützliche Ergänzungen für die HR eines Unternehmens darstellen. Eine Vorselektion von Bewerbungen oder die Ersteinschätzung von Merkmalen eines Kandidaten kann die HR-Abteilung exzellent unterstützen und entlasten. Für einfache Berufe kann KI darüber hinaus für das Erstinterview geeignet sein. Im hochspezialisierten Bereich, wo der Markt durch den Arbeitnehmer bestimmt wird, wird der menschliche Faktor schon in einem sehr frühen Stadium entscheidend sein, um das Interesse eines Kandidaten auf sich zu ziehen. Hier wird sich der Einsatz von KI nur marginal lohnen. Insgesamt werden Entscheidungskriterien und Fähigkeiten wie das Wittern von Talent, Cultural Fit und Menschenkenntnis in absehbarer Zeit kaum durch die KI-Technologien ersetzt werden können.

TechMinds als Recruiting Boutique

TechMinds hat sich von Anfang an sehr klar als Boutique positioniert. Wir verstehen uns als eine Manufaktur. Jeder Kandidat wird individuell angesprochen und erhält direkt ein persönliches Gespräch mit einem spezialisierten und erfahrenen Berater, der sich wertschätzend, diskret und auf Augenhöhe mit dem Kandidaten austauscht. Daneben setzen wir natürlich moderne IT-Tools ein, die die den Prozess optimal unterstützen. Im Fokus steht aber immer, dass der Prozess für den Kandidaten möglichst pragmatisch, wertschätzend und zielführend verläuft.

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